Austausch- und Begegnungsprojekte bieten noch kurzfristig freie Plätze

Eastside Gallery in Berlin. Photo: Polen.pl (JW)

Viele der angebotenen Seminare und Workshops finden in und um Berlin statt (hier: Eastside-Gallery)

(Berlin, JW) Mehrere interessante Begegnungs-, Austausch- und Wissenschaftsprojekte zwischen Polen und Deutschland offerieren zurzeit noch freie Plätze. Die Zielgruppen der Programme sind zwar unterschiedlich, gemein haben die Programme jedoch, dass sie sich mit der gegenseitigen Beschäftigung der Kulturen der Nachbarländer auseinandersetzen. Nicht alle, aber einige Programme haben Europa als Anknüpfungspunkt; aber auch interessante spezifische Themen sind darunter.

An deutsch-polnischem Austausch interessierte Menschen sollten einfach einmal durchschauen, ob etwas Interessantes für sie dabei ist: Die Programme sind allesamt hochwertig und dank Förderung auch für junge Menschen erschwinglich.

Erinnerungskitsch und Gedenkrituale – Deutsch-Polnische Begegnung in Buchenwald

Seminare zum Thema ‚Erinnerung‘ gibt es zahlreiche. Doch das Programm der Gedenkstätte Buchenwald geht über das Standardrepertoire hinaus. Unter der Überschrift ‚Erinnern und bewahren – Pflicht oder Last? Deutsche und Polen zwischen Gedenkritualen, Identitätsbildung und Erinnerungskitsch‘ finden sich vom 30. April bis zum 4. Mai 2011 rund 20 interessierte Studierende in Weimar ein. Eine kurzfristige Anmeldung ist noch möglich.

Man fragt sich oft, warum das Verhältnis zwischen Deutschen und Polen oft noch schwierig ist. Damit beschäftigt sich dieses Seminar: Viele Gründe liegen in der Geschichte – und im Umgang mit der Geschichte. Die deutsche wie die polnische Gesellschaft sind in ihrem Selbstverständnis besonders durch den Zweiten Weltkrieg geprägt. Daher werden diese Gründe in Bezug auf das Erinnern, Bewahren und Vergessen im Projekt untersucht und gemeinsam betrachtet. Der Ort der Veranstaltung ist natürlich nicht zufällig gewählt, ist er doch geradezu symbolhaft für Erinnerungskultur. Intensiv wird man sich in der Arbeit mit den Aussagen der Mahnmale und Gedenksteinen beschäftigen, auch auf den unterschiedlichen Ebenen vom Auftraggeber bis hin zum Gestalter oder Architekten. Auch Reden, die an Jahrestagen und Gedenktagen gehalten werden, Gedenkrituale und der praktische Umgang mit Opfern sind Bestandteil des Seminarprogramms. Abgerundet wir das Programm mit Stadtbesichtigungen, Begehungen und einen Besuch am Erinnerungsort ‚Topf und Söhne‘.

Weitere Informationen können über Ramona Bräu M.A. (ramona.braeu@uni-erfurt.de) oder Jan Malecha (jmalecha@buchenwald.de) angefordert werden. Teilnahmegebühren fallen nicht an, die Unterbringung und Verpflegung wird gestellt. Fahrtkosten müssen selbst getragen werden.

Foto-Seminar in Potsdam und Berlin

Unter dem Titel ‚Bin ich Europa?‘ findet vom 9. bis 14. Mai 2011 ein ‚fotographisches Entdeckungsseminar‘ in Potsdam und Berlin statt. Veranstalter sind der HochDrei e.V. und ‚Feniks‘, ein Verein zur Förderung der Jugendarbeit. Das Seminar richtet sich an junge Menschen aus Polen und Deutschland. Mit der Kamera soll auf Spurensuche gegangen werden, insbesondere zu Themen rund um die Immigration. So sollen nicht nur Menschen, sondern auch mit der Immigration in Verbindung stehende Gegenstände vor die Linse kommen. Was dabei in digitalen oder physischen Bildern festgehalten werden wird, erwarten wir auf jeden Fall mit Interesse.

