EM-Spezial beendet

Das Danziger Stadion am Abend (PGE-Arena). Foto: Polen.pl (JW)

EM zu Ende, EM-Spezial auch…

(Berlin, JW) Irgend etwas sieht hier anders aus: Richtig, das EM-Spezial ist von unserer Startseite verschwunden. Kein Wunder, die EM ist ja auch vorbei. Und die Tageszeitungen (und die Wochenzeitungen natürlich auch) plus unendlich viele Onlineportale und Blogs haben sich mit Nachberichten überschlagen. Der Tenor: „Die EM ist vorbei, und wenn auch die Austragungsländer recht früh ausgeschieden sind und damit die ganz große Party in Polen und der Ukraine ausgeblieben ist: Für beide Länder war die Veranstaltung ein hell leuchtendes Aushängeschild.“

„Jetzt will ich wohl doch einmal nach Polen fahren“

Das können wir von unseren Besuchen auf den Fanmeilen und in den Stadien nur bestätigen. Und auch die Wahrnehmung im Bekanntenkreis, der bisher nur wenig Berührungspunkte mit Polen hatte, zeigt: Besonders Polen hat sich als sehr gastfreundliches, sympathisches und gut organisiertes Gastgeberland präsentiert und definitiv neugierig auf ein nähere Bekanntschaft mit demselben gemacht. Viele äußerten uns gegenüber: „Jetzt will ich wohl doch einmal nach Polen fahren.“ 

So gesehen kann man nur sagen, dass auch die Nachwirkungen der EM zumindest ein wenig Bestand haben könnten. Wer böse ist, könnte sogar den anfänglichen Horrorberichten über Hooligans, Schlägereien und Gewalt gepaart mit vollständig chaotischer Organisation etwas Positives abgewinnen: Dank der durch solche Berichte gehegten Erwartungshaltung war die positive Übererfüllung dann fast einem Imagewunder gleichzusetzen. Im Marketing spricht man dabei von gezielter Steigerung der Konsonanzen nach dem Kauf – beziehungsweise hier der Veranstaltung: Indem man den Fokus der Eigenschaften des zu bewerbenden ‚Produkts‘ EM 2012 auf kritische Punkte lenkt, können bei Ausbleiben dieser die eigentlich generell zu erwartenden positiven Aspekte für ein besonders gutes Bild in den Köpfen der Menschen sorgen. Sogar ‚Standards‘ wie eine gute Organisation werden dann plötzlich zu positiven Eigenschaften.

Niemand würde hier eine gezielte Vorgehensweise unterstellen, keine Frage. Aber vielleicht haben die kritischen Medien insbesondere aus England und Deutschland sogar am Ende das Bild der EM vorteilhaft unterstützt, indem sie ihre Berichterstattung von einem kritischen Beginn zu einem beinahe euphorischen Lobgesang am Ende aufgebaut haben?

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  1. Lothar

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