Gesehen: Bogowie (Die Götter)

Szene aus dem Film Bogowie, Foto: Jarosław Sosiński Watchout Productions NEXT FILM.txt.

Szene aus dem Film Bogowie, Foto: Jarosław Sosiński Watchout Productions NEXT FILM.txt.

(Wroclaw, AA) Fünf Preise des diesjährigen Filmfestivals in Gdynia, das vom 15. bis 20. September stattfand, gingen an den Film „Bogowie“ (Die Götter), bei dem Lukasz Palkowski Regie führte. Darunter ist der Preis für den besten Darsteller, den Tomasz Kot bekommen hat. Außerdem der Preis für das beste Drehbuch und der Preis für die beste Stenographie und für die beste Musik. Die Jury und das Publikum waren sich einig: So einen gelungenen autobiographischen Film hat es in der Geschichte des polnischen Films noch nicht gegeben. Der Film erhielt den „Goldenen Löwen“, den Hauptpreis auf dem 39. Filmfestival Gdynia. „Bogowie“ erzählt die Geschichte des berühmten polnischen Kardiochirurgen Zbigniew Religa. Heute, am 10. Oktober 2014, kommt der Film in die Kinos.

Worum es in „Bogowie“ geht

Ist es möglich einen Film zu drehen, der das Leben einer wahren Legende darstellt, ohne dabei die Person als einen langweiligen zuckersüßen Helden darzustellen? Der Film von Palkowski ist der beste Beweis dafür, dass es geht. Im Film sehen die Zuschauer drei Jahre aus dem Leben des Kardiochirurgen Zbigniew Religas. Als erster gründete er ein Klinikum im südpolnischen Zabrze, wo er 1985 die erste gelungene Herztransplantation in Polen durchführte – zur damaligen Zeit ein Verstoß gegen gängige Wertvorstellungen. Mit dem Herausnehmen eines menschlichen Herzens aus dem Brustkorb durchbrach er damit ein religiöses und sittliches Tabu. Religa gilt als Rebell und Pionier unter Ärzten.

Film Bogowie, Foto: Jarosław Sosiński Watchout Productions NEXT FILM.txt

Film Bogowie, Foto: Jarosław Sosiński Watchout Productions NEXT FILM.txt.

So viel über die Legende des Menschen Religa. Der Film zeigt vor allem das Leben eines Menschen mit seinen Höhen und Tiefen. Der herausragende Arzt erlebt neben seinen großen Erfolgen auch viele menschliche Schwächemomente. Der Film ist aber auch voller Humor. Beispielweise in der Szene, in der Religa beim Vorbeigehen in den Brustkorb eines Patienten nach dem Herz greift und es auf diese Weise reanimiert. Gleichzeitigt schildert der Regisseur sehr gut das schwierige Leben in der Volksrepublik Polen in den 1980er Jahren. Der Hauptdarsteller schlüpft hervorragend in seine Rolle, indem er nicht nur äußerlich dem berühmten Dr. Religa zum Verwechseln ähnlich sieht, sondern auch seine Gangart gut nachspielt. Der Film wirkt sehr authentisch und bleibt immer interessant für den Zuschauer. In den Bewertungen auf dem Filmfestival Gdynia erhielt er sogar bessere Kritiken als Polens aktueller Megafilm „Miasto 44“.

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