Barrierefreie Fahrt ins Fußballstadion bleibt fraglich

Bus mit Erleichterungen für Behinderte in Polen. Photo: Polen.pl (BD)

Bus mit Erleichterungen für Behinderte in Polen. Photo: Polen.pl (BD)

(Warschau, BD) Die Einhaltung der Rechte körperlich beeinträchtigter Menschen in Polen wird noch eine Weile ein aktuelles Thema bleiben. Viele Barrieren stehen einem unkomplizierten Alltag – beispielsweise für Rollstuhlfahrer – noch im Weg. Der Weg zu idealen Voraussetzungen, in denen Menschen mit Behinderungen Chancengleichheit in allen Belangen des täglichen Lebens erfahren können, ist in Polen noch etwas weiter.

Ich möchte mich hierbei auf eine kurze Analyse der Bewegungsfreiheit der Menschen mit einer körperlichen Behinderung beschränken. Auch angesichts der kommenden Fußball-EM 2012 stellt sich beispielsweise die Frage: Wie kommt ein Rollstuhlfahrer von seinem Hotel oder seiner Jugendherberge in sein Fussballstadion? Werden die Voraussetzungen dann dergestalt sein, dass weitgehend brauchbare Zugänglichkeit der öffentlichen Plätze und Verkehrsmittel besteht?

Eine eindeutige Antwort ist nicht möglich. Generell ist die Barrierefreiheit in größeren Städten weiter gediehen als auf dem Lande. In Warschau, Breslau oder Danzig beispielsweise sind die Busse des öffentlichen Nahverkehrs in vielen Fällen bereits für einen schnellen Einstieg vorbereitet (siehe Foto). Viel schlechter sieht es schon aus bei den Zügen. Nur die – raren – modernen Züge bieten eine breite, tiefliegende Tür. Die verbreiteten alten Modelle machen einen schnellen Zustieg für Menschen mit Behinderung zu einem Vorhaben, das ohne fremde Hilfe kaum gelingen kann.

Viel chaotischer sieht es bei den Bahnhofsanlagen selbst aus. Vielfach sind weder die Höhe der Bahnsteige angepasst, noch gibt es Aufzüge oder automatische Treppen. Die Flughäfen sind schon einen Schritt weiter: Toiletten, Aufzüge und Transportwege sind durchweg modernisiert und funktionieren; hier gibt es wenige Hindernisse.

Wer also eine Reise plant, sollte sich bereits im Vorfeld beim Hotel und gegebenenfalls bei den geplanten Verkehrsmitteln erkundigen, ob ein barrierearmer Zustieg und eine vernünftige Nutzbarkeit gegeben ist. Unangenehme bauliche Überraschungen gibt es leider noch allzu oft. Manche Hindernisse im polnischen Alltag sind immer noch so hoch, dass nicht einmal die Hilfe hilfsbereiter Mitmenschen ausreicht, um ‚gut durchzukommen‘.

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