Grenzüberschreitende Gemeindekooperation

Arbeitstreffen der Gemeinden Tantow und Bielice. Foto: Dietrich Sempf

Arbeitstreffen der Gemeinden Tantow und Bielice. Foto: Dietrich Sempf

(Berlin, JW) So schwer sich Deutschland und Polen manchmal in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auch tun: Es gibt Lichtblicke. Negativpunkte in der Zusammenarbeit lassen sich vielfach finden: Beginnend bei den schwierigen Bahn- und auch Straßenverbindungen zwischen Deutschland und Polen in Bezug auf Erhaltungszustand, Kosten und Abstimmung, über die in einigen Regionen ausgeprägte Konkurrenzsituation auf dem Angebots- und Arbeitsmarkt bis hin zu Einzelbeispielen wie der nahezu endlosen Diskussion um die Bahnverbindung von Ahlbeck nach Świnoujście (Swinemünde). Während die Bahn zwischen Ahlbeck und Świnoujście nun seit einigen Jahren tatsächlich verkehrt, gibt es auch in Bezug auf die grenzüberschreitende Gemeindearbeit Fortschritte. Von einem Beispiel in einer Gegend, die sonst selten in den Nachrichten vorkommt, möchten wir hier berichten.

Beispiel Bielice und Tantow

Ein Beispiel für gute Ansätze und aktiven Austausch zwischen aneinandergrenzenden Gemeinden in Polen und Deutschland findet sich in den Gemeinden Bielice (Polen) und Tantow (Deutschland). Bielice, eine rund 3.000 Einwohner zählende ländliche Gemeinde in der Wojewodschaft (vergleichbar: Bundesland) Zachodniopomorski (Westpommern) und die 760-Einwohner-Gemeinde Tantow in der brandenburgischen Uckermark treffen sich regelmäßig zum Austausch und planen gemeinsam Projekte. Ein Partnerschaftsvertrag regelt die Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Bildung, Sport und Wirtschaft. Auf dieser Basis werden gemeinsam Veranstaltungen organisiert und man lädt sich gegenseitig zu Veranstaltungen ein. Wie in jeder Landgemeinde ist die Freiwillige Feuerwehr natürlich ganz vorn mit dabei: Als gemeinsames Thema und wichtiger Lebensinhalt der Bürger sind die Aktivitäten und Veranstaltungen der Feuerbekämpfer auch Bestandteil der Erfahrungsaustausche. Dass dabei auch einmal ein gemeinsames Biertrinken entstehen kann, ist sicherlich nicht zu verdenken. Sicher ist auch die schwierige ökonomische Lage ein Grund, dass die Gemeinden sich für eine aktive Zusammenarbeit entschieden haben; doch in jedem Fall lässt sich sagen: Beide Seiten profitieren. Solche Zusammenarbeit bewirkt mehr als jede Sonntagsrede.

Informationen über die Zusammenarbeit finden sich auf den Internetseiten der beiden Gemeinden, zum Beispiel zum Partnerschaftsvertrag, den Arbeitstreffen (Deutsch und Polnisch).

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