Die Woche des Glaubens

Eine wichtige Woche für die polnischen Kirchen

(Bremen, JE) Für Polen insgesamt und die katholische Kirche im Speziellen ist es eine große Woche. Zuerst das in unserem östlichen Nachbarland immer noch sehr bedeutsame Osterfest und dann am kommenden Sonntag die Seligsprechung Johannes Pauls des Zweiten. Beide Ereignisse bewegen momentan viele Menschen, nicht nur Gläubige. Für die Kirche bieten sie zugleich die Chance, etwas von der religiösen Begeisterung und kirchlichen Verbundenheit zurückzugewinnen, die viele Polen in den letzten Jahren verloren haben. Ohne Frage wird gerade die Seligsprechung des nach wie vor äußerst populären, 2005 gestorbenen polnischen Papstes seine Landsleute mobilisieren und die Gotteshäuser füllen.

Im Vorfeld des 1. Mai diskutieren die polnischen Medien eifrig, welche wichtigen Persönlichkeiten dem Event persönlich vor Ort beiwohnen werden, und welche wegbleiben. Premier Donald Tusk beispielsweise fährt nicht nach Rom, doch hat er eine gute Ausrede: Am Tag der Seligsprechung besucht er Wadowice, den Geburtsort Karol Wojtyła`s in der Nähe von Krakau. Wojciech Jaruzelski, ehemaliger kommunistischer Parteichef und Staatsoberhaupt zu Zeiten der Solidarność-Protestbewegung, sorgte für etwas Verwirrung, bleibt aber im Endeffekt zu Hause. Anreisen werden dafür der polnische Präsident Bronisław Komorowski, der Präsident des europäischen Parlaments Jerzy Buzek und mit ihnen weitere 500 Reisegruppen, die sich beim Informationsbüro für polnische Pilgerer in Rom gemeldet haben.

Religiöses Public Viewing

Während die Zeremonie auf dem Petersplatz eher feierlich und traditionell vonstattengehen dürfte – insgesamt rechnet man mit 150.000 bis 200.000 Besuchern -, laufen in Polen die Vorbereitungen für einige durchaus ungewöhnliche Aktionen. Am Zentrum der Göttlichen Vorsehung, der höchsten Kirche in Warschau mit integriertem Johannes Paul-Museum, soll am Sonntag ein riesiges Papstmosaik die Fassade schmücken, zusammengesetzt aus etwa 100.000 Porträtfotos, die polnische Anhänger elektronisch einsendeten. Nebenan wird es ein Public Viewing der Prozession aus Rom geben und selbst das ‚Papamobil‘ kommt wohl zum Einsatz. Abends geht es dann für die, die wollen, weiter in die Disco zur sogenannten ‚Blessed Night‘. In acht Lodscher Clubs kann unter Aufsicht eines Kaplans getanzt werden – zum Abschied pünktlich um Mitternacht gibt es für alle Partygäste Worte des Papstes vom Band und einen Rosenkranz.

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