Fest der Hoftänze und der alten Musik in Krakau im Juli und August

Alaknanda Bose, Foto: T. Korczynski

Alaknanda Bose, Foto: T. Korczynski

(Berlin, JW) Eine einzigartige Veranstaltung auf der reichhaltigen kulturellen Landkarte Krakaus zeigt vom 29. Juli bis 5. August 2012 auf eindrucksvolle Weise, wie man im 18. Jahrhundert zu Hofe feierte. Die dreizehnte Ausgabe des Festivals der Alten Musik und des Hoftanzes ‚Cracovia Danza’ steht unter dem Motto ‚Der höfische Tanz des 18. Jahrhunderts‘ und ist vor allem beim großen Finale der Veranstaltung am 4. und 5. August ein Highlight auch für Gäste und Touristen in der traumhaften Stadt an der Weichsel. Detailgetreu der Geschichte nachempfundene Gewänder und Choreographien lassen Besucher an den historischen Aufführungsplätzen auf dem Marktplatz Krakaus, in der Villa Decius und dem Wawelschloss tief in die feine Gesellschaft früherer Zeiten eintauchen und zugleich Erklärungen für den Tanz als Kommunikationsmittel finden. Auch wer aktiv mitwirken möchte, kann – muss aber nicht – dies neben dem Zuschauerdasein tun.

Tradition des historischen Tanzes

Romana Agnel -fot. T. Korczynski

Romana Agnel, Foto: T. Korczynski

Schon seit dem Jahr 2000 findet das Fest der Hoftänze in der Königsstadt mit dem berühmten Wawelschloss statt. Begonnen wird in diesem Jahr am 29. Juli in bewährter Weise mit Workshops, Aufführungen, Präsentationen und Vorträgen. Dabei kommen nicht nur Spezialisten für Hofkultur und Konzerte früherer Epochen zur Sprache, sondern Teilnehmer der Workshops erlernen auch die Etikette, den Tanz und die Musik dieser Zeiten. In den Workshops werden Auftritte und Choreographien entwickelt, die manchmal auch Synthesen verschiedener Stilrichtungen darstellen können. Langjährige Erfahrungen des berühmten Krakauer Hofballets ‚Ardente Sole’ unter der Federführung der künstlerischen Direktorin, Tänzerin, Choreographin und Kunsthistorikerin Romana Agnel stehen in den Workshops allen Teilnehmern offen. Angeboten werden zum Beispiel Barock-Tanz, Country Dances (England), italienischer Tanz des 17. Jahrhunderts oder polnischer Tanz aus dem 18. Jahrhundert. Auch Kinderworkshops stehen zur Verfügung und gar Fahnen-Jonglage nach historischem Vorbild lässt sich erlernen.

Romana Agnel - fot. T. Korczynski

Romana Agnel, Foto: T. Korczynski

Aber man muss nicht mittanzen oder fachmännisch diskutieren, um vor dem eigenen Auge die Vergangenheit der Königs- und Herrenhäuser wiederaufleben zu lassen. Vor der traumhaften Kulisse der Altstadt Krakaus werden die Tanz- und Lebensstile der Epoche mitreißend vorgestellt. Welche Rolle der Tanz in diesen Gesellschaften spielt, wird wohl nur dem deutlich, der sich einmal den Aufwand und die Tanzformen genauer angesehen hat.  So erstellt etwa für ‚Ardente Sole’ die bekannte Kostümgestalterin und Kulturwissenschaftlerin Monika Polak-Luścińska in aufwändiger Kleinarbeit die teilweise monumentalen Kostüme, die Bühnen sind liebevoll gestaltet und die Szenerie nimmt sich auch kleinen historischen Details an. Vorführungen von professionellen und in den Workshops temporär entstandenen Ensembles aus verschiedenen Ländern geben auch verschiedene Perspektiven auf den früheren höfischen Tanz wieder.

Großes Finale am 4. und 5. August

Höhepunkt des Festivals werden die Aufführungen im Schloss und an der Barbakane sein. ‚Das Märchen von der Prinzessin’, der ‚Triumph der Liebe’ und ‚Tänze und Ballette im 18. Jahrhundert’ sind nur einige der Veranstaltungen, die unbedingt einen Besuch lohnen. Dass ‚Ardente Sole’ und die eingeladenen Ensembles in der höchsten Liga ihrer Stilrichtung spielen, wird sich wieder einmal nach zahlreichen internationalen Auftritten zeigen. Und dass Krakau wohl eine der schönsten Städte für eine solche historische Feier zu Hofe ist, ebenso.

Daten und Fakten:

Das Programm findet hauptsächlich auf dem Krakauer Marktplatz, im Wawel-Schloss und in der Villa Decius statt.

29.07.2012, 19.00 Uhr: Eröffnung des Festes und Ballettvorführung sowie Eröffnung der Ausstellung ‚Heroes Commedii dell’Arte’ (kuratiert von Monika Polak-Luścińska) in der Villa Decius

30.07. bis 03.08.2012:  Workshops zu höfischen Tänzen, Filmabende, Diskussionsabende, Abschlussball. Nur nach Anmeldung über die Internetseite cracoviadanza.pl

03.08.2012, 17.30 Uhr: Vortrag „Tanz und Choreographie in einer Oper von Mozarts Idomeneo“ – Prof. Claudia Jeschke (Österreich), ab 19 Uhr Tänze der Werkstatt ‚Decius Danza’

04.08.2012, 15.00 Uhr: ‚Capella Nicopolensis’ aus Mikołów im Königsschloss in Niepołomice, 16.00 Uhr: ‚Das Märchen von der Prinzessin’ von „Capella Antiqua Bialostociensis“ (Bialystok), ‚Triumph der Liebe’ vom Renaissance Dance Team ‚Il Tempo del Vento’ (Russland) im Historischen Museum Krakau in der Barbakane, 20.00 Uhr: Ballett ‚Tänze und Ballette im achtzehnten Jahrhundert’ mit
Alaknanda Bose (Indien), Marie-Claire Bar Le Corre (Frankreich), Barbara Segal, Bill Tuck (England), Rainer Krenstetter (Österreich), Romana Agnel (Polen) und dem Ballett-Ensemble ‚Cracovia Danza’ in der Krakauer Philharmonie

05.08.2012, 12.00 Uhr: Bis 17 Uhr finden die Shows der Teilnehmer der Workshops auf dem Festival statt, und zwar an der Barbakane. Ab 16.00 Uhr spielt noch einmal die ‚Capella Nicopolensis’ aus Mikołów. Am Schloss beginnt auf dem Pieskowa-Felsen (Pieskowa Skala) um 15.00 Uhr das Theaterstück ‚Das Märchen von der Prinzessin’ von der ‚Capella Antiqua Bialostociensis’ aus Bialystok.

Reservierungen und Anmeldungen: cracoviadanza@cracoviadanza.pl oder unter der Rufnummer 00487 (12) 421 08 36 (10.00-14.00 Uhr). Weitere Informationen unter www.cracoviadanza.pl (Polnisch, eingeschränkte Informationen auf Englisch und Deutsch)

...sind diese Artikel auch interessant für Sie?

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*