App nach Warschau

Der Kulturpalast in Warschau auf einem I-Pad

Der Kulturpalast in Warschau auf einem I-Pad

(Berlin, AS) Warschau lässt sich nicht in wenige Worte fassen. Es ist eine Stadt der architektonischen Kontraste, ein Mix aus Schlössern, Palästen, Wohnblocks und Wolkenkratzern. Permanent verändern Stararchitekten wie Daniel Libeskind das Stadtbild mit neuen Bauprojekten. Auf den ersten Blick wirkt Warschau oft chaotisch, erst mit dem zweiten Blick lässt sich die vielfältige Atmosphäre der Stadt entdecken. Ordnung in das Chaos bringen die beiden Autoren Magdalena Niedzielska und Jan Szurmant. Im Michael Müller Verlag erschien dieses Jahr in zweiter Auflage ein Reiseführer über Polens Hauptstadt, der jetzt auch als elektronische Version für Windows Phone, iOS und Android verfügbar ist.

Warschau leicht erkunden

Im Vergleich zum konventionellen Reiseführer in Buchformat, bringt die Reise-App einen Vorteil bei der Orientierung in der Stadt. Durch einen GPS-Empfänger weiß man stets, wo man sich gerade befindet und sieht die sich in der Nähe befindenden Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Museen und andere Attraktionen. Diese lassen sich zusätzlich auf der Karte leicht anklicken und man erfährt die wichtigsten Informationen zum Ort. Einzelne Punkte in der Stadt können in einer Favoritenliste gespeichert werden, was ein späteres Wiederfinden erleichtert.

Visuelle und inhaltliche Präsentation

Die graphische Gestaltung des Reiseführers ist wenig innovativ, denn die Illustrationen zeigen eher gewöhnliche Touristenmotive. Die multimedialen Möglichkeiten einer App werden hier noch nicht ganz ausgeschöpft. Jedoch erstaunt die Reise-App mit ihren ausführlichen Informationen. So wird bei dem Museum des Warschauer Aufstands nicht nur auf Öffnungszeiten und Ausstellungsinhalte verwiesen, sondern auch auf die polenweit langen und heftigen Diskussionen um die Frage, ob das Museum historisch korrekt sei. Neben allgemeinen Inhalten zur Anreise, Übernachtungsmöglichkeiten, stadtspezifischen Anekdoten und grundlegenden Informationen von der Stadtgründung bis heute, schlagen die beiden Autoren des Reiseführers zwölf übersichtlich gestaltete Stadtrundgänge mit unterschiedlichem Schwerpunkt vor. Die einzelnen Spaziergänge sind gut gegliedert, informieren nicht nur über die Sehenswürdigkeiten, sondern auch über die Besonderheiten der jeweiligen Stadtviertel. Neben Touren durch die Altstadt und andere bekannte Orte der Stadt, führen andere Spaziergänge an Orte abseits des touristischen Pflichtprogramms. Besonders gelungen ist der Spaziergang in die südliche Innenstadt durch den Wohnbezirk Marszałkowska-Straße, eine Wohnblock-Siedlung im Stil des Sozialistischen Realismus aus den 1950er Jahren. Hier lassen sich auch viele Cafés, Restaurants und Geschäfte finden.

Besonders für Polennovizen

Der Reiseführer von Niedzielska und Szurmant spricht ein breites Publikum an. Alle, die das erste Mal nach Warschau, gar nach Polen fahren, finden in der Reise-App, Film- und Literaturtipps aus dem Kanon polnischer Kulturkenntnisse, können erste Brocken der polnischen Sprache erlernen und werden in die traditionellen Speisen von Barszcz bis Żurek eingewiesen. Für alle, die seit längerer Zeit Polen besuchen, mögen diese Tipps nichts Neues sein. Diese Polenbegeisterten können aber auf ein breites kulturelles Programm und ein vielfältiges kulinarisches Angebot abseits von traditionellen polnischen Restaurants und Milchbars zurückgreifen. Über vegetarisch, vegan, koscher, bis zu arabischen Leckerbissen von Hummus bis Tabouleh, französischen Boulangeries und asiatischen Kneipen, Warschau ist Reich an Attraktionen. Insgesamt ist der Reiseführer jedoch besonders für erste Entdeckungen der polnischen Hauptstadt zu empfehlen.

Städteführer App Warschau MM-City, Jan Szurmant, Magdalena Niedzielska, Michael Müller Verlag, 5,99 bis 8,99 Euro je nach Gerät.

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