Co się dzieje? Deutsch-polnische Termine im Januar 2013

Storchennester sieht man in Polen sehr oft. (AF)

Storchennester sieht man in Polen sehr oft. (AF)

(Pforzheim, JW; Dülmen, AF) Das Redaktionsteam von Polen.pl wünscht seinen Lesern und Leserinnen ein gutes neues Jahr! Anfang 2013 gibt es wieder viele verschiedene deutsch-polnische Termine. Da ist bestimmt für jeden etwas dabei!

Ergänzungen bitte per Kommentarfunktion anbringen. Wir – und auch andere Leser – freuen sich über weitere Veranstaltungstipps.

POLNISCH LERNEN

Most – Brücke von Berlin nach Mittel- und Osteuropa e.V.
Propststr. 1, 10178 Berlin

Ab Januar 2013 werden folgende Polnischkurse
angeboten:

– Polnischkurs für Anfänger ( A0)
– Kurs für Teilnehmer mit Vorkenntnissen ( A1)
– Kurs für Teilnehmer mit Vorkenntnisse ( A2)
– Polnischkurs für Fortgeschrittene ( B1/B2)

Die Dozentin, Frau Beata Rajchemba, kommt aus Polen und ist Absolventin der Polnischen Philologie an der Universität Warschau. Sie hat bereits viele Erfahrungen als Polnischlehrerin in Deutschland gesammelt – an Privatschulen und seit Jahren bei Most. Frau Rajchemba ist auch als Kuratorin bei kulturellen Veranstaltungen tätig und legt im Unterricht viel Wert auf Vermittlung der polnischen Kultur. Im Vordergrund des Unterrichts steht immer die mündliche Kommunikation.

Anmeldungen per Mail an: rajchembska@gmx.de

Fragen per E-Mail an info@most-bruecke.de
oder telefonisch: 030 – 24 63 19 88 (montags und mittwochs von 9-14
Uhr)

Weitere Infos unter: www.most-bruecke.de

 

STAMMTISCH

Mo 7.1.2013, 18:00
Cafe Schaukelstuhl, Seelhorststraße 12 (Neben der Sophienschule), Hannover, Busverbindung: 100, 121, 200 Haltestelle Emmichplatz/Musikhochschule

Stammtisch der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hannover

www.dpghan.de

Di 8.1.2013, 18:00
Pizza Europa (ul. Jednosci Robotniczej 1, Slubice)

Neujahres Stammtisch GFPS-Stadtgruppe in Frankfurt (Oder)

Beim ersten Stammtisch im Neuem Jahr möchte der Stammtisch das vergangene Jahr nicht unreflektiert lassen. Ein kleine Zusammenfassung von den Projekten aus dem Jahr 2012 sowie die Planung für neue Projekte für das Neue Jahr werden vollführt. Vor allen Dingen gilt es aber darum, davon zu erzählen, was man nicht alles zu Weihnachten bekommen und zu Silvester erlebt hat ;-). Der Stammtisch freut sich auch über neue Personen, die gern mit Fragen, Ideen oder einfach nur zu Pizza und Bier in Slubice vorbeikommen!

 

LITERATUR/ LESUNGEN

Fr 4.1.2013, 20:00

Club der polnischen Versager, Ackerstr. 168, 10115 Berlin (U8 Rosenthaler Platz)
Eintritt AK: 7,- € / erm. 5,- €, VVK unter: 030 848540

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„Die Liebe und ihr Gegenteil“ – eine Revue für Thomas Brasch zu Ehren des Dichters, Filmemachers und Theaterautors

Thomas Brasch gehört zu den vielseitigsten und bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Am 4. Januar 2013 treten um 20 Uhr im „Club der polnischen Versager“ Weggefährten und Nachgeborene aus Literatur, Film, Wissenschaft und Performance-Kunst auf, um Thomas Braschs Werk im 21. Jahrhundert begehbar zu machen. Mit Lesungen, Film- und Musikcollagen, Gesprächen und Lese-Performances treten die Autorinnen und Autoren des neuen Text+Kritik-Bandes über Thomas Brasch auf: Esther Dischereit, Hartmut Fischer, Uwe Kolbe, Jens Ponath, Christoph Rüter, Michael Wildenhain und Thomas Wild.
Moderation: Insa Wilke.

