Fundraising „Kilometer des Guten“ – Ein polnischer Spendenmarathon

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Grafik: kilometrydobra.pl

(Hoyerswerda, AAF) Zum dritten Mal findet in Polen ab dem 5. Juni 2016 eine Spendenaktion unter dem Titel „Kilometer des Guten“ statt. Die besondere Idee dieses Fundraising ist es, dass eine Bündelung von Spenden unter einem zentralen Internetportal stattfindet, wobei die Spender jeweils bestimmen, welche der assoziierten Organisationen die jeweilige Spende erhalten.

Gereihte Złotystücke

Als Motivation möglichst viel zu spenden wird die Spendensumme in eine Länge von aneinandergelegten Zloty-Münzen umgerechnet, um „das Gute“ zu messen. 45 500 Zloty entsprechen so einem Kilometer gereihte Zlotystücke. So entstand auch der Name „Kilometer des Guten“ („Kilometry Dobra“). Einzahlen kann man 22, 44, 176, 444 Zloty oder eine höhere Summe.

Beim letzten Durchgang beteiligen sich etwa 50 polnische Ortschaften Orte in Polen, bei dem bis Ende März dieses Jahres rund 100 000 Zloty, das sind etwa 25 000 Euro, gesammelt wurden. So konnten zwei Kilometer virtuelle Geldstücke aneinander gelegt werden. Ziel ist es, eine Zloty-Länge von 75 Kilometern zu erreichen, um ins Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen zu werden.

Botschafter der Sammelaktion

Eine Gruppe von bekannten Persönlichkeiten aus Schauspiel, Sport und Publizistik wirbt als Botschafter für die Sammelaktion, darunter Robert Lewandowski (als Repräsentant des polnischen Sports), der Schauspieler Cezary Żak und der bekannte Sprachwissenschaftler Prof. Miodek aus Breslau. Aber auch die Spender selbst werden namentlich auf der Homepage mit Angabe ihrer Spendensumme genannt.

Fundraising-Profi als Kopf der Aktion

Organisator dieses Fundraising ist Robert Kawałko, Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender des Polnischen Fundraising-Instituts (Polski Instytut Filantropii). Dieses organisiert neben dieser Sammlung auch die Aktion „Das gute Testament“ (dobrytestament.pl). Gleichzeitig ist Kawałko Eigentümer des Beratungs- und Trainingsunternehmens Pictus Marketing Solutions und steht der katholischen Tischner-Hochschule nahe.

Ziel ist Stärkung des Fundraising in Polen

Auf der Homepage des „Kilometer des Guten“ wird angegeben, dass es das Ziel des organisierenden Polnischen Philantropischen Instituts sei,

  • das Potential der polnischen Spender zu wecken,
  • sie zur Bildung von Bürgerinitiativen und karitativen Unternehmen zu ermuntern,
  • das Stereotyp der Polen als Menschen, die häufig zerstritten sind und die zur Zusammenarbeit unfähig sind, zu zerstreuen,
  • zwischen den polnischen Organisationen eine Atmosphäre der freundschaftlichen Zusammenarbeit zu schaffen,
  • das Vertrauen von Spendern zu NGO durch die Anwendung von ethischen Standards bei der Verwaltung von Finanzmitteln zu steigern und
  • die internationalen Beziehungen durch Zusammenarbeit mit Organisationen zu stärken, die weltweit philanthropische Ziele verfolgen.

Ein mittelfristiges Ziel ist es, die Aktion „Kilometer des Guten“ bis 2020 auf allen Kontinenten zu etablieren.

An Transparenz fehlt es noch

Allerdings ist es um die Transparenz der Aktion nicht besonders gut bestellt. Auf der Homepage der Sammlungsgesellschaft ist so z.B. nicht ersichtlich, welcher Verwaltungsaufwand für das Fundraising entsteht und wer diesen vergütet erhält; d.h. zu klären, wieviel von dem gespendeten Geld tatsächlich bei den bedachten Organisationen ankommt.

Zudem lässt sich vor Bekanntgabe der persönlichen Zahlungsinformationen auf der Internetseite nicht feststellen, welchen Organisationen man sein Geld spenden kann. Aus den dokumentierten Spenden ergibt sich, dass es sich häufig um karitative kirchliche Organisationen oder der katholischen Kirche nahestehende karitative Organisationen, insbesondere im Bereich der Behindertenbetreuung handelt. Dabei ist die Auswahl an Organisationen aber nicht sonderlich groß.

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