Aufgewärmte Buletten

Foto eines Hamburgers mit Pommes Frites auf dem Essenstisch. Foto: Polen.pl (JW)

Kein Fan von Buletten: Finanzminister Rostowski

(Toruń, JE) Es ist nicht ganz klar, woran genau Finanzminister Rostowski dachte, als er die Pläne zur gemeinsamen Wirtschaftsregierung der Eurostaaten, die Merkel und Sarkozy kürzlich in Paris vorstellten, odgrzewane kotlety nannte. Vermutlich recht trockene und unappetitliche Buletten vom Vortag, wie sie in jeder schlechten deutschen Imbissbude zu finden sind. Das polnische Äquivalent zur in Deutschland verehrten Frikadelle heißt nämlich – seltsamerweise – kotlet mielony.

„Sie werden sich zweimal im Jahr treffen, Kaffee trinken und sagen, das ist eine Wirtschaftsregierung“, zitiert tokfm.pl den Minister. Rostowski kritisierte das Vorhaben Deutschlands und Frankreichs heftig. Er hätte sich eine stärkere Integration der Eurozone gewünscht, um die Probleme der Gemeinschaftswährung effektiver zu bekämpfen. Denn die Turbulenzen des Euros würden sich derzeit auch negativ auf den polnischen Złoty auswirken.

Rostowskis Aussagen kann man auch als Ausdruck von Nervosität deuten. Polen droht zusätzlich zum schwachen Zloty ein Abflauen des Wirtschaftswachstums. Weltweit sind die ökonomischen Aussichten trübe. Die Schuldenkrise der Eurostaaten führt letztlich auch dazu, dass die europäischen Subventionen für Polen geringer ausfallen. Das tut der polnischen Wirtschaft weh. In dieser Situation könne man nicht davon ausgehen, dass Polen erneut eine ‚grüne Insel‘ bilden wird, schreibt die Rzeczpospolita.

 

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  1. Pole
  2. Jochen

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