Ärzte aus Polen und Deutschland tauschten sich aus

Foto einer Tablettenpackung. Foto: Polen.pl (JW)

Auch Medizin überschreitet Grenzen

(Berlin, JW) Die Auswirkungen des Gesundheitstourismus, aber auch die alltäglichen Probleme von Medizinern sind westlich wie östlich der Grenze oft gar nicht so anders. Während einerseits manch polnischer Patient Interesse an der Nutzung deutscher Gesundheitsangebote hat, fahren viele Deutsche nach Polen, um sich dort preiswerter als in Deutschland behandeln zu lassen. Aber auch der normale ärztliche Praxisalltag ist trotz etwas unterschiedlicher Gesundheitssysteme in Polen und Deutschland in vielen Punkten ähnlich.

Dies war Anlass und Thema zugleich bei einem grenzüberschreitenden Symposium vom 6. bis 8. Oktober in Dresden. Das Symposium findet seit 2001 im zweijährlichen Takt statt. Teilgenommen haben verschiedene Ärztekammern, unter anderem die sächsische, die niederschlesische, die oberschlesische und die Bundesärztekammer. Auch die Politik war vertreten.

Gesundheitsmobilität und Gesundheitstourismus

Ausgehend von der These, dass die Mobilität in Sachen Gesundheitsleistungen weiterhin wächst, wurde die Frage des Umgangs mit dieser Situation erörtert. Ab 2013 wird jeder EU-Bürger sich überall in der Europäischen Union ohne Einschränkungen zum Arzt begeben können, was die ‚Grenzen in der Gesundheitsbranche‘ ähnlich den Auswirkungen des Schengen-Abkommens unmerklicher werden lassen wird. Sowohl die Preisunterschiede aufgrund unterschiedlicher Einkommenshöhen wie auch die teilweise unterschiedlichen Behandlungsansätze müssen dann noch besser koordiniert werden. Die jeweiligen Vorteile der Anbieter in Bezug auf die Kosten, die Qualität oder das Know-how sind dann, so ein Ergebnis der Konferenz, noch besser am ‚Markt‘ verständlich zu machen. Neben der Abgrenzung ist aber auch Zusammenarbeit vorgesehen: Gemeinsame deutsch-polnische Projekte im Gesundheitswesen sollen angeschoben werden, der Erfahrungsaustausch intensiviert.

Weitere Themen des Symposiums waren etwa die ‚Die Rolle der Selbstverwaltung im heutigen Rechtsstaat‘, ‚Die demographische Entwicklung und medizinische Betreuung‘, ‚Der grenzüberschreitende Rettungsdienst‘ oder ‚Polnisch-Deutsche medizinische Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert‘. Interessante Themen aus dem Gesundheitsbereich, die ergänzt wurden von allgemeinen Beiträgen wie ‚Deutsche in Oberschlesien im 19. und 20. Jahrhundert‘. Die Veranstaltung fand in Polen statt, im Schloss Fürstenstein bei Breslau.

Nachbericht in der Ärztezeitung: www.aerztezeitung.de/news/article/674445/deutsch-polnische-aerztefreundschaft-austausch-grenzen.html

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