Euro Złoty Bericht: Ruhe vor dem Sturm?

Euro Preise in Złoty: Fixingkurse der poln. Nationalbank (www.nbp.pl) im April 2012. Graphik: polen-pl.eu (BD)

Euro Preise in Złoty: Fixingkurse der poln. Nationalbank (www.nbp.pl) im April 2012. Graphik: polen-pl.eu (BD)

(Warszawa, BD) Die volkswirtschaftlichen Daten aus Polen durften eigentlich keine Sorgen bereiten. Solide Konsumzahlen, stabile – wenn auch über dem Inflationsziel liegende – Inflation, ähnlich stabile Prognosen für das Wirtschaftsdatum im ersten Quartal 2012 von +3,0 Prozent: Das sollte die Złoty-Investoren beruhigen können. Theoretisch zumindest.

Energiepreise stark steigend

Die weltweit steigende Rohölpreise geben allerdings der Inflation einen Schub nach oben. Bei einem US-Dollar Preis in Złoty, der seit Februar 2012 die Bandbreite 3,05-3,25 nicht verlassen hatte,  erreichte der Liter Preis für 95 Bleifrei fast schon 6 Złoty. Das ist mit rund 1,44 Euro (umgerechnet) immer noch weniger als die 1,70 Euro, die man in Deutschland bezahlt. Aber doch viel.

Die tatsächlich gemessene Höhe der Jahresinflation gibt auf den ersten Blick dagegen keinen Anlass zur Sorge. Diese Größe wurde  am letzten Freitag veröffentlicht und fiel demnach von 4,3 Prozent im Februar auf 3,9 Prozent im März 2012. Andrzej Rzońca, ein Mitglied des Geldmarktrates (RPP) und ein bekannter ‚Freund hoher Zinsen‘, bahauptete aber kürzlich in einem Interview, der seit Juni 2011 unveränderte Schlüsselzinssatz von 4,5 Prozent sei unangemessen tief und unfähig, den steigenden Inflationsdruck einzudämmen.

Spanien bringt Unruhe

Griechenland aus dem Sinn, die Augen der Investoren  konzentrieren sich momentan eher auf Spanien. Die Rendite der 10jährigen Benchmarkanleihe notierte kurz über dem Niveau von 6 Prozent p.a., was für Unruhe sorgte. Die polnischen Anleihen mit vergleichbarer Laufzeit bringen den Investoren ’nur‘ 5,6 Prozent p.a.. Rekordtiefs notieren am anderen Ende der Skala vor allem die deutschen Anleihen, die zur Zeit nur magere 1,6 Prozent p.a. an Zinsen einbringen.

Sollte Spanien dauerhaft unter Druck geraten und unfähig sein, die Schuldenlast zu tragen, durfte dies auch auf die Bewertung des Złoty negativen Einfluss ausüben. Bei dieser Betrachtung würde der stabilen Lage der polnischen Wirtschaft weniger Beachtung geschenkt, wie es im Falle der Krise in Griechenland bereits der Fall war.

Eine kurze Verschnaufpause könnte der polnischen Währung bald der Zufluss der Hartwährungen gönnen, der im Zusammenhang mit dem Besuch der ausländischen Fussballs zur EM 2012 im Juni zu erwarten ist.

Marktdaten (17.04.2012, 13.10)

FX (Mitte kurse in Złoty Interbank):

EURPLN 4,1740, USDPLN 3,1850, CHFPLN 3,482, GBPPLN 5,0820, (EURUSD 1,314)

WIBOR (Zinsenbenchmark in % p.a., act/365 Tage):

2 Wochen: 4,61; 1 Monat: 4,71; 3 M: 4,95; 6 M: 4,97; 12 M: 4,97

 

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  1. Bartek

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