Fussballfans in die Studentenwohnheime – Planungen der Euro 2012 laufen

Das Grand-Hotel in Sopot (Zopott). Foto: Polen.pl (BD)

Studentenwohnheim oder Luxushotel? Hier das Grand-Hotel in Sopot. Foto: Polen.pl (BD)

(Bremen, JE) Wohin mit den vielen Fussballfans während der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine? Die polnischen Organisatoren des Riesenevents sorgen sich anscheinend zunehmend, dass die vorhandenen beziehungsweise geplanten Hotels in den Austragungsorten Breslau, Danzig, Posen und Warschau nicht ausreichen, um die erwarteten Massen auswärtiger Schlachtenbummler unterzubringen.

Die Regierung wurde eingeschaltet, sie möge dafür sorgen, dass die Studentenwohnheime der Hochschulen für die Fussballfans geöffnet werden. Laut Gazeta Wyborcza schrieb Wissenschaftsministerin Barbara Kudrycka an die Universitätsrektoren mit der Bitte, dies zu ermöglichen. Das Problem: Die vorlesungsfreie Zeit, in der viele Studenten in ihre Heimatorte zurückkehren – deren Zimmer also frei wären – beginnt erst etwa drei Wochen nach dem Start des Turniers. Die Hochschulen stehen damit vor der Entscheidung, ob sie die Dauer des Semesters anpassen und mit der Vermietung der Zimmer zusätzliche Einnahmen erzielen wollen, oder ob sie alles beim Alten lassen und diese Chance damit verpassen.

Längere Vorlesungen, kürzeres Semester

Viele Unis sind skeptisch, fürchten, dass die Fussballfans in den Wohnheimen Schäden anrichten und hinterher nicht mehr zu ermitteln sein werden. Außerdem geht man davon aus, dass anders als sonst viele Studenten in den Wohnheimen bleiben wollen, um sich die Spiele vor Ort anzuschauen. Eine erzwungene Verdrängung der Studenten durch die Fans möchte man verhindern. Für die Hochschulen gilt es nun, individuelle Lösungen zu finden, die auch von den Studenten mitgetragen werden. An der Politechnika in Danzig hat man – wie die Gazeta Wyborcza berichtete – sich scheinbar bereits geeinigt. Das Sommersemester 2012 soll pünktlich zum Eröffnungsspiel drei Wochen früher als normal enden – dafür wird die Dauer der Vorlesungen für das ganze Semester pauschal um drei Minuten verlängert. Der Rektor Prof. Henryk Krawczyk findet diese Regelung sinnvoll. Wenn die Europameisterschaft einmal begonnen hätte, würden sich die Studenten sowieso nicht mehr auf das Lernen konzentrieren können. Die Studentenwohnheime würden damit – zumindest in einigen Städten – preisgünstige Alternativen zu den überfüllten Hotels darstellen. Besonderen Komfort sollte man allerdings nicht erwarten.

 

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