Gewinner der ‚Polityka-Passporte‘ stehen fest

teatr wielki warszawa theater operhaus ballet Photo: Polen.pl (BD)

Schauplatz der festlichen Preisverleihung mit allerlei (Polit-)Prominenz: Das Teatr Wielki (die Nationaloper) in Warschau.

(Toruń, JE) Die seit 1993 jährlich von der Wochenzeitung Polityka verliehenen ‚Paszporty‚ gelten als eine der wichtigsten Auszeichnungen für junge Künstler in Polen. Nicht selten sind sie zudem ein ordentliches Karrieresprungbett. Ausgezeichnet wurden am vergangenen Abend in der Warschauer Nationaloper Künstler aus sechs Kategorien: Literatur, Film, Klassische Musik, Popmusik, Theater und visuelle Kunst. Zusätzlich wurde wieder, wie seit 2002 üblich, ein Spezialpreis mit dem Titel „Kulturschaffender“ (Kreator Kultury) verliehen. Auf der anschließenden Gala waren unter anderem Premier Tusk und Präsident Komorowski anzutreffen.

Diese Namen sollten Sie sich in Zukunft merken

In der Kategorie ‚Film‘ gewann Regisseur Rafael Lewandowski (geb. 1969) mit seinem Werk ‚Kret‘ („Maulwurf“), in dem es um einen Helden der Solidarność-Bewegung geht, der im Nachhinein beschuldigt wird, als Spitzel dem Geheimdienst des kommunistischen Regimes gedient zu haben.

Der Gewinner im Genre ‚Theater‘ heißt Krzysztof Garbaczewski (geb. 1983). Er sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen mit seiner Inszenierung ‚Życie seksualne dzikich‘ („Das Sexualleben der Wilden“), die auf der Arbeit des weltberühmten Anthropologen Bronisław Malinowski basiert und im Nowy Teatr in Warschau aufgeführt wurde.

Im Bereich ‚Literatur‘ ausgezeichnet wurde Mikołaj Łoziński (geb. 1980) für seinen Roman ‚Książka‘ („Buch“) – eine Familiengeschichte vor dem Hintergrund der bewegten jüngeren polnischen Geschichte.

Neuer Preisträger der Kategorie ‚visuelle Kunst‘ ist der schweizerische Fotograf Nicolas Grospierre (geb. 1975), der seit über zehn Jahren in Warschau lebt. Bekannt wurde er beispielsweise mit Fotos über das Innenleben des heute leerstehenden traditionsreichen Hotels Europa in Warschau. 2008 gewann er einen Goldenen Löwen auf der Biennale in Venedig.

In der Klassischen Musik geht die Auszeichnung an die gerade einmal 20-jährige Geigerin Aleksandra Kuls aus Warschau.

Mit dem Passport in der Kategorie Popmusik wurden 2012 gleich zwei Künstler ausgezeichnet: zum einen Maciej Szajkowski, zum anderen Julia Marcell. Szajkowski (geb. 1975) hatte im vergangenen Jahr großen Erfolg mit dem Projekt R.U.T.A., in dem historische polnische Protestlieder von Stars der heutigen polnischen Punk- und Folkszene neu aufbereitet wurden. Julia Marcell (geb. 1982) dürfte in Deutschland am ehesten bekannt sein, da sie seit einigen Jahren in Berlin lebt. Sie singt auf englisch und polnisch, ihre Band ist halb deutsch, halb polnisch und 2011 feierte sie mit dem Album ‚June‘ den Durchbruch in ihrem Heimatland.

Den Sonderpreis erhielt Theaterregisseur Jerzy Jarocki.

Angaben über die Künstler wurden diesen Artikeln entnommen:

http://wyborcza.pl/1,75248,10983036,Paszporty__Polityki__za_szczerosc_i_uwage.html

http://www.polityka.pl/paszportypolityki/1523437,2,paszporty-polityki-2011–relacja-z-gali.read

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