Fünf Fragen an: Paula & Karol + Verlosung

Verbreiten im Frühjahr schon mal Sommerstimmung: Paula und Karol (2.v.r., Foto: Kaisu Almonkari)

Verbreiten im Frühjahr schon mal Sommerstimmung: Paula und Karol (2.v.r., Foto: Kaisu Almonkari)

(Berlin, FS) Die Folk-Band Paula & Karol haben wir euch schon an anderer Stelle ans Herz gelegt. Das namensgebende Duo wird live von 3 bis 4 Mitmusikern unterstützt, sodass auf der Bühne der schönste und tanzbarste Folk-Pop erklingt, den Ihr momentan zu hören kriegen könnt.

Dass wir Euch noch einmal ihre Konzerttermine in Deutschland empfehlen möchten, steht außer Frage. Im Vorfeld ihrer Deutschland-Tour im Mai haben wir Paula Bialski und Karol Strzemieczny außerdem einige Fragen gestellt. Wie sich herausstellte, gibt es neben ihrer anstehenden Tour noch eine weitere Verbindung zu Deutschland. Paula Bialski lebt seit letztem Jahr in Hamburg.

Paula, was tust du in Hamburg? Wie gefällt es dir dort? Vermisst du Polen?

Paula: Neben der Musik mit Karol habe ich meine Doktorarbeit in Soziologie beendet. Seit Oktober arbeite ich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an einem Forschungsprojekt an der HafenCity Universität Hamburg. Polen vermisse ich nicht, weil ich ständig dort bin! Manche Leute wissen gar nicht, dass ich fortgegangen bin, weil ich ein oder zweimal im Monat zurückfahre.
Es fühlt sich ein wenig so an, als würde ich gleichzeitig in zwei Städten leben. Aber ich mag Hamburg sehr! Den Hafen, die Alster, das Gemütliche an diesem Ort. Alles ist in einer halben Stunde mit dem Fahrrad zu erreichen.

Karol, wie funktioniert das – eine Band zu sein, obwohl ihr nicht in der gleichen Stadt, nicht mal im gleichen Land lebt?

Karol: Zu Beginn konnte ich mir auch überhaupt nicht vorstellen, wie das gehen soll. Paula hat mich überzeugt, dass wir trotz der räumlichen Trennung weiter eine Band sind. In den letzten drei Jahren haben wir permanent Konzerte gespielt und geprobt, Songs geschrieben und aufgenommen oder andere Band-Angelegenheiten geregelt. Das hat sich geändert, aber sicherlich zum Guten. Jetzt können die Leute in unserem Umfeld auch mithalten, bei all dem, was wir tun.

Wir schreiben auf Polen.Pl ja über alles, was wir an und in Polen spannend finden. Ich habe mich gefragt, ob es da etwas in eurer Musik gibt, vielleicht ein Gefühl, eine Atmosphäre, Instrumente oder Texte in der Musik, das so nur in Polen oder in eurer Heimat Warschau entstehen konnte?

P: Das ist schwierig. Ich habe im Norden von Ontario, in Warschau, Nordengland, Irland und nun in Hamburg gelebt. Unsere Musik wurde größtenteils in Warschau geschrieben und aufgenommen, aber ich glaube, dass ich unterbewusst all die Gefühle und Sounds dieser Orte in die Musik und die Texte einbringe. Wir singen in „Blackbird“: „All the places I’ve known, they’re all mine…“ All die Erfahrungen, die wir gemacht haben, verkörpern wir auch. Musik ist tatsächlich ein Ausdruck davon. Oder, Karol?

K: Ich stimme zu. Für mich hat Songwriting viel mit den Erfahrungen der Vergangenheit zu tun, die dich zu der Person gemacht haben, die du bist. Für mich sind das etwa die Phasen, als ich in New York gelebt habe und in Polen unter dem Kommunismus in den 80er Jahren. Paula ist viel weiter gereist als ich. Ich glaube, diese Sachen sind in uns beiden erhalten geblieben und treten in Musik und Text zum Vorschein.
Aber getroffen haben wir uns in Żoliborz in Warschau und mir scheint, dass es einen riesigen Einfluss auf unsere Band hatte, dass wir ein Teil einer sehr schnell wachsenden Community von Menschen in der Stadt waren.