Methodisch soll das Seminar keine reine ‚Fotolehre‘ sein, sondern auch Exkursionen und eine Fotorally erwarten die Teilnehmer. Selbige sollen gleich doppelt davon profitieren: Sowohl als berufliche Qualifizierung als auch hinsichtlich der persönlichen Weiterentwicklung hinsichtlich der Fähigkeit, mit Vielfalt und Unterschiedlichkeit umzugehen.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung gibt es unter  http://www.hochdrei.org/programm/de_datei.php?ID=155 – Kostenbeitrag: 50 Euro (beinhaltet Programm, Übernachtung, Verpflegung, Übersetzung sowie ein BVG – Ticket-Berlin-Potsdam)

Europa erleben: Internationaler Generationendialog

Alle Altersgruppen zwischen 19 und 99 Lebensjahren aus den Ländern Polen, Frankreich und Deutschland kommen bei einer Begegnung in der Internationalen Begegnungsstätte Kreisau zusammen. Das ist der Nähe Wroclaws (Breslaus) gelegene, für seine guten Programme bekannte, Begegnungshaus möchte mit dieser Veranstaltung nicht nur zwischen den drei eingeladenen Nationen vernetzen, sondern auch zwischen den Generationen. Dies geschieht vom 14. bis 20. Mai 2011 in Form von modernen didaktischen Methoden wie etwa Sprachspielen, Diskussionsrunden und Workshops. Themen sind dabei sehr offen gehalten: Ob Geschichte, die eigene Biographie oder der eigene Alltag – alles ist erlaubt. Fremdsprachenkenntnisse sind nicht erforderlich, für die dennoch funktionierende Kommunikation wird vom Veranstalter gesorgt. Insgesamt werden 24 Teilnehmer erwartet.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung gibt es unter http://www.intergenerationes.eu oder http://www.krzyzowa.org.pl – Kostenbeitrag 100 Euro (bis 35 Jahre), 200 Euro (ab 35 Jahre), inklusive Unterkunft, Verpflegung, Programm und Erstattung der Fahrtkosten bis maximal 200 Euro.

Trinationales Projekt zur Erstellung eines Audioguides

Wie auch das Foto-Seminar wird das Projekt zum Audioguide vom Verein HochDrei e.V. angeboten. Es findet in Potsdam statt. Spannend ist der avisierte Teilnehmerkreis: Menschen aus Polen, den USA und Deutschland – verschiedenen Alters – sind adressiert. Ihre Aufgabe ist ebenfalls interessant: Entstehen soll ein akustischer Reiseführer – ein Audioguide – der Potsdam vorstellt. Dieser soll dreisprachig in Deutsch, Englisch und Polnisch herausgebracht werden. Schwerpunktthemen sollen Entdeckungen abseits der vielfach in anderen Reiseführern beschriebenen Pfade durch Potsdam sein, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Kultur. Durch die Arbeit in länderübergreifenden Teams wird auch die ‚Arbeit‘ zu einer interessanten Aufgabe mit der fast zu erwartenden Entdeckung von überraschenden Unterschieden und auch Gemeinsamkeiten der Kulturen.

Die Veranstaltung findet vom 19. bis 23. Mai 2011 statt und wird auch von ‚Feniks“, dem Jugendförderungs-Verein unterstützt. Außerdem ist die ‚University of Minnesota Duluth‘ ein Kooperationspartner. Gefördert wird das Projekt vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk, was den günstigen Preis für Teilnehmer ermöglicht. Wichtig zu wissen: Fremdsprachenkenntnisse müssen die Teilnehmer dank der Übersetzung durch Sprachmittler im Projekt nicht mitbringen.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung gibt es unter http://www.hochdrei.org/programm/de_datei.php?ID=164 – Kostenbeitrag: 50 Euro (beinhaltet Unterkunft, Verpflegung, Programm und pädagogischer Begleitung)

