Aller guten Dinge sind drei – Do trzech razy sztuka

EM-Spiel im Danziger Stadion 22. Juni 2012. Foto: Polen.pl (MH)

Im Danziger EM-Stadion

(Karlsruhe, CS) Zahlen und Statistiken im Fußball – für den Einen sinnloser Quatsch, für den Anderen bitterer Ernst. Keine Frage, dass wir uns also mit diesem Thema beschäftigen müssen. Wenn man sich die Zahlen und Statistiken der polnischen Fußballnationalmannschaft bei bisherigen EM-Turnieren anschaut, so sieht es eher nach bitterem Ernst aus.

Hier einige Zahlen für unsere Statistikfreunde:

  • Die EM in Frankreich ist das 13. EM-Turnier in der Geschichte
  • Die Polen nehmen erst zum dritten Mal überhaupt an einem EM-Turnier teil
  • Bei ihren bisherigen Auftritten bei einer EM gelang den Polen kein einziger Sieg
  • Ihre Punkteausbeute beläuft sich hierbei auf drei Punkte bei einem Torverhältnis von 3:7
  • Das letzte Mal, dass Polen eine Vorrunde bei einem Fußballturnier überstand, ist 30 Jahre her – damals noch bei der WM 1986 in Mexiko (die Älteren werden sich wohl noch erinnern…)

Und last but not least: Ich als leidgeprüfter aber dennoch trotziger Fan, verfolge die Höhen und Tiefen (diese überwiegen deutlich) der polnischen Nationalmannschaft seit Anfang 2000. Da war die souverän herausgespielte Qualifikation für die WM in Südkorea/Japan 2002, für die WM in Deutschland vier Jahre später, für die EM in Österreich und der Schweiz 2008 und die Überzeugung, dass bei der EM im eigenen Land 2012 sie als Gastgeber zusammen mit ihren erstklassigen Fans im Rücken, gemeinsam Berge versetzen werden. Was aber danach folgte, war der „aufgeblasene WM- bzw. EM-Ballon, der nach der Vorrunde unter großem Getöse geplatzt ist“ – und das mit einer statistisch erwiesenen, hundertprozentigen Sicherheit.

Allen Statistiken und Zahlen zum Trotz

Das einzig Sichere ist, dass mit dem EM-Auftakt das erneut gute Abschneiden in der EM-Qualifikation, der erste Sieg gegen Deutschland aber auch die Niederlage gegen die Niederlande sowie das magere 0:0 gegen Litauen in den letzten beiden Testspielen vor der EM Makulatur sein werden – und das ist auch gut so! Denn im Gegensatz zu den Jahren zuvor hat Polen diesmal eine Mannschaft mit der man rechnen kann. Das Grundgerüst bilden:

  • Die Torhüter Wojciech Szczęsny und Łukasz Fabiański, die bei Vereinen wie Arsenal London oder AS Rom unter Vertrag sind.
  • In der Abwehr warten der aus der Bundesliga bestens bekannte Łukasz Piszczek oder Kamil Glik vom FC Turin.
  • Im Mittelfeld werden Kuba Błaszczykowski, Kamil Grosicki (Stade Rennes) und vor allem Grzegorz Krychowiak (FC Sevilla) die Fäden ziehen damit…
  • … die beiden Stürmer Arkadiusz Milik (Ajax Amsterdam) und natürlich Robert Lewandowski die gegnerische Abwehr ärgern können.

Geführt werden sie vom Trainer Adam Nawałka, dem es offensichtlich liegt, Mannschaften „nach oben” zu führen, die früher niemand auf der Rechnung hatte. So hat er in seiner Zeit als Vereinstrainer den polnischen Traditionsverein Górnik Zabrze wieder in die höchste Spielklasse auf einen sehr respektablen fünften Platz geführt.

Wenn nicht jetzt wann dann?

Die Gruppe mit Deutschland, Nordirland sowie der Ukraine scheint machbar. Polen hat endlich eine Mannschaft, die international konkurrenzfähig ist. Neben den angesprochenen Spielern, die hohes internationales Niveau spielen, warten hungrige Talente (Linetty, Kapustka oder Zieliński), auf ihre Chance, um sich auf einem internationalen Turnier zu beweisen und für Höheres zu empfehlen.

Außerdem scheint diese Zeit gut für Überraschungen zu sein:

Vive Kielce holt als erste polnische Handballmannschaft den Champions League-Titel, die „No-Name“ Fußballmannschaft Piast Gliwice ärgerte die „Großen“ des polnischen Fußballs Legia Warszawa, Wisła Kraków oder Lech Poznań. Lange Zeit waren sie Tabellenführer – letztendlich ging ihnen gegen Ende der Saison die Puste aus und sie wurden zweiter hinter Legia.

Somit ist nun die polnische Nationalmannschaft als drittes Team an der Reihe, für eine Überraschung zu sorgen. Am besten tut sie das wohl während ihrer dritten Teilnahme an einem EM-Turnier.

Denn wie gesagt: Do trzech razy sztuka – oder: Wenn nicht jetzt, wann dann?

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