Ihr habt vor Kurzem einen Artikel verbreitet, in dem es darum ging, wie Konzerte in Polen veranstaltet werden sollten. Wie läuft es denn heute und was sollte sich ändern?

Paula & Karol live im Jahr 2011 (Foto: Adam Kliczek / Wikipedia / CC-BY-SA)

Paula & Karol live im Jahr 2011 (Foto: Adam Kliczek / Wikipedia / CC-BY-SA)

P: Es hängt sehr davon, von welchem Level wir da sprechen. Große Spielstätten und Bands sind grundsätzlich anders aufgestellt in Sachen Organisation und Promotion. Jedes Level hat seine Fallstricke. Wir bewegen uns im Indie-Bereich. Ich finde, polnische Organisatoren von Shows könnten ziemlich viel von den DIY-Promotern in Deutschland lernen.
Kleinere Bands werden in Deutschland häufig behandelt wie die eigene Familie. Mit hausgemachtem Essen, und gemütlichen Betten in privaten Räumen. Uns ist schon passiert, dass die Promoter selbst für eine Nacht ausgezogen sind, um uns Platz zu machen für die Nacht. Diese familiäre Atmosphäre in der DIY-Szene kenne ich so in Polen nicht.
Mit Freunden haben wir dieses Problem nicht, aber manche Veranstalter, die auf ganz kleinem Level Konzerte organisieren, tun so, als wäre es alles nur Business. Natürlich nicht alle, aber diese familiäre Behaglichkeit ist nicht so normal.

K: Dem stimme ich auch zu. Aber man muss auch Respekt aufbringen für diejenigen, die in Polen überhaupt solche Dinge möglich machen. Die wenigen Veranstalter, Klubbesitzer und Manager. Es gibt dafür ziemlich wenig Unterstützung, weder von der lokalen Politik noch von privater Seite. In Anbetracht dessen passieren da großartige Sachen. Ich bin ihr größter Fan!

Ich würde euch abschließend um eure persönlichen Empfehlungen aus Polen bitten – egal, welcher Stil, wie alt oder bekannt.

P: Ich freue mich sehr auf das neue Album von Fismoll – ein 17jähriger Junge aus Poznań, der Gitarre spielt und sehr innige Folk Songs schreibt. Er spielt sie mit einem Streicher-Quartett ein. Großartig! Seine EP streamt auf Youtube und ein Album kommt wohl in den nächsten Monaten.

K: Ihr solltet euch zwei Bands anhören, die vielleicht auch bald in Deutschland spielen werden: Eric Shoves Them In His Pockets und Magnificient Muttley. Beides Bands aus Warschau, die Englisch singen. Die ersteren erinnern an Modest Mouse, die zweiten sind rifforientierter. Beide sehr gut.

Ein paar Worte zur kommenden Tour?

P: Das wird unsere bislang größte Tour durch Deutschland. Ich bin so aufgeregt, auch auf der Bühne mal Deutsch zu sprechen! Nach der letzten Tour hatte ich mich mit dem Team der Bar Blauer Engel in Lübeck angefreundet, wo wir spielten. Monate später fing ich an, dort zu arbeiten. Wer weiß, was dieses Mal passiert!

K: Ich kann es einfach nicht mehr erwarten zu spielen. Seit Paula weggezogen ist, sind Momente, in denen wir zusammen Musik spielen und Zeit verbringen können, selten geworden. In Deutschland hatten wir immer sehr viel Spaß auf Tour! All die Orte – das ist alles wirklich aufregend!

Verlosung

Das Beste ist: Ihr könnt für die Konzerte in Frankfurt (2. Mai), München (7. Mai) und Hamburg (16. Mai) Karten gewinnen und Euch die Konzerte in Begleitung kostenlos ansehen! Einfach bis Sonntag, dem 28. April an unserer Verlosung teilnehmen!

Das Gewinnspiel ist beendet. Vielen Dank für die zahlreichen Teilnahmen! Die GewinnerInnen werden asugelost und in Kürze per E-Mail benachrichtigt.

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Comments
  1. Robert
    • Konstantin Schubert

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