Polnisch lernen im Jahr 2012

Sprachkalender Polnisch 2012. Foto: Polen.pl (JW)

Der neue Sprachkalender Polnisch

(Berlin, JW) 2012 findet nicht nur die EM in Polen statt: Auch die Möglichkeiten, ins Lernen der polnischen Sprache einzusteigen, verbessern sich. Die – zugegeben nicht ganz einfache – Sprache kann dann erstmals über einen Sprachenkalender erlernt werden. Die Idee zu diesem Sprachlern-Kalender für das Jahr 2012 hatte ein junges Paar aus Berlin. Mit einem deutsch-polnischen Hintergrund bringen sie nicht nur beste Voraussetzungen für ein solches Produkt mit – sie hatten auch den Ehrgeiz, es ganz besonders gut zu machen. Jens von Polen.pl hat mit den beiden gesprochen.

Wie ein polnisch-deutscher Sprachkalender entsteht

Aleksandra und Erik, sagt mal: Hattet Ihr nichts anderes zu tun, als einen Sprachkalender zu schreiben? 

Aleksandra: Schon. Natürlich. (Lacht) Aber als Erik sich meine Muttersprache aneignen wollte, fiel uns auf, dass es für Deutsche, die Polnisch lernen möchten, noch keinen Sprachkalender für den täglichen Anstoß zum Lernen gibt. Für andere Sprachen hatte Erik damit aber schon gute Erfahrungen gesammelt. Da dachten wir uns: Wenn es noch keinen solchen Sprachkalender gibt, dann machen wir eben einen.

Erik: Als wir dann schon so daran schrieben, war der Gedanke nicht weit, diesen auch anderen Menschen zugänglich zu machen. Also haben wir ein paar Verlage angefragt.

Ich kann mir vorstellen, dass die Skepsis bei Verlagen gegenüber dem Vorhaben groß war? 

Erik: Das war ziemlich unterschiedlich. Aber der Buske-Verlag hat uns perfekt unterstützt. Und das, obwohl es der erste Sprachkalender im Repertoire des Unternehmens ist. Allerdings hat der Verlag schon viele Erfahrungen mit Lehrbüchern für Polnisch.

Wie muss man sich das vorstellen, wenn so ein Kalender bei Euch entsteht?

Aleksandra: Nun ja, das war auch unser erstes ‚Buchprojekt‘ nach der Dissertation beziehungsweise der Magisterarbeit. Erik hatte schon mal ein Buch über interkulturelle Kompetenz geschrieben. Aber so ein Sprachkalender, das ist schon eine ganz andere Sache.

Erik: Zuerst haben wir uns einfach hingesetzt und überlegt, was man unbedingt beim Polnischlernen lernen muss. Dabei sind dann Rubriken entstanden, zum Beispiel Dialoge im Alltag, Wortschatzübungen, Grammatik, Wissen über Land und Leute, Lebensmittel oder Quizze. Dann war uns wichtig, dass das Ganze nicht zu simpel wird, aber auch nicht so schwer, dass man daran verzweifelt. Das war schon ein häufiges Hin- und Herüberlegen.

Aleksandra: Und natürlich sollte auch eine Geschichte erzählt werden. Ich mag die Sprachkalender nicht, die nur Belanglosigkeiten ohne Zusammenhang erzählen. So werden die Leser unseres polnischen Sprachkalenders eine Reise durch Polen erleben, auch eine Beziehungsgeschichte und noch so einiges mehr. Auch die Lernkapitel bauen aufeinander auf: Wenn also beispielsweise ein Fall oder eine Zeit vorgestellt wird, folgen anschließend auch Beispiele dazu in anderen Rubriken.

Wie lernt man damit überhaupt? 

Aleksandra: Für jeden Tag gibt es eine Aufgabe. Einen Dialog, ein Quiz oder auch eine Grammatikübung. Auf der Vorderseite des Kalenderblatts findet sich die Aufgabe, auf der Rückseite die Lösung und eine Erläuterung. So bekommt man 2012 Tag für Tag ein Stückchen Lernfortschritt und kann das als Aufhänger zum Weiterlernen nehmen, oder auch einfach so Stück für Stück beim Sprachenlernen vorwärtskommen. Am Wochenende gibt es nur eine Aufgabe: Dann kann man einen Tag etwas ausruhen…

Erik: Wenn man dann so daran arbeitet, kommen einem viele Details in den Sinn. Wir freuen uns schon, wenn unsere Leser die vielen kleinen Zusammenhänge erkennen. Zum Beispiel finden sich Zitate von berühmten Personen natürlich auch an den Tagen im Jahr, an denen ein besonders Ereignis dazu stattfand, oder zum Beispiel ein Geburtstag.

Sprachkalender Polnisch 2012, Foto: Polen.pl (JW)

Eine Seite im Kalender

Illustriert ist der Kalender auch. Könnt Ihr auch zeichnen?

