Bahnverbindung Dresden – Wrocław: Elektrifizierung in Sicht

Der Regionalexpress aus Wrocław trifft abends im Dresdener Bahnhof Neustadt ein.

Der Regionalexpress aus Wrocław trifft abends im Dresdener Bahnhof Neustadt ein.

(Dresden, KS) Die Bahnverbindung zwischen Dresden und Wrocław (Breslau) entwickelt sich gut. Die Zahl der Passagiere, die täglich im Regionalexpress die Grenze bei Görlitz überqueren, ist im vergangenen Jahr um zwanzig Prozent gestiegen. Bei der Deutschen Bahn ist man zuversichtlich, dass der grenzüberschreitende Betrieb eine Zukunft hat. „Grundsätzlich sind wir uns mit unseren polnischen Partnern darüber einig, diese Linie weiter zu betreiben“, so ein Sprecher des Verkehrsbetriebes Südostsachsen der DB Regio. Allerdings sei die Planung schwierig, da die polnischen Partner immer nur für sechs Monate eine Zusage machten.

Die positive Zahlen nähren Hoffnungen auf eine Fernverkehrsverbindung zwischen Mitteldeutschland über Dolny Śląska (Niederschlesien) bis in die Städte Katowice (Kattowitz) und Kraków (Krakau). Nach Meinung der Bahn ist derzeit das Fahrgastaufkommen dafür jedoch noch nicht hoch genug. Erschwerend kommt hinzu, dass die Strecke zwischen Dresden-Klotzsche und Węgliniec (Kohlfurt) noch immer nicht elektrifiziert wurde, so dass der Einsatz von im Personenfernverkehr üblichen E-Loks nicht möglich ist.

Gelder für Vorplanung bereitgestellt

Doch es kommt Bewegung in die Sache. Der Sächsische Landtag hat im Doppelhaushalt 2013/2014 zwei Millionen Euro für eine Vorplanung der Elektrifizierung auf deutscher Seite bereitgestellt. Und in Polen wartet man ohnehin nur noch auf das Signal aus Deutschland, um mit dem elektrischen Ausbau von Węgliniec bis zur Grenze zu beginnen.

Zudem wird seit Beginn des Jahres das Neißeviadukt über die Grenze bei Görlitz von der polnischen PKP saniert und für eine Elektrifizierung vorbereitet. Noch im Herbst diesen Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, bis dahin erfolgt der Bahnbetrieb mit sechs täglichen Zügen noch einspurig. Die symbolträchtige Brücke war im zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht zerstört und in den fünfziger Jahren unter polnischer Leitung wieder in originaler Form aufgebaut worden.

Die Hauptbögen des Neißeviaduks bei Görlitz.

Die Hauptbögen des Neißeviaduks bei Görlitz.
Attribution: Albrecht Conz at the German language Wikipedia

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  1. halina

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