 

Veranstaltungsvorschau des Buchbunds für Januar

Bundbund, Deutsch-Polnische Buchhandlung, Sanderstr. 8, 12047 Berlin

11.1., 19 Uhr: Robert Schindel / Jacek St. Buras – Jüdische Themen in der neuen polnischen und deutschen Literatur

25.1., 19 Uhr: Bozena Keff / Michael Zgodzay – Jüdische Themen in der neuen polnischen und deutschen Literatur

31.1.,18.30 Uhr: Prof. Mieczyslaw Tomala – „Deutschland meine Leidenschaft“ – Autorenlesung und Diskussion

Weitere Infos unter: www.buchbund.de

 

Do 17.1.2013, 19.00
Förderverein Krakauer Turm e.V.
Eintritt frei

Mensch, Liebe, Tod – Lesung, Lyrik und Malerei von Alfred Eckert

Zum ersten Mal zeigt Alfred Eckert seine künstlerische Vielfältigkeit in dieser Breite. Für den in Nürnberg lebenden Autor, Maler und Bildhauer stehen der Mensch und die Liebe im Vordergrund seines künstlerischen Schaffens. Trotz der Verschiedenartigkeit der Themen der Veranstaltung stellen sie alle einen engen deutsch-polnischen Bezug dar.

MENSCH – Biographie eines Schlesiers
Der Autor liest Auszüge aus der im Jahr 2006 erschienenen Biographie „Wind unter den Flügeln“,
über den in Schlesien geborenen Nürnberger Bildhauer Walter Ibscher (1926–2011).

LIEBE – Liebesgedichte, deutsch/polnisch
Alfred Eckerts stellt seinen ersten Lyrikband „Meine kleine Liebe / Moja mala ukochana“ vor.
Polnische Übersetzung: Iwona Lompart

TOD – Studie eines deutschen Verbrechens
Sonderzug Da 32 – Deportation von 1.008 Juden aus Franken am 29. November 1941 nach Riga-Jungfernhof (Lettland). Vorstellung eines geplanten Buchprojekts.

Die Lesung und der Poesieabend knüpfen gleichzeitig an die Vernissage der Ausstellung neuesten Gemälde und Installation von Albert Eckerts. Ausstellungsdauer bis 17.02.2013.

Moderation: Milan Bartl.

Mehr Infos unter: www.krakauer-turm.de

 

MUSIK/ TANZ

Do 10.1.2013, 19:00
Festsaal, Sophiensäle, Sophienstraße 18, 10178 Berlin

Tanztage 2013

Gastspiel der Nachwuchsplattform Solo-Project, Art Stations Foundation

Marzena Krzeminska „5-7-5 HAIKU“
Dieses Solo stellt sich die Frage: Wie können Form und Struktur das Publikum emotional ansprechen? Marzena versteht unter „Emotional forms” mit Emotionen zu arbeiten, abseits des narrativen Diskurses, und stattdessen den Fokus auf Wiederholung, Körperformen, dynamische Bewegung, Einsatz von Schweigen und Suspension zu setzen. Marzena Krzeminska, absolvierte die SNDO (Amsterdam) und die Theaterakademie in Warschau. Ein Schwerpunkt in Marzenas Arbeit ist, Stücke auf hohem Energieniveau zu schaffen. Spannung und Energieausbrüche sind wichtige Instrumente für die Bilder, Stereotypen und Klischées, die  unsere Vorstellungskraft beeinträchtigen. Als Performerin hat sie u.a. mit Deborah Hay, Benoit Lachambre gearbeitet.

