Gdańsk: Pommersche Metropolitanbahn in Vorbereitung

Promenade am Motlawa Fluss in Gdańsk (Danzig). Foto: Polen.pl (BD)

Großes Bahnprojekt in Pommern: Metropolitanbahn

(Strasbourg, HF) Die Selbstverwaltungsbehörden der Wojewodschaft Pommern planen das bisher größte Bahnprojekt ihrer Geschichte. Das Vorhaben einer Pommerschen Metropolitanbahn (Pomorska Kolej Metropolitalna, PKM) wird von der im Jahr 2010 seitens der Verwaltung gegründeten Gesellschaft PKM AG als Bauherr geführt. Ziel ist es, bis 2015 eine Schienenverbindung zwischen dem Danziger Stadtteil Wrzeszcz (Langfuhr) und dem Danziger Lech-Wałęsa-Flughafen herzustellen. Nach Warschau und Krakau wäre Danzig dann die dritte Stadt Polens, die einen Flughafen an die Schiene anbindet.

Regionale Erschliessung verbessern

Wie Jakub Cichosz vom Marschallamt der Pommerschen Wojewodschaft am Freitag am internationalen Bahnkongress im französischen Strasbourg mitteilte, soll die Linie im Westen in die bestehende Bahnlinie Gdynia (Gdingen) – Kościerzyna (Berent) eingeführt werden, so dass der Lech-Wałęsa-Flughafen von Gdingen her, von Südwesten und von Danzig aus besser erschlossen wird. Reisende aus der Kaschubei müssen zudem auf dem Weg nach Danzig keinen Umwegverkehr mehr über Gdingen fahren.

Verkehrsangebot wird merklich verbessert

Aus Danzig-Langfuhr kann, trotz einer hohen Belegung der Gleise, ein Teil der Züge direkt bis zum Hauptbahnhof geführt werden. Anfangs Jahr wurde vom Pommerschen Wojewoden die Linienführung der PKM festgelegt. Die zwanzig Kilometer lange Bahnverbindung PKM verläuft im Osten auf einem stillgelegten Trassee der sogenannten Kaschubenbahn und wird 41 Ingenieurbauwerke sowie acht neue Haltestellen erhalten. Diese werden als Stationen für ein bequemes Umsteigen auf andere Verkehrsträger ausgestattet.

Für den Betrieb der Linie rechnet man gegenwärtig mit der Einführung eines Viertelstundentaktes. Dazu werden zehn Zugkompositionen, sogenannte Schienenbusse, beschafft, die eine Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h erreichen. Das Passagieraufkommen wird auf jährlich 6.5 bis 10.5 Millionen Personen geschätzt.

EU unterstützt Vorhaben finanziell

Die Gesamtinvestitionen dieses Vorhabens betragen 170 Millionen Euro, wovon die EU aus dem Kohäsionsfonds des Infrastruktur- und Umweltprogramms 114 Millionen Euro (70 Prozent) mitfinanziert. Eine entsprechende Vereinbarung  wurde am 14. Mai diesen Jahres mit der EU unterzeichnet. Die öffentlichen Ausschreibungen der Bauarbeiten befinden sich gegenwärtig in Vorbereitung.

Räumliche Entwicklungsstrategie massgebend

Die Bahn soll die gesamte Region westlich Danzigs untereinander und mit Danzig verbinden. Bei der laufenden Aktualisierung der Entwicklungsstrategie der Pommerschen Wojewodschaft  wurde denn auch festgestellt, dass das Problem des nicht integrierten und nicht konkurrenzfähigen öffentlichen Verkehrs vordringlich zu lösen ist. Es wurde auf fehlende Bahnverbindungen sowie auf den niedrigen Qualitätsstandard der öffentlichen Verkehrsleistungen und auf den schlechten Erhaltungszustand der regionalen überörtlichen Verbindungsstraßen hingewiesen. Neben dem beabsichtigten Ausbau von Schnellstraßen ist der Bau der Metropolitanbahn das ökologisch sinnvollere Mittel, diese Herausforderungen anzugehen. Eine Bahnfahrt an den Hauptbahnhof soll dann mindestens doppelt so schnell sein wie mit dem Auto.

Metropolitanregion Danzig mit hoher Bedeutung

Die Metropolitanregion ist der wirtschaftlich bedeutendste Raum der Wojewodschaft. Sie umfasst die Fläche der sog. Trójmiasto (Dreistadt: Danzig, Gdingen, Zoppot) sowie die Landkreise Danzig, Kartuszy (Karthaus), Nowy Dwór Gdański (Tiegenhof), Puck (Putzig) und Wejherowo. Zudem besitzt sie eine Schlüsselfunktion für die Pommersche Wojewodschaft und mit ihren Seehäfen auch für die gesamte Volkswirtschaft Polens. Auf einer Fläche von 4850 km2, was einem knappen Drittel der gesamten Wojewodschaftsfläche entspricht, lebt mit rund 1.3 Millionen Menschen über die Hälfte aller Einwohner der Wojewodschaft.

 

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