Die geteilte Klasse: Ein Film über Ost-West-Migration

Bildschirmfoto www.die-geteilte-klasse.de, Seite 'Synopsis'

Ein Film über Spätaussiedler aus Polen

(Berlin, JW) „Wieviele sind gegangen, wollten neu anfangen, sind immer wieder bei sich selbst angekommen, egal wo sie waren egal wo sie sind?„. Viele Polen wanderten zu sozialistischen Zeiten aus, in den ‚Goldenen Westen‘. Heute sind es immer noch einige, doch unter anderen Voraussetzungen. Wenn über Integration geschrieben wird, gelten besonders die in den 70er- und 80er-Jahren nach Deutschland eingewanderten Polen oft als Musterbeispiele für unauffällige und vorbildliche gesellschaftliche Eingliederung. Was diese Migration für die Menschen bedeutete und heute bedeutet, was ihr Gefühl zu Heimat und Zugehörigkeit anbetrifft: Das beleuchtet ein Film, der zurzeit auf Tournee durch Deutschland ist. Das Zitat zu Beginn dieses Artikels gibt einen Hinweis auf den Inhalt eines guten, nachdenklichen Kinowerks.

Eine Schulklasse aus Bytom

Altes Klassenfoto aus dem Film "Die geteilte Klasse", www.die-geteilte-klasse.de

Altes Klassenfoto aus dem Film "Die geteilte Klasse"

Repräsentatives Anschauungsobjekt des Werkes ist eine Schulklasse, die 1971 in die erste Klasse der Grundschule des polnischen Bytoms eingeschult wurde. Der Autor, selbst Schüler in dieser Klasse, besucht in dem Dokumentarfilm seine alten Klassenkameraden: Von denen ist eine Hälfte in Polen geblieben, die andere Hälfte ausgewandert. Was die in Polen lebenden ehemaligen Mitschüler von den emigrierten Schulfreunden denken, was sie geformt hat und ob es beispielsweise Neid gibt, ist ein Thema des Films. Aber auch die schwierige Anfangszeit der polnischen Spätaussiedler im Westen, deren Heimatgefühl, Verbundenheit und Leben steht im Mittelpunkt.

110 Prozent Deutscher

Andrzej Klamt, Film "Die geteilte Klasse", www.die-geteilte-klasse.de

Andrzej Klamt, Regisseur

Wie unterschiedlich die Wahrnehmung, der Lebensweg und die Bewertung all dessen ausfallen kann, wird deutlich. Ob mancher sich als ‚110 Prozent Deutsch‘ bezeichnet und ein anderer – mit mehr Akzent – sagt, er sei froh, dass er die polnischen Wurzeln auch habe – all dies sind Indizien dafür, dass es nicht nur am Umfeld sondern auch am eigenen Umgang damit liegt, wie man wird, wertet und fühlt. Der Regisseur Andrzej Klamt hat ein wichtiges, bisher zu wenig betrachtetes und viele Menschen direkt oder indirekt betreffendes Thema auf bemerkenswerte Weise aufbereitet. Weitere Mitglieder des Filmteams sind für das Bild Tomasz Michalowski, für die Musik Stoppok, für den Schnitt Justin Peach und für den Ton Jacek Kwiatkowski

Termine in Deutschland

Wer sich für den Film interessiert, sollte sich zunächst einmal die gut gemachte Internetseite dazu ansehen:

www.die-geteilte-klasse.de

Diese startet mit einem Trailer, der einen Eindruck von Filmsujet, Machart und dokumentarischem Charakter vermittelt. Auch eine sehenswerte Galerie ist zu sehen, ebenso die aktuelle Terminübersicht. Der Film läuft am 9. Februar bundesweit in den Kinos an. Zu den Veranstaltungen, die sich auf der Terminliste befinden, finden häufig auch Filmgespräche mit dem Regisseur statt.

Wiesbaden, 18.1.2012, 20 Uhr: Deutsches Filmhaus

Darmstadt, 19.1.2012, 20 Uhr: Programmkino Rex

Berlin, 9.2. – 15.2.2012, 20 Uhr: Kino Tilsiter Lichtspiele (Friedrichshain) und Kino Krokodil (Prenzlauer Berg)

Frankfurt/Main, 9.2. – 15.2.2012, 19 Uhr: Kino Orfeo’s

Köln, 12., 18., 19.2.2012, 15 Uhr: Kino Filmpalette

Stuttgart, 8.2.2012, 18 Uhr: Kino Europahaus

Kassel, 12.2.2012, 11.30 Uhr: Kino Bali (mit Matinée)

Hamburg, 28.2.2012, 20 Uhr: Kino Metropolis

Erfurt, 15.3.2012, 20 Uhr: Kinoclub Erfurt

Essen, 22.3.2012, 18 Uhr: Lichtburg Essen

 

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