Auf der Kräuterroute in Südpolen

Asiatische Kräuter und heimische Radieschen - Akikos japanische-polnische Fusionsküche

Die Japanerin Akiko Miwa in ihrem Käutergarten in Südpolen.

(Krakau, HZ) Im Süden Polens laden rund 20 kleine Ökobauernhöfe zum Landtourismus ein. Die Höfe vermarkten sich als Kräuterroute in Małopolska (Kleinpolen). Auf den zumeist zertifizierten Biohöfen treffen traditionelles Wissen um die Kräuter, Kulinarisches, Heilkunst und Wellness-Angebote rund um Kräuter aufeinander.

Zu den Mitgründern der Kräuterroute gehört eine eher ungewöhnliche Gastgeberin: Die Japanerin Akiko Miwa besuchte  Anfang der 1990er Jahre zufällig  die Region Podhale und entschloss sich,  in Harklowa  die Pension „Villa Akiko“ aufzubauen. Heute züchtet die Besitzerin auf Ihrer polnischen Bergwiese traditionelle japanische Gewürz- und Heilpflanzen. Die  Bedingungen dafür sind gut: Die Böden der Region gelten als wenig mit Schadstoffen belastet.

Was die Jahreszeit bietet

Das Besondere: In ihrer Pension serviert die Asiatin ihren Gästen eine einzigartige polnische-japanische Fuionsküche. Praktisch alles, was in ihrem Kräutergarten wächst, landet auf den Tellern der Gäste.

Eingelegt in Salzlake sind Farnknospen eine Delikatesse

Die Japanerin Akiko Miwa sammelt Farnknospen für die Spezialität Kogomi.

Je nach Jahreszeit finden die unterschiedlichste Dinge den Weg in Akikos japanisch-polnische Küche. Was vielen Deutschen im Frühjahr die Delikatesse Spargel  ist, ist für Japaner Kogomi:  Die ganz jungen, noch eingerollten Knospen von Farn  – nur eine Art, der Straußenfarn, ist essbar – werden direkt nach dem Pflücken in einer Salzlake eingelegt und dann leicht mariniert gegessen. Was ursprünglich ein Essen armer Menschen in Japan war, gilt heute als Delikatesse, wohl auch weil man zu viel davon nicht zu sich nehmen sollte, denn die Farnknospen gelten bei übermäßigem Verzehr als krebserregend.

Besonders reichhaltig ist die Küche natürlich im Sommer. Dann werden unterschiedlichste wildwachsende Köstlichkeiten wie Holunderblüten und Gemüse aller Art frisch geerntet im dünnen Teigmantel zu japanischem Tempura ausgebacken.  Traditionell polnische Schweinekoteletts kommen natürlich auch auf den Tisch: Zubereitet werden sie von Akiko mit eine spezieller Teriyaki-Soße, das sie aus ihrem Lieblingskraut Shungiku, den Blättern der japanischen Speisechrysantheme, herstellt. Auch hierfür muss Akiko nur in den Garten gehen. Für den Wintervorrat wird es eingelegt.

Natürlich fehlt auch Sushi nicht: Die Algenblätter kommen natürlich aus Japan und beim Fisch stammt nur die Forelle aus Polen. Doch alle Gewürze und Kräuter kommen aus ihrem Garten: So gibt Shiso, ein Nesselkraut, den minzigen Geschmack.  Andere Arten werden mit Miso, einer Sojapaste, und den jeweils vorhandenen Kräutern mariniert.

Im Herbst sammelt Akiko im Wald frische Pilze und bereitet daraus Nabeyaki Udon, eine klassische japanische Nudelsuppe, zu. Auch hier stammt alles aus ihrem Garten, außer den Algen, die sie aus Japan bezieht.

Fest der Kräuter des Kaisers

Einmal im Jahr feiert die Japanerin Nanakus, das Fest der Kräuter des Kaisers: Dann werden in einen traditionellen Reisbrei noch sieben besondere Wildkräuter wie Wasserfenchel, Hirtentäschelkraut und Vogel-Sternmiere gemischt.

Heimische und asiatische Kräuter in Südpolen

Kräuter aus Südpolen

Ein Brauch, der Langlebigkeit und Gesundheit sichern soll.  Akiko kennt aber auch die Heilwirkung der meisten heimischen polnischen Heilkräuter: wie Salbei, Lavendel, Johanniskraut, Lungenkraut oder Schachtelhalm.

Die weltweit wohl bekanntesten polnischen Grashalme, das Mariengras, wachsen auch in den Kräutergärten in Südpolen: Es wird in Polen auch Żubrówka – Büffelgras – genannt. Nur ein einziger Halm pro Flasche verleiht dem gleichnamigen berühmten Wodka Geschmack und Namen.

 

Weitere Informationen:

Die Anreise ist über Krakau (Flugzeug, Bahn) und weiter mit einem Mietwagen zu empfehlen. Abholung in Harklowa durch Akiko Miwa mit dem Geländewagen. In ihrem Holzhaus haben die Gäste in 12 eher einfachen Zimmern Platz.

Kontakt (auf Englisch, Japanisch oder Polnisch): Akiko Miwa, Os. Ariake 1, Dębno Harklowa, Tel: 0048-18-275 17 28, Mail: akiko@akiko.pl , www.akiko.pl
 
Informationen über die Kräuterroute in Kleinpolen (in polnischer Sprache): www.agroturystyka.wrotamalopolski.pl

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  1. Jochen
  2. Hartmut

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