Aktuelles in der Rubrik ‚Gesellschaft‘

Ostseeküste in Polen im Winter. Foto: Polen.pl (JW)

Der kalte Winter forderte alleine im Februar über 70 Opfer.

(Toruń, JE) Themen, die die polnische Gesellschaft derzeit bewegen, in Form von kurzen Meldungen aufbereitet. Heute aus doppelt traurigem Anlass: Die Bilanz der Kältetoten aus den letzten zwei Wochen und die Geschichte der kleinen Magda aus Sosnowiec, die sich um eine vorgetäuschte Entführung und einen schweren Verdacht gegen die eigene Mutter dreht.

Traurige Bilanz – viele Opfer durch extrem kalte Temperaturen im Februar

Allein im Monat Februar sind in Polen 72 Personen an Unterkühlung gestorben, meldete am Montag das polnische Innenministerium. Das sind etwa zweimal so viele wie im ganzen Februar 2011. Viele der Opfer sind Obdachlose. Weitere 23 Personen starben in den ersten zwei Februarwochen an Kohlenmonoxidvergiftungen, die häufig durch unkorrektes Heizen in der Wohnung verursacht werden. Die Zahl der nicht-tödlichen Rauchvergiftungen nähert sich indessen der 500 an. Mehrere Wochen lang herrschten in vielen Teilen Polens Temperaturen zwischen -15 und -30 ° Celsius. Seit dieser Woche wird es jedoch wieder wärmer – in den meisten Regionen herrschen derzeit Temperaturen um die 0° Celsius.

Trauriger Tag – Beerdigung der kleinen Magda in Sosnowiec

Ähnlich wie der ‚Fall Kevin‘ im Jahr 2006 ganz Deutschland erschütterte, verfolgten die Polen in den letzten Wochen das Schicksal der kleinen Magda aus Sosnowiec. Gerade sechs Monate alt verschwand das Kleinkind Ende letzten Monats. Ihre Mutter gab ursprünglich an, sie sei auf der Straße überfallen worden und als sie wieder zu sich kam, sei das Kind nicht mehr im Kinderwagen gewesen. Die Polizei ging also zunächst von einer Kindesentführung aus und startete eine groß angelegte Suchaktion, bis sie von dem dubiosen Privatdetektiv Krzysztof Rutkowski – gegen ihn wird inzwischen unter anderem wegen des Verdachts auf Anwendung bzw. Androhung von Gewalt beim Verhören von Zeugen ermittelt – auf eine andere Spur geführt wurde.

Rutkowski, der sich mit Einverständnis der Eltern in die Suche eingeschaltet hatte, teilte der Polizei mit, dass Magda’s Mutter ihm gegenüber gestanden hätte, ihre Tochter sei bei einem Unfall im Haushalt gestorben und dass deren Leiche sich in der Nähe eines Flusses in Sosnowiec befinde. Diese Aussage wiederholte die Mutter später bei der Polizei. Vor etwa zehn Tagen wurde der leblose Körper dann in dieser Gegend gefunden. Schnell kam die Frage auf, ob es sich wirklich um einen Unfall oder nicht doch um eine gezielte Tötung durch die Mutter handelte – auch weil die gerichtsmedizinische Untersuchung gegen die Version des Unfalls im Badezimmer sprach. Seit etwa einer Woche befindet sich Magda’s Mutter jetzt in Untersuchungshaft, ihr wird derzeit fahrlässige Tötung des Babys vorgeworfen und drohen bis zu fünf Jahren Haft. Heute findet die Beerdigung der kleinen Magda in Sosnowiec statt – ihre Mutter darf dabei nicht anwesend sein.

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  1. Bartek
  2. Jochen
  3. Jochen

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