Betrugshotels in Zakopane: Urlaub im Nirgendwo

Das Hotel, das es nicht gibt: Golden Palace in Zakopane. Quelle: die homepage

Das Hotel, das es nicht gibt: 'Golden Palace' in Zakopane. Quelle: Homepage des angeblichen Golden Palace

(Warschau, BD) Die polnische Tagespresse berichtete in den vergangenen Tagen über einige Betrugsfälle an Touristen. Insbesondere Urlauber, die ihre Ferien in der polnischen Wintersporthochburg Zakopane verbringen wollten, wurden Opfer der findigen Betrugsmasche. Über die ‚Hotel-Abzocke‘ berichteten verschiedene Medien, unter anderem das Vorkarpaten-Wochenblatt (Link). Da der Betrug nun öffentlich ist, dürfte die Betrugsmethode schwieriger geworden sein. Es ist aber nicht auszuschließen, dass nun auch an anderen Orten versucht wird, leichtgläubigen Urlaubsreisenden das Geld ohne Gegenleistung aus der Tasche zu ziehen.

Buchung im Nirgendwo

Der Betrug funktioniert dank der positiven Erfahrungen, die viele Menschen mit Internetbuchungen gemacht haben; die Betrüger nutzen den Vertrauensvorschuss, den Online-Hotelbuchungen aufgrund vieler seriöser Anbieter haben.

Wer einen Urlaub, beispielsweise in Zakopane, verbringen möchte, beginnt oft mit der Suche nach einem Hotel im Internet. Die Homepage des Golden Palace Hotels in Zakopane macht einen guten Eindruck: Das Haus im Wintersportort bietet demnach 4 Sterne, Spa und sieht – schenkt man dem Foto auf der Internetseite Glauben – auch modern und schick aus. Dazu gibt es im Internet eine typische, etwas sparsame Objektbeschreibung und weitere einladende Photos. Die Preise: Attraktiv, aber noch realistisch. Auf den ersten Blick ein gutes Angebot, das nichts Böses erahnen lässt.

Etwas auffällig ist vielleicht die Größe des Hotels, den so ein großes Hotel hätte man vorher – wenn man schon einmal vor Ort war – doch sehen müssen. Ortskundige wundern sich vielleicht auch noch über die Adresse: Die Tuwima-Strasse mit der Hausnummer 28 gibt es nicht, die Straße hat keine solche Hausnummer.

Dennoch sind einige Urlauber nach Ansicht der Internetseite schnell zur Buchung geschritten und haben eine Anzahlung auf das angegebene Bankkonto getätigt. Deren Geld war dann weg, aber ohne Urlaub: Denn das Hotel existiert nicht und die Geldempfänger sind längst über alle Berge.

Kazimierz Pietruch, Pressesprecher der Polizei in Zakopane wird damit zitiert, dass andere Betrugsanzeigen die Objekte in der Straße ‚Aleja 3 maja‘ und der ‚Droga do Tadziaków‘ betreffen. Der jeweilige Schaden reiche von 350 bis 1000 Złoty, informiert die Wochenzeitung Tygodnik Podhalański.

Auf den ersten Blick alles okay: Die Zimmer des fiktiven Hotels

Auf den ersten Blick alles okay: Die Zimmer des fiktiven Hotels

Vorsicht bei Direktbuchungen mit Anzahlung

Tipps, wie man solche unangenehme Überraschungen vermeiden kann, sind nicht gerade neu: Vor der Buchung sollte man sich über die Seriosität des Hotels oder der Pension informieren. Das ist meist – auch im Internet – ziemlich einfach und schnell gemacht.

Das Durchsehen eines Verzeichnisses aller legalen Objekte ist vorher empfehlenswert. In Zakopane gibt es so etwas, unabhängig davon, ob es sich um ein großes Hotel oder einen winzigen Familienbetrieb mit drei Zimmern handelt, auf der Internetseite der Stadt unter www.zakopane.pl. Dazu bietet es sich an, in den einschlägigen Bewertungsportalen nachzusehen, ob eine glaubwürdige und nennenswerte Bewertungsanzahl vorhanden ist. Auch ein Anruf vor Ort oder die Nutzung einer übergreifenden Buchungsmaschine kann mehr Sicherheit bringen.

Unsere Tipps:

  • Leisten Sie nie eine Anzahlung, wenn Sie nicht sicher sind, dass die Objekteigentümer vertrauenswürdig sind
  • Beachten Sie, dass eine grosse Mehrheit der großen Objekte via Buchungsmaschinen erreichbar sind. Eine Vorab-Anzahlung erfolgt dort nur sehr selten und ist teilweise versichert

Objekt-Datenbank auf der Homepage der Stadt Zakopane: www.zakopane.pl

Weitere Informationen zu den Vorfällen auf Polnisch: www.tygodnikpodhalanski.pl

 

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  1. Andreas Schwarze

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