Fremdes entdecken: 21. Festival jüdischer Kultur

Plakat zum "Festival jüdischer Kultur" in Kraków (Krakau)

Plakat zum 'Festival jüdischer Kultur' in Kraków (Krakau)

(Köln, MST) Klezmer auf Vinyl? Grabplatten integriert in Bauwerken? ‚Star Trek‘- Autoren mit jüdischem Hintergrund? In zahlreichen Ausstellungen, Konzerten, Diskussionsrunden und Workshops soll ab diesem Wochenende, dem 24. Juni bis zum 03. Juli 2011 die jüdische Kultur entdeckt werden. Das ‚Festiwal kultury żydowskiej‘, übersetzt das ‚Festival der jüdischen Kultur‘, lädt seit 1988 zum gemeinsamen diskutieren, betrachten und verstehen ein.

Das Festival findet in Kazimierz, dem heutigen Szeneviertel in Kraków (Krakau), statt. Ashkenazi und Sephardi warten auf Publikum, um von der Vielfältigkeit und Reichtum ihrer Kultur zu berichten. Das Festival wurde im vergangenen Jahr von rund 25.000 Neugierigen besucht und gehört damit auf der ganzen Welt zur größten Veranstaltung dieser Art.

Kazimierz

Seit dem 11. Jahrhundert wanderten zunehmend Juden nach Polen ein. Im Vergleich zum Rest Europas waren die Lebensbedingungen im Osten angenehmer. Sie standen im 13. und 14. Jahrhundert unter dem ständigen Schutz der polnischen Könige. Die christliche Bevölkerung war eine Gefahr für die Fremden. König Kazimierz der Große (1333-1370) sympathisierte mit der Minderheit und erweiterte ihre Rechte. Er erlaubte den Juden Handeln zu betreiben, sich selbst zu organisieren und auch innerhalb ihrer Gemeinde selbst judikative Funktionen zu übernehmen. Mit der Gründung der Trabantenstadt, Kazimierz, deren Namensgeber er ist, schuf der König die Basis für die Entwicklung eines jüdischen Viertels. Hauptsächlich standen Juden und Christen in Kontakt aufgrund von wirtschaftlichen Beziehungen. Nach einer langen Phase des friedlichen Nebeneinander wurde die inzwischen zum Stadtviertel herangewachsene Siedlung im 2. Weltkrieg geräumt. Nach diesem Schicksalsschlag verarmte die Gegend zunehmend. Erst im Zuge der Gentrifizierung im Verlauf des letzten Jahrzehnts gewann dieser Teil der Stadt wieder an Attraktivität und ist heute ‚Szeneviertel‘ Krakaus.

Highlights

Das Programm des ’21. Festivals jüdischer Kultur‘ ist vielfältig und bietet eine gute Mischung zwischen Diskussionen, Vorträgen und kreativen Angeboten. Ein Highlight ist die Ausstellung des Fotografen Łukasz Baksik. Er dokumentiert mit seinen Bilder die Verwendung jüdischer Grabplatten, die während des 2. Weltkriegs als Baumaterial genutzt wurden – für Mauern, Straßen und Treppen. Andere Beiträge, wie der Vortrag über Science-Fiction und die jüdische Rolle darin oder das Zeichnen von Comics legen den Schwerpunkt des Festivals nicht nur auf die Vergangenheit sondern auch auf die Gegenwart und Zukunft. Den musikalischen Höhepunkt am 2. Juli 2011 bietet das Konzert ‚Szalom na Szerokiej‘, bedeutet übersetzt ‚Schalom auf der Breiten Straße‘ mit der Gruppe ‚Abraham Inc.‘. David Krakauer präsentiert gemeinsam mit Musikern aus dem Genre Funk, afro-amerikanischen Rap, Swing und elektronischer Musik eine einzigartige Adaption des Klezmer.

Für Interessierte, die nicht an den Konzerten teilnehmen können, besteht die Möglichkeit über einen Link auf der Festivalseite sich das Konzert via Livestream anzuschauen.

Weitere Informationen unter: www.jewishfestival.pl

Quelle: Digitale Pressemappe der Veranstaltung

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  1. Jochen
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