Berlin: Veranstaltungen zum Nationalsozialismus und zur Vertreibung

Museumsinsel in Berlin, Bode-Museum. Foto: Polen.pl (JW)

Interessante Veranstaltungen im September in Berlin

(Berlin, JW) Zwei interessante Termine eröffnen den Veranstaltungs-September 2012 in Berlin. Unter anderem findet am 3. September unter dem Titel ‚Ordnungsgemäße Überführung – Die Vertreibung der Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg‘ eine Buchvorstellung mit anschließender Diskussion statt. Dabei geht es um das kontroverse Thema der Vertreibung, das der in den USA lehrende Historiker und Autor Ray M. Douglas (Irland) beleuchtet. Seine historische Gesamtdarstellung widmet sich auch dem Leid der Vertriebenen, dass der Wunschrealität der ‚ordnungsgemäßen Überführung‘ bei der Umsiedlung deutlich widersprach. Die Diskussion führt ebenfalls ein Historiker, Michael Schwartz, der in Kürze ein Werk über die Gesamtgeschichte ethnischer Säuberungen in Europa vorstellt. Moderiert wird durch den Direktor  der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Neumärker.

Veranstaltungsort ist das Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums (DHM) im ‚Forum Zeitgeschichte Berin‘ (Unter den Linden 2, 10117 Berlin-Mitte/Eingang Spreeseite). Los geht es am 3. September um 18 Uhr. Anmeldungen sind erforderlich, und zwar unter 030 206 29-11 per Telefon, 030 206 29-98 per Telefax oder per E-Mail an veranstaltungen@sfvv.de

Die Lesung mit Diskussion gibt den Auftakt einer Veranstaltungsreihe des Alliierten Museums, des Deutschen Historischen Museums, des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst sowie der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

Zeitzeugengespräch am 5. September 2012

Am 5. September findet ein Zeitzeugengespräch statt. ‚Und wenn wir sie rauben oder stehlen müssten‘ ist der Titel, das Thema ist die Zwangsgermanisierung polnischer Kinder durch die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkrieges. Man geht von rund 20.000 Kindern aus, die in diesem Rahmen ‚umerzogen‘, in Heime gebracht, zwangsadoptiert und verschleppt wurden. Selbst Kinder, die nach dem Krieg nach Polen zurückkehren konnten, litten sehr darunter: Dort fanden sie oft keine Angehörigen mehr vor. Die Zeitzeuginnen Anna Berezowska und Barbara Paciorkiewicz gehen an diesem Termin ins Gespräch mit der Historikerin Iris Helbing.

Veranstaltungsort ist die Landesvertretung Bremen (Hiroshimastr. 22, 10785 Berlin), los geht es am  5. September 2012 um 19 Uhr. Anmeldungen sind telefonisch unter  030 25 92 97-49 oder per Fax unter 030 25 92 97-11 möglich, per E-Mail unter veranstaltungen@stiftung-evz.de. Veranstaltet wird das Gespräch von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft in Kooperation mit der Botschaft der Republik Polen und der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“.

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