Aus aktuellem Anlass: Unabhängigkeitstag

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Eng mit der polnischen Unabhängigkeit 1918 verbunden ist Jozef Pilsudski. Hier: Denkmal in Warschau.

(Toruń, JE) Der Unabhängigkeitstag am heutigen 11. November ist in Polen ein nationaler Feiertag. Er geht, wie wir schon im letzten Jahr schrieben, auf das Ende des 1. Weltkrieges 1918 zurück. Für viele Polen ist er ein Anlass, den eigenen Patriotismus zu demonstrieren. In fast allen Städten finden Feierlichkeiten statt. So weit, so gut. Doch dabei bleibt es leider in der Regel nicht.

Der 11.11. wird traditionell instrumentalisiert von rechtsextremen Gruppierungen, die auch dieses Jahr wieder zu Kundgebungen und ‚Unabhängigkeitsmärschen‘ aufrufen. Zu den bekanntesten Organisationen zählt die ONR (Obóz Narodowy-Radykalny). Unter die Rechtsextremen mischen sich für gewöhnlich Hooligans und Pseudo-Fans der polnischen Fussballvereine, wobei die Übergänge fließend sind. Jahr für Jahr wird auf diesen Märschen nationalsozialistisches Gedankengut verbreitet, das sich nicht selten auf deutsche Vorbilder beruft.

Der größte von rechtsextremen Organisationen initiierte ‚Unabhängigkeitsmarsch‘ findet regelmäßig in Warschau statt, in diesem Jahr treffen sich die Mitglieder und Sympathisanten von ONR und Młodzież Wszechpolska um 15 Uhr am Plac Konstytucji. Zur Gegendemonstration bzw. Blockade des Marsches ruft ein breites Bündnis aus linken Gruppen sowie beispielsweise der antifaschistischen Organisation Nigdy Więcej („Nie wieder“) und des Gewerkschaftsbundes OPZZ auf. Ähnliche antifaschistische Gegendemonstrationen werden glücklicherweise in den meisten größeren Städten erwartet. Es bleibt zu hoffen, dass der heutige Tag weitgehend friedlich bleibt, sicher sein sollte man sich da allerdings nicht.

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