Marysia Zimpel „What do you really miss?“
Bewegungen, Richtungen, Gesten und Veränderungen. Struktur wird geschaffen und verlassen. Der leere Raum, in dem uns etwas fehlt, ist ein Raum aus dem heraus wir erschaffen. Es besteht eine Freundschaft zwischen dem beschreibenden Titel und dem eher abstrakten Charakter ihrer Arbeit. Marysia Zimpel studierte Tanz mit Gill Clark, Rosaling Crisp, Isabelle Schad u.a.Sie machte ihren Abschluss am HZT Berlin und hat einen Master in Cultural Studies der UAM in Poznan. Sie entwickelte verschiedene Tanz-Soli und arbeitet mit dem Wiener Kollektiv God’s Entertainment. Im Mai 2012 wurde sie von Kattrin Deuffert und Thomas Plischke zum “(En)tropical Institut” eingeladen.

Magdalena Ptasznik „surface.territory“
„surface.territory“ ist eine flüchtige Skulptur in der Zeit. Die Performerin reist durch die minimalistische Landschaft von Materie und Zeit und begegnet Objekten, die sie gestaltet und von denen sie verwandelt wird. Das ist es, was ein Betrachter sehen und erleben kann, solange es dauert und weiter nichts. Magdalena Ptasznik absolvierte die SNDO (Amsterdam) und studierte Soziologie in Warschau. 2011 war sie Stipendiatin von danceWEB Wien. Sie kreierte u.a. Die Soli: surface.territory, exercises for a Hero, secrets. Sie betrachtet Choreografie als Mittel, um verschiedene Erfahrungen der Kreation in Zeit und Raum zu ermöglichen. Sie betrachtet den Körper als Vehikel, um diese Erfahrungen zu machen.

Mehr Infos unter: berlin.polnischekultur.de

 

Fr 11.1. – Sa 14.12.2013 Tonhalle, Ehrenhof 1, 40479 Düsseldorf

Witold Lutoslawski-Konzertreihe

„Musik ist im Grunde ein großes Geheimnis. Wir wissen nicht, wie und warum sie bestimmte Reaktionen in uns hervorruft und Ursprung von Erlebnissen unerhörten Reichtums ist. Könnten wir das Geheimnis der Musik enthüllen, das, was ihr Wesen ausmacht und es in Worte fassen, dann würde die Musik überflüssig. Glücklicherweise ist das unmöglich.“ Witold Lutoslawski
2013 wird der 100. Geburtstag des polnischen Komponisten, Dirigenten und Pianisten Witold Lutoslawski (1913-1994) gefeiert, der zu den größten Künstlern des 20. Jahrhunderts zählt. Seine Musik gilt als beispielhaft für ein perfektes Gleichgewicht zwischen Tradition und Avantgarde. Die Tonhalle Düsseldorf und das Polnische Institut Düsseldorf laden im Januar 2013 zu einem Witold Lutoslawski gewidmeten Konzertzyklus ein.

Konzerttermine: www.tonhalle-duesseldorf.de
Freitag, 11.1.2013, 20.00 Uhr
Sonntag, 13.1.2013, 11.00 Uhr
Montag, 14.1.2013, 20.00 Uhr

Düsseldorfer Symphoniker, Claudia Barainsky (Sopran), Andrey Boreyko (Dirigent)

Weitere Infos unter: www.polnisches-institut.de

 

Do 31.1.2013, 20:00
Konzerthaus Berlin, Kleiner Saal, Gendarmenmarkt, 10117 Berlin

Lutoslawski Quartett
Ebenfalls anläßlich des 100. Geburtstages von Witold Lutoslawski

Jakub Jakowicz (g1)
Marcin Markowicz (g2)
Artur Rozmyslowicz (va)
Maciej Mlodawski (clo)

