Alternativen zum Hotel: Günstigere EM-Unterkünfte in Polen

Stadion Narodowy (Nationalstadion) in Warschau. Sektor G. Photo: Polen.pl (BD)

Die richtige Übernachtung zum EM-Fußball in Polen zu finden dürfte gar nicht so schwer sein

(Berlin, JW) Es hat sich, wie vor jeder Europameisterschaft, Weltmeisterschaft oder anderen größeren Veranstaltung, herumgesprochen: Die Hoteliers an den EM-Austragungsorten in Polen haben ihre Preislisten ‚angepasst‘. Das ist nicht anders als in Hannover, wenn die Cebit stattfindet oder in Berlin, wenn die ITB ruft. Soll heißen: Es wird zur EM teurer als sonst, in den Hotels in Gdańsk (Danzig), Warszawa (Warschau), Wrocław (Breslau) oder Poznań (Posen) zu übernachten. Erheblich sogar. Und da die Hotelpreise in diesen Städten ohnehin nicht gerade niedrig sind, kann das durchaus den einen oder anderen Besucher, der noch ein Bild vom ‚Billigland Polen‘ im Kopf hat, negativ überraschen. Schon wer bisher in einer dieser Städte ein Hotelzimmer buchte, musste sich auf Preise einstellen, die denen von Hotels in (eher norddeutschen) Städten ähneln. Um auch weniger betuchten EM-Besuchern eine bezahlbare Unterkunft anzubieten, sind natürlich Alternativen entstanden.

Wohnen in Privatunterkünften

Eine Möglichkeit, noch eine gut gelegene und bezahlbare Unterkunft zu finden, sind Privatunterkünfte. Nun kennt nicht jeder zufällig jemanden in Polen und dann noch in Danzig, Breslau, Warschau oder Posen. Um dennoch eine passende Unterkunft zu finden, gibt es verschiedene Zugangswege.

So hat sich in Danzig – aber mit Einzugsgebiet für ganz Polen – ein Verein begründet, in dem sich Privatvermieter mit ihrer Wohnung eintragen können. Der Verein mit dem Namen ‚Nachbarn für die Spiele 2012‘ bietet eine Online-Datenbank auch in deutscher Sprache, über die die Unterkünfte angeboten werden. Diese ist unter polandaccommodation.eu für Polen und ukraineaccommodation.eu für die Ukraine erreichbar. Unter den, nach Angaben des Anbieters, über 5.000 Betten in mehreren hundert Übernachtungsangeboten finden sich alle Arten von Unterkünften: Von der Wohnung in einer Villa über ein kleines Apartment oder ein Pensionszimmer bis hin zum Wohnwagen. Der Anbieter betont, ein besonders sicheres System geschaffen zu haben, durch das sichergestellt wird, dass es nicht zu Missbrauch kommen kann: Die Unterkunft wird garantiert, die Zahlungen seien abgesichert. Der Grundgedanke, neben der reinen Unterkunftsgewährleistung auch die polnische Gastfreundschaft erlebbar zu machen, klingt auf jeden Fall gut. Gut gefällt uns auch, dass die Vermieter dem Trägerverein keine Gebühr entrichten müssen, wie uns die Initiatoren des Angebots mitteilten. Auch außerhalb der Austragungsorte werden Unterkünfte angeboten, bei einem Erfolg des Konzepts wird darüber nachgedacht, dieses auch nach der EM fortzuführen. Stichproben zeigten, dass richtige Billigunterkünfte auch hier schwer zu finden sind, aber zwischen 20 und 100 Euro gibt es ein recht großes Angebot; die Beschreibung und Bebilderung ermöglicht einen guten Eindruck von der Übernachtungsmöglichkeit. Übrigens: Wer mit größeren Gruppen anreisen möchte, sollte ruhig einmal nach einem Rabatt anfragen.

Damit ähnelt das Konzept des Vereins den kommerziellen Anbietern auf diesem Feld, etwa 9flats, Wimdu oder airbnb. Diese bieten online ebenfalls einen Überblick über Unterkunftsangebote abseits großer Hotels. Darunter sind auch Privatunterkünfte. Die Angebote der drei Anbieter gleichen sich vielfach, aber eine Recherche kann durchaus lohnen.

Fancamps als Alternative

Die nach einem Bierbrau-Unternehmen benannten Fancamps bieten eine preisgünstige Möglichkeit der Übernachtung zur EM, wie das Polnische Fremdenverkehrsamt mitteilte. Die ‚Carlsberg FanCamps‘ in den Austragungsorten kosten ab 35 Euro pro Person und Tag; zu finden sind sie in Warschau, Posen, Breslau, Sopot (Zoppot) bei Danzig und im Nicht-Austragungsort – aber Trainingslager dreier Nationalmannschaften – Kraków (Krakau). Viele tausend Übernachtungsmöglichkeiten sind dort bereitgestellt, allein in Warschau können 5.000 Fußballfreunde nächtigen. Auch Freizeitmöglichkeiten wie etwa künstliche Strände mit Chill-Out-Zonen sind in den Camps vorgesehen. Musik, Basketball, Volleyball und Kickern werden ebenso wie Verpflegungsstände offeriert.

Die Camps in Warschau und Krakau sind vom 7. Juni bis 2. Juli 2012 geöffnet, in den anderen Städten stehen die Übernachtungsmöglichkeiten vom 7. bis 20. oder 25. Juni bereit. Geschlafen wird in Zelten, mobilen Ferienhäusern oder dem selbst mitgebrachten Zelt oder Campingwagen. Toiletten und Duschen stehen zur Verfügung. Inklusive sind auch Frühstück und zwei Flaschen Carlsberg am Tag, die – wen wunderts – den Sponsor stellt.

Weitere Informationen über die gut an Stadien und Fanmeilen angebundenen Camps bietet die Internetseite www.carlsbergfancamp.pl.

Einfach mal außerhalb gucken

Die Geschichte von den irischen Fußballfans, die halb Toruń (Thorn) ausbuchten, bevor die Hotels und Hostels überhaupt ihre Preislisten anpassen konnten, hat zumindest einen wahren Kern: Die Stadt, die kein Austragungsort ist, eignet sich nicht nur für Fans der irischen Mannschaft, da sie verkehrsgünstig gelegen ist und einen guten Ausgangspunkt bietet. Diese Idee zu verfolgen, lohnt sich für sparsame Fans oder solche, die einen Polen-Urlaub anschließen lassen möchten: Einfach einmal ein paar Kilometer weiter weg schauen, dort sinken die Preise mit zunehmender Entfernung.

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