Gedicht: Danziger Morgen

 

Wandmalerei am Danziger Werftgelände, Foto: Polen.pl

Wandmalerei am Danziger Werftgelände, Foto: Polen.pl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Berlin, PR) Danziger Morgen

Morgens riecht das Meer noch
Und heute fächert ein Nordwind
In den blassen Nadeln
Bleicher Lerchen an der See
Sachte hebt sich fern
Rosengelb eine frühe Sonne
Danzig wartet im wattigen Dunst
Rostige Kräne schneiden
Schwarze Scherenschnitte
In den Morgenschleier

An den Kais der Werft brackt
Schmieriges Wasser
Möwen schreien scharenstark
Verlorene Helden stehen stumm
Werfen mit schwieligen Fäusten
Schwirrende Angelschnüre
Nach quecksilbrigen Fischchen
Leichtseefischer nun
Mit sehr viel Zeit
Zum kurzen Draufschlagen
Und langem Dreinschauen
Ins stillschmierige Wasser

Der Schluck Gold
Im klaren Wässerchen
Schärft den Blick
Der letzte Zloty nochmals
Gedreht
Umgemünzt in alte Träume

Der Lyriker Peter Reik ist im diplomatischen Dienst tätig und engagiert sich auch privat für die deutsch-polnischen Beziehungen.

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