Buchrezension: So dunkel die Nacht

Cover des Buchs "So dunkel die Nacht" aus dem Prospero-Verlag. Quelle: Prospero-Verlag

Anregende Krimi-Lektüre aus Polen

(Salzburg, HH) Das zweite Buch von Izabela Szolc aus der Krimi-Trilogie*, „So dunkel die Nacht“ (2010) wurde ins Deutsche übersetzt und es ist vor Kurzem im PROSPERO-Verlag erschienen. Diesmal ermittelt die Kommissarin Anna Hwierut in Warschau in Sachen dreier brutaler Morde an jungen Frauen. Es geht um sogenannte Ritualmorde: Dem Opfer wird die Kehle durchgeschnitten, es wird an den Beinen aufgehägt, das Opfer blutet aus.Die Autorin deckt nicht nur die Täter auf, sie stellt auch die gesellschaftlichen, kulturellen Strukturen und Institutionen an den Pranger.

Familiäre, starre Patriarchaltraditionen, die später im Schulsystem, bei der Polizei oder in kirchlichen, karitativen Stiftungen ihre Wiederspiegelung finden, werden mit all ihren Konsequenzen beschrieben. Um die Spannung und das Wissen des Lesers zu steigern, werden Dokumente eingeführt, die die Anatomie eines Psychopathen-Serienkillers beschreiben.

Ob Warschau, Wien oder London; Verbrechen passieren überall in der Welt. Das fatale ist, dass die Täter meistens ganz normal neben uns leben und sogar sehr gut anziehend ausschauen. Sie suchen ihre Opfer sehr genau aus und wählen dann ihre ‚Schäfchen‘ aus, die dem Sog des Bösen nicht mehr entkommen können: So dunkel die Nacht, so dunkel ist die menschliche Seele…

Mein erstes Buch von Izabela Szolc

Das Buch ist mein erstes Treffen mit Izabela Szolc. Sie porträtiert ihre weiblichen Figuren besonders einfühlsam, mit kurzen Sätzen, die so formuliert sind, dass der Leser nah dem Geschehen ist. Mann kann es  förmlich ‚riechen‘, was geschieht. Eindrucksvoll.

Anna Hwierut,die ermittelnde Kommissarin, agiert in ihrer täglichen Arbeit als eine souveräne und starke Persönlichkeit. Wenn wir jedoch ihr privates Leben geschildert bekommen, erfahren wir , dass sie eine sensible Frau ist und bereits mit Gewalt, Trauer und anderen Unzulänglichkeiten im Lebem konfrontiert wurde. Dazu gehören der frühe Tod der Mutter, das Dasein als Alleinerzieherin und die Trennung vom pubertierenden Sohn, der zu den Grosseltern zieht.

Die Story behält bis zum Ende ihre Spannung. Zuerst werden zwei weibliche Opfer aus dem Rotmilieu gefunden. Dann endeckt man aber ein totes Mädchen aus der Mittelschicht, eine hochbegabte Schülerin. Es wird sogar ein Polizist in die Morde verwickelt. Die Täter sind vorwiegend Männer, sagen die Kriminalchroniken. Auch bei diesen Ritualmorden? Aufregend bis zum überraschenden Finale!

Ich freue  mich schon auf das dritte Buch!

 

Weitere Informationen beim Verlag: www.prospero-verlag.de

*Titel der Krimi-Trilogie:

– „Ein stiller Mörder“ (2008)

– „So dunkel die Nacht“ (2010)

– „Aus fremder Hand“ (2013)

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Comments
  1. Martin

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