Fussballfest in Lviv (Lemberg): Kurzbericht

Klein aber fein. Die Lviv Arena. Photo: Polen.pl (BD)

Klein aber fein. Die Lviv Arena. Foto: Polen.pl (BD)

(Warschau, BD) Sie werden mir vorab nachsehen müssen, dass mir hier und dort die grosse Begeisterung für dieses Fußballfest fehlt. Ich gebe zu: Ich bin kein überzeugter Fußballfan, jedenfalls normalerweise. Nichtsdestotrotz machte ich mich am vorigen Samstag auf den Weg nach Lviv (Lemberg), um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Spiel gegen Portugal zu bewundern. Davon handelt dieser Bericht.

Bus statt Bahn zum Anreisen

Die Zugverbindung von Warschau aus ist nicht optimal, diplomatisch ausgedrückt. Denn: Der Zug fährt einen gehörigen Umweg, erst via Krakau nach Przemyśl und dann nach Lviv (Lemberg). Sonst fahre ich viel und gern Bahn, aber das musste dann doch nicht sein.

Die Entscheidung fiel deshalb auf eine Busverbindung der in Polen bekannten Firma PKS aus Przemyśl im Vorkarpatenland: der PKS-Bus braucht laut Zeitplan unter drei Stunden für die nicht ganz 100 Kilometer kurze Strecke. Der Fahrpreis von 60 Złoty (unter 15 Euro) für die Strecke hin- und zurück erschien mir ebenfalls günstig.

Etwas überrascht stellte ich – eingestiegen in den PKS-Bus – fest, dass dieser von etlichen anderen Fußballnationen gut genutzt wurde: Neben den zu erwartenden vielen polnischen Fans waren zahlreiche deutsche und portugiesische Fans mit an Bord.

Grenze Polen Ukraine in Medyka. Deutsche und portugisiesche Fussball-Fans feiern mit polnischen Zollbeamten. (Photo: Polen.pl, BD)

Grenze Polen Ukraine in Medyka. Deutsche und portugisiesche Fussball-Fans feiern mit polnischen Zollbeamten. (Photo: Polen.pl, BD)

Trotz der angekündigten angeblichen Erleichterungen beim Grenzübertritt in Medyka (PL) dauerte die Abwicklung der Formalitäten dort gut eine Stunde. Jetzt wurde mir klar, warum die Fahrzeit so lang angesetzt war. Die gute Stimmung unter den Passagieren machte das Ganze durchaus erträglich, denn jedem war bewusst: wir waren dabei, die Grenze der Schengen-Zone zu überqueren.

Weiter ging es relativ zügig nach Lviv (Lemberg). Endstation war ein Busbahnhof im Süden der Stadt. Die Entfernung zum Stadion: ca. 20 Minuten zu Fuss. Die sieben Stunden Zeit bis zum Spielbeginn wollten allerdings die meisten für einen Besuch der Lemberger Altstadt nutzen.

Schnell war eine Verbindung gefunden: ein etwas abgenutzter Trolleybus mit EM-Logo hinter der Windschutzscheibe brachte uns in die Stadtmitte. Den Fahrpreis von zwei Hrywna (UAH), entspricht etwa 20 Eurocents, beglichen allerding nur wenige: die meisten Fahrgäste gingen wahrscheinlich davon aus, dass die Regelung aus Polen, die EM-Stadion-Tickets als Fahrkarte benutzen zu dürfen, auch in der Ukraine gelte.

Die Zeit in der Altstadt von Lviv kann ich nur als sehr interessant und spannend bezeichnen. Ohne die Ambition – aufgrund der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit –  einer tiegründigen Erkundung liessen wir uns einfach mit der Menge treiben.

Infozelt der Stadt Lviv. Photo: Polen.pl (BD)

Infozelt der Stadt Lviv. Foto: Polen.pl (BD)

Zahlreiche Restaurants, Kneipen und Bars machten die Zeit ließen die Zeit schnell vergehen. Etliche Gruppen von Fans aus Deutschland beherrschten das Bild. Kleinere Gruppen aus Portugal, Polen und der Ukraine waren ebenfalls sichtbar. Bei Sprachproblemen halfen junge freiwillige Helfer, gut erkennbar in ihren gelben T-Shirts.

Gegen 18.oo Uhr wollten die meisten sich das Spiel von Dänemark gegen die Niederlande anschauen. Schnell war eine Kneipe mit schönem Ambiente gefunden. Auch der starke Regen machte den Fans kaum was aus: gespannt schauten sie auf die LCD-Bildschirme zu. Lemberger Bier und Quarkkuchen durften dabei nicht fehlen…

Der Rückweg zum Stadion per Bus war durchaus gut organisiert: Polnisch und deutsch ‚Lukas Podolski‘ rufend schienen die Fans und Buspassagiere, gut alkoholisiert natürlich, die Völkerfreundschaft perfekt zu materialisieren.

Zur Krönung des Abends blieb nur noch der ca. 20-minütige Spaziergang zum Stadion.

 

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