Das Ensemble wurde im Jahr 2007 gegründet und trat bislang auf zahlreichen Festivals auf, darunter: Wratislavia Cantans, Festival Ensemble, Musica Polonica Nova, Jazztopad, Lancuch, Lutoslawski Forum in der Nationalen Philharmonie, Klara Festival in Brüssel und Ankara Music Festival in der Türkei. Das Quartett spielte Konzerte zusammen mit Bruno Canino, Paul Gulda, dem Schlesischen Quartett, dem Royal String Quartet, Tomasz Strahl, Ryszard Groblewski, mit dem englischen Oboisten Nicholas Daniel, dem weltberühmten Pianisten und Preisträger des Internationalen Chopin-Wettbewerbs Eugen Indjic, dem herausragenden Klarinettisten Michael Lethiec sowie mit großartigen Jazzmusikern wie Kenny Wheeler, John Taylor oder Uri Caine. Das Quartett wirkte an Arrangements für Quartett und Orchester von Bohuslav Martinu und Arnold Schönberg mit, die von Maestro Jacek Kaspszyk dirigiert wurden. Im Jahr 2010 spielte das Quartett auf Einladung des Polnischen Instituts in Brüssel das Abschlusskonzert des Chopin-Jahres im Brüsseler Opernhaus und wurde 2012 u. a. zum Festival für Gegenwartsmusik in Griechenland eingeladen. In Kooperation mit Krzysztof Jakowicz und Andrzej Bauer als Gastmusiker nahm das Ensemble die weltweit erste Platte mit Witold Lutoslawskis Kammermusik auf und wurde dafür für den Fryderyk-Preis 2009 nominiert. 2010 wurden Quartette von Karol Szymanowski, Dymitr Szostakowicz und Marcin Markowicz als Debüt-Platte aufgenommen.Das Ensemble nahm mit Katarzyna Zdybel ein Album mit Stücken für Quartett und Fagott auf. Für die Plattenfirma Naxos wurden Quartette von Grazyna Bacewicz eingespielt.

Mehr Infos unter: berlin.polnischekultur.de

 

KUNST/ AUSSTELLUNGEN

Do 17.1. – Do 28.2.2013
Eröffnung: Do 17.1., 19.00

Buchhandlung BiBaBuZe, Aachener Str. 1 (am Bilker Bahnhof), Düsseldorf

Flagge zeigen – Ausstellung von Zygmunt Januszewski im BiBaBuZe

Zygmunt Januszewski, 1956 in Warschau geboren, zählt in seiner Heimat zu den führenden Zeichnern und Illustratoren; auch in Deutschland ist er längst kein Unbekannter mehr, so erhielt er u.a. 1996 in Frankfurt den Preis der Stiftung Buchkunst im Wettbewerb „Die schönsten deutschen Bücher“ und 2004 in Tegernsee den renommierten Olaf-Gulbransson-Preis. Werke des Künstlers befinden sich in vielen Museen, so z.B. in der Sammlung Karikaturen & Cartoons in Basel und im Victoria & Albret Museum in London. Januszewski ist auch lehrend tätig: ab 2000 als Professor an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg und seit 2002 leitet er die Illustrationsklasse an der Akademie der Schönen Künste in Warschau. Seit 2004 besteht auch die enge Zusammenarbeit als „aphorisierender Zeichner“ mit den Internationalen Aphoristikertagen in Hattingen / Ruhr. In diesem Jahr konnte er – wegen einer schweren Erkrankung – erstmalig nicht daran teilnehmen. Die komplizierte OP am Rückenmark hat dann Ende Oktober zu einer Lähmung der unteren Gliedmaßen geführt, so dass er zukünftig auf  den Rollstuhl angewiesen sein wird. Die Ausstellung einer Auswahl seiner Arbeiten in der Buchhandlung BiBaBuZe zeigt die Bandbreite seines künstlerischen Schaffens. Das Spektrum reicht von Spontangraphiken über Schwarz-Weiß-Tuchzeichnungen zu colorierten Prägedrucken. Seine Arbeiten thematisieren immer wieder die Widersprüche, ja Paradoxien unseres Lebens. Es sind die Maßlosigkeiten, speziell die Materialisierung und Verflachung in unserer westlichen konsumgesteuerten und damit unsere Identität bedrohenden Welt, die Januszewski in der einen oder anderen Weise in seinen Zeichnungen bildhaft zum Ausdruck bringt. Einer seiner Schlüsselbegriffe ist dabei der Dialog, denn ihm geht es nicht darum, dem Publikum zu zeigen, was der Künstler uns sagen will, er sucht über seine Bildsprache die lebendige, „denkanstößige“ Interaktion mit dem Betrachtenden. Ein durchgängiges Bildmotiv ist dabei die Flagge, denn es kommt für ihn darauf an, bei all den Widersprüchen und Widerständen „Flagge zu zeigen“ und damit „sich selbst und anderen Mut zu machen und Hoffnung zu geben. Nur so gelingt es, dieser verkehrten Welt eine neue Richtung und Werthaltigkeit zu geben.“