Erik: (Lacht) Nein, das ist weniger unsere Fähigkeit. Da danken wir dem Verlag, der uns einen sehr guten Illustrator zur Verfügung gestellt hat. Das war eine tolle Zusammenarbeit: Entweder hat er uns selbst Bilder vorgeschlagen, oder unsere Ideen klasse umgesetzt.

Ich muss noch einmal nachfragen: Ihr habt auch eine Reise durch Polen eingebaut?

Aleksandra: Genau, ein bisschen Landeskunde ist dabei. So lernt der Leser nicht nur die Sprache, sondern auch gleich etwas über die Regionen und die regionalen Spezialitäten. Die Protagonisten der Geschichte sind an verschiedenen Orten Polens.

Erik: Wichtig war uns dabei, alle Klischees und Stereotypen außen vor zu lassen. Wir haben ein ehrliches, offenes und realistisches Bild dieses schönen Landes gezeichnet, das viele schöne Seiten aber auch – natürlich – manche weniger schöne Seite hat. Weder Verherrlichung noch Aufklärung noch Stereotypenabarbeitung wollten wir darstellen, sondern neben der Sprachübung auch eine objektive Information, die aber Spaß macht zu lesen.

Für Lernende und solche, die es werden wollen

An wen richtet sich der Sprachlernkalender?

Erik: Für völlige Neueinsteiger ist er nicht gedacht, wenn nur mit dem Kalender gelernt werden soll. Dann sollte ein Sprachkurs begleitend besucht werden. Wer sich schon mit der Sprache befasst hat, der ist genau die Zielgruppe dafür. Auch, wer sich schon länger mit dem Polnischlernen beschäftigt, wird damit noch einiges lernen können.

Ab wann wird man den Sprachkalender denn kaufen können?

Aleksandra: Seit kurzem kann man ihn kaufen. In den Online-Buchhandlungen und in vielen Thalia-Buchläden ist er vorrätig; alle anderen Buchhändler können ihn natürlich bestellen. (Anmerkung der Redaktion: Dazu finden sich weiterführende Links unten bei diesem Interview)

Erik: Der Kalender kostet im Buchhandel 14,90 Euro. Nun kommt Reklame: Dafür gibt’s nicht nur für jeden Werktag und jedes Wochenende ein Blatt, sondern auch einen Pappaufsteller und die Wandaufhängungsmöglichkeit (lacht).

Wenn ich fragen darf: Was ist sonst Eure Tagesbeschäftigung – und habt ihr weitere solche Projekte vor?

Aleksandra: Wir haben großen Spaß an der Entwicklung des Sprachkalenders gefunden; das ist auch eine schöne Ergänzung zu meiner Arbeit im juristischen Bereich beziehungsweise bei Erik zur Arbeit bei interkulturellen Trainings. So überlegen wir – wenn unser Sprachkalender Käufer findet – auch eine Version für 2013 mit einer neuen Geschichte. Natürlich einer Fortsetzung. Außerdem haben wir gerade ein Märchenbuch auf Deutsch und Polnisch in Vorbereitung. Das macht uns ganz besonderen Spaß: Damit werden sowohl Kinder in Deutschland Polnisch lernen können wie auch Kinder in Polen Deutsch. Und die Figuren in dem Märchen sind mir jetzt schon ganz besonders ans Herz gewachsen…

Erik: Wir planen natürlich dann noch die Verfilmung des Märchens und… (lacht). Im Ernst: Sofern die Idee mit dem Sprachkalender ankommt, dann gibt es auch eine Fortsetzung.

Nun noch eine Frage: Was wünscht Ihr Euch für Euer Kalenderprojekt?

Aleksandra: Wir würden uns besonders über viele Rückmeldungen freuen, was gut und was weniger gut ist. Und selbstverständlich auch viele Interessenten. Wenn 2012 dann 40 Millionen Deutsche Polnisch lernen, haben wir das Ziel erreicht (lacht).

Vielen Dank an Aleksandra und Erik!

Uns jedenfalls gefällt nicht nur die Idee des Sprachkalenders, sondern auch die Umsetzung. Wir wünschen dem Produkt auf jeden Fall viel Erfolg und freuen uns auch hier auf Feedback. Zum Beispiel ist der Kalender ganz sicher eine tolle Idee als Weihnachtsgeschenk für Polnischlernende. 

Wer bestellen möchte, soll natürlich nicht lange suchen müssen: Zu bekommen ist das Werk beim Verlag Helmut Buske und natürlich bei Onlinehändlern wie Amazon. Wer sich über den Autor Erik Malchow informieren möchte, findet mehr auf seiner Internetseite erikmalchow.de

Und für die Bestellung im Buchgeschäft haben wir die bibliographischen Angaben zusammengestellt: Dr. Aleksandra Malchow und Erik Malchow, Sprachkalender Polnisch 2012, 320 Seiten, ISBN-Nummer: 978-3875485974.

 

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