Polen und Deutschland und die Europäische Union

Ein englischsprachiges Seminar für Studierende aus Polen und Deutschland bietet die Europäische Akademie Berlin e.V. vom 13. bis 16. Mai 2011 an. Die europäische Perspektive der beiden Länder aufeinander und im gesamten EU-Kontext stehen im Fokus des Programms, das sich mit dem Programmnamen ‚Task Force for the EU‘ präsentiert. Polens Rolle als ’neues‘ EU-Mitgliedsland und Deutschlands Rolle als ‚alter Hase‘ in der EU werden beleuchtet. Welche Konsequenzen die unterschiedlichen Erfahrungen, Hintergründe und Interessen mit sich bringen, wird in Diskussionen und Workshops behandelt werden. Auch die aktuellen Krisen – auch in anderen EU-Staaten – werden dabei natürlich nicht außen vor gelassen. Mögliche Ableitungen der Erkenntnisse für Maßnahmen, die Meinung und den Kenntnisstand zur EU zu verändern, sollen in einem Themenkomplex vornan stehen.

Nicht zuletzt wird auch Berlin als Deutsch-Polnische Metropole von den Teilnehmern der Tagung entdeckt und erlebt werden. Sprich: Das gemeinsame Erleben Berlins soll die theoretische Arbeit ergänzen.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung gibt es unter http://www.eab-berlin.eu oder per E-Mail unter p7@eab-berlin.eu – Kostenbeitrag: 49 Euro (bis 30 Jahre), dieser Beitrag beinhaltet Unterbringung, Verpflegung, Imbisse und das Programm.

Strategiepapier für Europa: Junge Experten im Dialog

Der Workshop richtet sich an junge Europa-Experten aus Polen, Deutschland und anderen Staaten. Was die ‚Young Professionals‘ auszeichnen soll, ist vor allem die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit europäischen oder deutsch-polnischen Fragen. Aus welcher Disziplin die Experten stammen, ist dabei vermutlich nachrangig: Sowohl Kultur, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sind prägende Themenbereiche der Tagung. Der Titel ‚Deutsch-Polnische Impulse für Europa‘ kennzeichnet bereits, was das Ziel der Veranstaltung sein soll: Das Erstellen eines Strategiepapiers für zukünftige Felder der deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Dieses wird anschließend auch für die Beratung von Entscheidungsträgern verwendet. Anlass, sich gerade in 2011 mit Überlegungen zu neuen Impulsen zu beschäftigen, ist das 20. Jubiläum des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags.

Veranstalter sind die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP), das Polnische Institut in Berlin und die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.  Stattfinden wird das Seminar vom 18. bis 21. Mai in Berlin im Workshop-Format und – Fremdsprachenkenntnisse sind daher nicht zwingend – Simultanübersetzung. Wer teilnehmen möchte, muss sich bewerben.

Weitere Informationen zum Programm und zur Bewerbung sind unter http://berlin.polnischekultur.de/index.php?navi=013&id=634 abrufbar oder unter E-Mail quirin@dgap.org anzufordern. Kostenbeitrag: Keine Kosten. Reisekosten können unter bestimmten Voraussetzungen erstattet werden.

Leiter und Teamer für deutsch-polnische Jugendbegegnungen

Die CBI e.V. mit Sitz in Göttingen führt seit vielen Jahren deutsch-polnische Begegnungsprojekte durch. Auf diese Erfahrung und die zahlreichen Kontakte zu Partnerorganisationen können auch Interessierte zugreifen: Wer sich vorstellen kann, ein deutsch-polnisches Begegnungsprojekt durchzuführen, findet bei dem bundesweit tätigen Verein eine gute Infrastruktur vor, so dass viele Vorarbeiten unterstützt werden, administrative Aufgaben erledigt und wertvolle Kontakte genutzt werden können.

Weitere Informationen finden sich unter http://www.acs-cbi.de

 

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