Mehr Infos unter: www.polnisches-institut.de

 

So 27.1. – So 28.04.2013
Vernissage: Sonntag, 27.01.2013, 12:00
Gustav-Heinemann-Str. 80, 51377 Leverkusen, Telefon: +49 (0)214 85556-0, museum-morsbroich@kulturstadtlev.de

Twisted Entities. Zeitgenössische polnische Kunst

In diesem Doppelspiel der Verdrehung des Seienden, das einerseits die Regel, die es bricht reflektiert, um sie dann zu hintergehen, zeigt die Ausstellung eine Reihe zeitgenössischer polnischer Künstlerinnen und Künstler, die in ihren Arbeiten die (Über)Dehnung und Aufhebung, das Verziehen und Aufbrechen, das Fragmentieren und Umkehren, das (Über)Spannen und Erschlaffen sowie das Verdoppeln und das Ad-Absurdum-Führen von Prozessen, Räumen und Körpern hinterfragen.Räume werden dekonstruiert, aufgebrochen, verschoben, auf den Kopf gestellt und verdreht.
Körper werden zerlegt, gezwängt, deformiert, verdoppelt und überdreht. Prozesse werden ad absurdum geführt, gestoppt, hintergangen und „abgebogen“.
Dass gerade in der zeitgenössischen polnischen Kunst Künstlerinnen und Künstler mit diesem Thematiken arbeiten, mag in der sensiblen Rolle begründet sein, die das Land beim grundlegenden gesamtgesellschaftlichen Wandel der ehemaligen Ost-West-Verhältnisse am Beginn der 1980er Jahre gespielt hat. An der Ausstellung sind beteiligt (Stand Oktober 2012) Wojciech Bakowski, Miroslaw Balka, Michal Budny, Aneta Grzeszykowska, Zuzanna Janin, Maciej Kurak, Robert Kusmirowski, Agata Madejska, Jan Mioduszewski, Anna Molska, Marzena Nowak, Konrad Smolenski, Monika Sosnowska und Honza Zamojski. Kuratorin der Ausstellung ist Stefanie Kreuzer.

Gefördert durch die Kunststiftung NRW und die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda Bank West.
In Kooperation mit dem Polnischen Institut Düsseldorf.

Mehr Infos unter: www.polnisches-institut.de

 

