Erinnerung an den Tod der ‚Kinder vom Kamper See‘

Resko Przymorskie (Kamper See) bei Kolobrzeg (Kolberg). Foto: Kolberg-Café

Resko Przymorskie (Kamper See) bei Kolobrzeg (Kolberg). Foto: Kolberg-Café

(Berlin, JW) Jahrelang war es eher ein regionales Thema, doch nun beschäftigt sich sogar die Bild-Zeitung mit einer Katastrophe aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, die bei Kolobrzeg (Kolberg) geschah. Dank einer länderübergreifenden Initiative ist die Geschichte der ‚Kinder vom Kamper See‘ in der gesellschaftlichen Diskussion angekommen, auch in Deutschland. Der Kamper See, um den es geht, befindet sich rund 20 Kilometer westlich von Kolobrzeg (Kolberg), im Ort Dzwirzyno (Kolberger Deep).

So berichteten in diesen Tagen viele Medien über die schrecklichen Geschehnisse am 5. März 1945. An diesem Tag, zum Ende des Zweiten Weltkriegs, sollte ein weiteres Rettungsflugzeug Kinder retten. Doch dieses stürzte ab – in den Kamper See (heute: Resko Przymorskie), der seit 2001 nicht mehr militärisches Sperrgebiet ist und seitdem als Freizeitrevier für Segler, Surfer und Kitesurfer genutzt wird. Das mit mindestens 78 Personen, in der Hauptsache Kindern, besetzte Flugzeug wurde an diesem Tag zur tödlichen Falle statt zur Rettung. Unklar ist bis heute, warum das Flugzeug vom Typ Dornier DO-24 abstürzte. Es könnte abgeschossen worden sein oder schlichtweg überladen gewesen sein.

Zahlreiche engagierte Partner haben sich nach 2001 zusammengeschlossen, um die Tragödie aus dem Jahre 1945 ans Tageslicht zu bringen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Bürgermeister der westlich des Sees gelegenen Stadt Trzebiatów (Treptow), Dr. Zdzisław Matusewicz, aber auch der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, das Dornier-Museum, die Stiftung Fort Rogowo, zwei Zeitungen aus Polen und Deutschland, eine Rechtsanwaltskanzlei und private Spender haben sich für die Recherche und das Gedenken an die Opfer eingesetzt. So wurde heute, am 5. März 2012, erstmals nach dem Unglück, offiziell den Toten gedacht.

Dank einiger Spenden, die genaue Vermessungen ermöglichten, weiß man nun auch, wo genau das Flugzeugwrack liegt. Gesammelt wird weiterhin, um die im Schlamm des Sees versunkene Dornier bergen zu können. Die Initiative hat eine informative Internetseite ins Netz gestellt, auf der weitere Informationen – unter anderem Berichte von Zeitzeugen – zu lesen sind. Dort findet sich auch die Bankverbindung, über die man spenden kann.

Weitere Informationen: Internetseite der Initiative[nbsp]

Außerdem: Bild-Zeitungs-Bericht zum Thema, Artikel in der Welt aus dem Januar, unser Beitrag auf Kolberg-Café

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Comments
  1. ania k
  2. Juergen

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