Euro-Złoty Bericht: Unerwartete Stärke hält an

Euro Złoty Kursentwicklung 30 Tage. Fixing der polnischen Zentralbank NBP. Quelle: www.nbp.pl

Euro Złoty Kursentwicklung. Fixing der polnischen Zentralbank NBP über 30 Tage. Quelle: www.nbp.pl

(Warszawa, BD) Der polnischen Währung geht es wieder prächtig. Im Laufe der letzten 30 Tage gewann der Złoty gegenüber den meisten Hartwährungen deutlich, teilweise um mehr als 6 Prozent (von 4,47 auf 4,17 beim Währungspaar Euro-Złoty). Noch am Jahresende sah es völlig anders aus: die Hauptsorge des polnischen Finanzministeriums und der polnischen Nationalbank NBP, die stabilisierend wirken wollte, war es, das Kursniveau von 4,5000 nicht nachhaltig zu überschreiten. Darüber hatten wir bereits bei Polen.pl berichtet – und den Beitrag mit Kommentaren aktualisiert.

Złoty Renditen mehr als stabil

Ein Teil der Staatsverschuldung Polens wurde in harten Währungen wie Euro, US-Dollar oder japanischen Yen emittiert. Deshalb ist die ‚Außen-Stabilität‘ des Złoty für die Messung der Verschuldung des Landes von Bedeutung.

Die Zinsen, die der polnische Staat aufzubringen hat, blieben die ganze Zeit über stabil. Anders als in Griechenland, Portugal, Irland oder Spanien, notierte die Rendite der zehnjährigen Anleihen ununterbrochen im Bereich der 6-Prozent-Marke. Sogar bei italienischen Anleihen überschritt diese Größe zeitweise die Höhe von 7 Prozent, was etliche Investoren nervös machte: In Frage gestellt wurde aufgrunddessen die Fähigkeit der betroffenen Staaten, die Zinslast aus eigener Kraft tragen zu können.

Geldmarktrat RPP belässt den Schlüsselzins unverändert bei 4,5 Prozent

Am letzten Mittwoch hatten Marktbeobachter die Gelegenheit, die aktuelle Meinung der Inflationswächter zu erfahren. Der politisch unabhängige Geldmarktrat (Polnisch: Rada Polityki Pieniężnej RPP), an dessen Spitze immer der Chef der polnischen Zentralbank NBP sitzt- zurzeit der erfahrene Politiker und Finanzexperte Marek Belka – entschied, den Zinssatz bei 4,50 Prozent zu belassen. Etwas überraschend dagegen wirkten die Kommentare der RPP-Mitglieder bei der anschliessenden Pressekonferenz. Die von manchen Bankenvolkswirten für die zweite Jahreshälfte prognostizierte Zinssenkung wird demnach immer unwahrscheinlicher.

Es wurde bis dato erwartet, der RPP würde früher oder später der schwächelnden Wirtschaftsdynamik in Polen mit niedrigeren Geldpreisen (sprich Zinsen) unter dir Arme greifen müssen. Die anhaltend hohen Energiepreise und die auch daraus resultierende Inflation von zur Zeit über 4 Prozent scheinen die Inflationswächter indes soweit zu beunruhigen, dass eher eine leichte Zinsanhebung als eine Zinssenkung zu erwarten ist.

Wie dauerhaft ist die aktuelle Stabilität?

Meiner Meinung nach gibt es keine richtig überzeugende Erklärung für die deutliche Befestigung des Złoty in diesem Ausmaß. Die fundamentale Lage des Landes ist vergleichsweise gut, was durch die stabile Bewertung urch US-Ratingagenturen noch unterstrichen wird. Aber: Sie ist unverändert gegenüber dem Dezember. Andere Marktteilnehmer, die den Zloty beobachten, konstatieren eine sehr solide Nachfrage nach polnischen Staatsschuldverschreibungen als mögliche Ursache der Zloty-Stabilität. Europäische Banken schwimmen im billigen Geld von der EZB, sagen wiederum andere. Warum aber sollten diese Massnahmen erst im Januar greifen und im Dezember unsichtbar geblieben sein? Das ist aus meiner Sicht die Frage.

Marktdaten (13.02.2012, 12:50)

FOREX: EURPLN 4,195; USDPLN 3,163; CHFPLN 3,471; GBPPLN 5,003; EURUSD 1,326

ZINSEN (in % p.a.): WIBOR 1W 4,60;  2W 2,65; 1M 4,75; 3M 4,98; 6M 4,99; 12M 4,99

AKTIEN: WIG 41.598; WIG20 2.345,66; DAX 6.745,08

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  1. Bartek

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