noch bis 23.1.2013
Galerie des Polnischen Instituts Düsseldorf

Dorota Buczkowska „Nicht alle Teile sind vollständig“ – Fortsetzung
Dorota Buczkowska (1971 in Warschau geboren) arbeitet mit Materialien, die in der zeitgenössischen Kunst ungewöhnlich sind. Die bei der Ausstellung gezeigten Skulpturen sind aus Wolle, Stoff und Gummi, für die Papierarbeiten benutzt sie verschiedene Lippenstifte, Hauttönungen oder Eyeliner als Farbe. Die ölhaltigen Bestandteile dieser Malmittel, die auf das unbehandelte Papier aufgetragen werden, lassen das Zeichenpapier durchscheinen. (…) Die Künstlerin dringt ein in den Raum zwischen dem, was sich anfassen, eindeutig einordnen lässt und dem nur Vorgestellten.
Dies ist ein Zyklus von Intimität und Körperlichkeit. In den Zeichnungen von Dorota Buczkowska sind nicht alle Fragmente komplett, es dominieren geheimnisvolle Formen, die an Körperteile oder Organteile erinnern. Es kommen auch geometrische Polyeder zum Vorschein – so als ob diese präzisere Modelle der organischen Figuren darstellen sollen. Alle präsentieren sich dem Auge des Betrachters auf ähnliche Weise, so wie wir Objekte in einem Medizinatlas studieren würden, sehen wir ihre allerkleinsten Adern und Gefäße; feine Striche mit dem Buntstift. Warum sind nicht alle Fragmente vollständig? Ein Fragment ist ein Teil eines Ganzen; etwas, was ein Fragment darstellt, existiert nicht für sich alleine, sondern nur in Bezug auf etwas anderes. Unvollständigkeit kann als die Unmöglichkeit des Bezugs auf ein Ganzes gedeutet werden oder auch als das Fehlen dieses Ganzen. In diesem Sinne ist jedes Bild in seiner Unvollständigkeit eine abgeschlossene Einheit – es kann sich auf nichts anderes beziehen als auf sich selbst. Sein Fehlen ist ein Fehlen welches von Anfang an geplant war; ein geplantes Fehlen eines Bezugs. Was ist also mit der Körperlichkeit, die diese Skizzen so lebendig hervorrufen?
Die erwähnte Verbindung  der Zeichnungen mit dem Körper existiert nicht nur auf visueller, sondern auch auf materieller Ebene. Bunte Schatten und Konturen entstanden aus Kosmetika die alltäglich als Make-up genutzt werden; diese Geste ist zugleich distanzierend und intim. Die Distanz baut sich auf der formellen Ebene auf, durch den Entzug der Daseinsberechtigung traditioneller Maler-Werkzeuge und der Ersetzung durch ein Fragment des Alltags. Intim, weil dieses ausgerissene Fragment dem Körper am nächsten ist; morgens aufgelegt verschwindet es im Laufe des Tages langsam, ehe wieder etwas Neues auftaucht. Make-up ist im gewissen Sinne ein Spiel mit der Malerei; es bezieht sich sowohl auf eine individuelle Person, als auch auf eine allgemeine Handlung – einem Ritual welches durch eine gewisse „Allgemeinheit“ wiederholt wird. Die Alltäglichkeit besteht aus vielen ähnlichen wiederholten Handlungen; so schrieb Lauren Berlant, die Intimität des täglichen Lebens ist gezeichnet durch widersprüchliche Bedürfnisse; die Menschen wollen verunsichert und allmächtig, liebevoll und agressiv, bekannt und unerkannt, sein. Über Intimität nachdenken, bedeutet anders zu bewerten, wie wir waren, wie wir leben und wie wir uns das Leben vorstellen, was mehr Sinn hat, als das, welches vom Großteil gelebt wird. Das Erschaffen von Formen ist in einem bestimmten Grad die Erschaffung eines Körpers.

Mehr Infos unter: www.polnisches-institut.de

 

