Deutsches Polen-Institut in Darmstadt in seiner Existenz gefährdet

Deutsches Polen-Institut gefährdet

Deutsches Polen-Institut gefährdet

(Warszawa, HF) Das Deutsche Polen-Institut (DPI) in Darmstadt sieht seine Existenz durch eine drohende Mittelkürzung gefährdet, denn das Land Rheinland-Pfalz will seine gesamten Zuwendungen in Höhe von 216.00 Euro ab 2015 streichen. Das sieht der Doppelhaushalt für die Jahre 2014/15 vor, der am Mittwoch in Mainz vorgestellt wurde. Damit würde sich das Land komplett aus dem Institut zurückziehen, das es 1979 mitbegründet hatte, gemeinsam mit dem Land Hessen und der Stadt Darmstadt unter Beteiligung des Bundes. Die rot-grüne Mainzer Landesregierung will bis zum Jahr 2020 die Neuverschuldung auf Null senken.

„Rheinland-Pfalz gefährdet den Bestand einer hoch angesehenen Institution, die für das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen einzigartig ist. Dafür fehlt mir jedes Verständnis.“ Mit diesen Worten hat der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier auf den Beschluss des Kabinetts in Mainz reagiert.

Das 1979 auf Initiative der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz, des Auswärtigen Amts und der Stadt Darmstadt ins Leben gerufene Polen-Institut ist ein Forschungs-, Informations- und Veranstaltungszentrum für polnische Kultur, Geschichte, Politik und Gesellschaft und die deutsch-polnischen Beziehungen im europäischen Kontext.

Seit der Gründung wird es vom Sitzland Hessen, von Rheinland-Pfalz und von der Kultusministerkonferenz gefördert, aktuell mit Beträgen zwischen je 218 000 und 247 000 Euro, seit 2011 auch durch das Auswärtige Amt mit 182 000 Euro. Die Förderung durch die beiden Bundesländer sollte nach der Idee des Gründungsdirektors und angesehenen literarischen Übersetzers Karl Dedecius die überparteiliche und überregionale Verankerung des deutsch-polnischen Dialogs sichern, sagt Institutssprecher Andrzej Kaluza.

Die Redaktion von Polen.pl meint:

Wir schliessen uns dem Aufruf des Kuratoriumsvorsitzenden Oberbürgermeister Jochen Partsch, der Präsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth und des Direktors des DPI, Prof. Dr. Dieter Bingen an und fordern die Rheinland-Pfälzische Landesregierung auf, aufgrund der länder- und bundespolitischen sowie aussenpolitischen Bedeutung des DPI seine Mitwirkung am Institut in der bewährten Form fortzuführen.

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Comments
  1. lucyna & dieter bohlender

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