noch bis Fr 8.02.2013
Polnisches Institut Berlin

Pawel Ksiazek – Skulptur-Malerei

In seinen Malereizyklen verbindet Pawel Ksiazek unterschiedliche Themen, stellt assoziative Bezüge her und definiert aufs Neue die künstlerischen Zwischenräume zwischen Malerei, Bildhauerei und Videoart. Er arbeitet mit Archiven, mit der Zeit und der Erinnerung, gleichzeitig bezieht er die Bildhauerei und bildhauerische Momente mittels Film mit ein, die für ihn als Verbindung zwischen dem dreidimensionalen Objekt als Ausgangspunkt und dem finalen Ergebnis, dem Bild oder der Farbschicht dienen. In seinen neuesten Arbeiten spielt Pawel Ksiazek mit der Wahrnehmung, indem er das Medium Malerei dazu verwendet, den Unterschied zwischen Fiktion und Realität zu unterstreichen und dann zu verwischen. In den Bildern „Skulpturen“ wagt Ksiazek eine gänzlich neue Herangehensweise an … die Malerei. Er fokussiert sich hierbei auf das Motiv der Hände und auf symbolische Schöpfungsgesten, unabhängig davon, ob es sich um einen Künstler, einen Pianisten oder einen Mörder handelt. Malerei als Bildhauerei zu bezeichnen ist ein durchaus beabsichtigter Bezug zum Text von Rosalind Kraus „Sculpture in the Expanded Field” und gleichzeitig eine sehr zutreffende Metapher für das Werk des Künstlers.

Mehr Infos unter: berlin.polnischekultur.de

 

KONFERENZEN

 

Fr 18. – Sa 19.1.2012
Fr: Landesbibliothek Oldenburg, Pferdemarkt 15, Vortragssaal
Sa: Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, Seminarraum 2

Medien und Praktiken der Erinnerung an Flucht und Vertreibung

Eine Tagung des Instituts für Geschichte der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Institut Warschau, der Nottingham Trent University und dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa Oldenburg. Die Tagung wird gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Seit fast sieben Jahrzehnten ist die Zwangsmigration der Deutschen am Ende und in der Folge des Zweiten Weltkrieges ein wichtiges Thema der deutschen Erinnerungskultur. Die Tagung beschäftigt sich mit verschiedenen Erinnerungsmedien und -praktiken in ihrer Funktion als Speicher, Vehikel und Produzenten kollektiver Erinnerungen an Flucht und Vertreibung. Medien und Praktiken der Erinnerung konstituierten durch ihre spezifische Formen und Eigenlogiken die Geschichtsdeutungen wesentlich mit und beeinflussten die Reichweite und das Ausmaß ihrer Rezeption. Gefragt werden soll nach den jeweiligen medialen Spezifika und intermedialen Bezügen, nach Konjunkturen und Konflikten, Akteuren und Rezipienten.
Da die Zahl der Plätze für weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrenzt ist, bitten wir um eine vorherige Anmeldung unter stephan.scholz@uni-oldenburg.de.

Weitere Infos unter: www.staff.uni-oldenburg.de

 

Fr 18. – So 20.1.2013
Institut für Slavistik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

JUNGE SLAVISTIK IM DIALOG – Die VIII. Internationale slavistische
Konferenz

Die Konferenz bietet vor allem jungen Wissenschaftler(inne)n eine Gelegenheit, ihre Forschungsinteressen vorzustellen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Russischen, Polnischen und Tschechischen in den Bereichen der Sprach- und Literaturwissenschaft, herzlich willkommen sind aber auch andere Slavinen und benachbarte Fächer. Die Sprache der Konferenz ist Deutsch. Von den Teilnehmer(inne)n werden Referate (20 Minuten) erwartet, von denen die besten Beiträge im Sammelband „Junge Slavistik im Dialog“ publiziert werden können. Für die Teilnahme an der Konferenz wird keine Gebühr erhoben, die Fahr- und Unterkunftskosten werden von den Teilnehmer(inne)n getragen. Der Anmeldezeitraum für eigene Abstracts ist bereits abgelaufen, aber Zuhörer/in sind bestimmt willkommen.

Weitere Informationen unter: jusid@slav.uni-kiel.de

 

Mo 28. – Mi 30.1.2013 Berlin

NS-„Euthanasie“-
Verbrechen in (ost)europäischer Perspektive

Referenten aus Deutschland, Polen und Tschechien widmen sich dem Thema NS-„Euthanasie“- Verbrechen in (ost)europäischer Perspektive sowie verschiedenen Formen des alters-, grenzübergreifenden und barrierefreien Gedenkens und Erinnerns an die 300.000 Opfer. Die Konferenz, gefördert von der EACEA, der Stiftung EVZ und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin e.V., ist kostenfrei und inklusive Tagungsverpflegung. Alle Konferenzbeiträge werden Deutsch-Englisch gedolmetscht. Der Tagungsort ist barrierefrei. Die Konferenz steht unter der Schirmherrschaft des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Für Teilnehmer mit Wohnsitz in osteuropäischen EU-Ländern, wird eine kostenlose Hotelübernachtung mit Frühstück vo 28.1. bis 30.1.2013 im Zentrum von Berlin (im Mehrbettzimmer) gestellt. Auf Antrag kann auch ein Fahrtkostenzuschuss gewährt werden.

Weitere Informationen in deutscher und englischer Sprache zum Programm und zu der Anmeldung auf: nseuthanasiekonferenz.wordpress.com

 

VORTRÄGE

21.1. – 15.5.2013

TU Berlin, Straße des 17. Juni 152, Architekturgebäude, Hörsaal A053, 20 Uhr

Vortragsreihe Ostmitteleuropa – Neue Forschungen zur Architekturgeschichte der Moderne in Ostmitteleuropa
(erstreckt sich über die nächsten Monate)

Vortragsreihe des Instituts für Kunst und Bildgeschichte der Humboldt-Universität und des Fachgebiets Kunstgeschichte der Technischen Universität Berlin in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa in Potsdam und dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) in Oldenburg.

 

21.1.2013
Beate Störtkuhl (BKGE Oldenburg): Moderne Architektur in Schlesien 1900-1939. Baukultur und Politik TU Berlin, Straße des 17. Juni 152, Architekturgebäude, Hörsaal A053, 20 Uhr

 

13.2.2013
Jerzy Ilkosz (Architekturmuseum Breslau/Wroclaw): Zum 100-jährigen Jubiläum der Jahrhunderthalle von Max Berg HU Berlin, Hörsaal der Humboldt Graduate School, Luisenstraße 56, 20 Uhr

 

17.4.2013
Hanna Brendel (TU Posen/Poznan): Eine Stadt zum Wohnen. Die Ideen zur Reform des Wohnens um 1900 und ihre Umsetzung in Posen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts HU Berlin, Dorotheenstraße 26, Hörsaal 207, 20 Uhr

 

6.5.2013

Andrzej Szczerski (Jagiellonen-Universität Krakau/Kraków): Modernisierungen. Kunst und Architektur in den neuen Staaten Ostmitteleuropas 1918-1939, TU Berlin, Straße des 17. Juni 152, Architekturgebäude, Hörsaal A053, 20 Uhr

 

15.5.2013
Rafal Makala (Nationalmuseum Stettin/Szczecin): Zwischen Provinz und Metropole. Stettiner Architektur 1891-1918
HU Berlin, Dorotheenstraße 26, Hörsaal 207, 20 Uhr

Mehr Infos unter: www.kunstgeschichte.hu-berlin.de/2012/11/vortragsreihe-ostmitteleuropa/

 

24.01.13, 19:00 Uhr

Martin-Opitz-Bibliothek, Berliner Platz 5, 44623 Herne. „Sie kamen für Brot und Arbeit und brachten ein Stück Heimat mit. Die Masuren und das Ruhrgebiet.“

Der Vortrag von Angelika Müller veranschaulicht die Geschichte der masurischen „Westfalengänger“ im 20.Jahrhundert an Lebensläufen mit vielfältigem Bildmaterial. Es geht an diesem Abend um die geliebte Heimat der einzigartigen Volksgruppe der Masuren in Ostpreußen und ihre besonderen Beziehungen zum Revier.

Weitere Informationen unter www.martin-opitz-bibliothek.de/de/aktuell__show/kalender/252

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