Gute Zahlen für den Tourismus in Polen

Die Tuchhallen in Krakau

Auch ohne EM Top-Reiseziel in Polen: Krakau

(Berlin, JW) Das polnische Fremdenverkehrsamt berichtet aktuell in einem Newsletter über die touristischen Eckdaten der ersten drei Quartale des Jahres 2012. Danach sind rund 3,6 Millionen deutsche Touristen in den ersten neun Monaten des Jahres 2012 nach Polen gereist, was einer Steigerung von 5,2 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Rund 30 Prozent der Touristen in Polen kommen aus Deutschland, wenn man die Gesamtzahlen von 11,2 Millionen ausländischer Touristen betrachtet. Prozentual sind wohl die meisten zusätzlichen Touristen in der Ukraine, Russland und Belarus gewonnen worden, was sicher auch ein EM-Effekt und ein Ergebnis der vereinfachten Visa-Regelungen ist. Dies jedenfalls nennt das Fremdenverkehrsamt als Grund. Fast 30 Prozent Zuwachs habe es aus diesen Ländern gegeben, von Januar bis September 2012 waren es über drei Millionen Gäste. Aber: Deutschland bleibt für Polen aus touristischer Sicht weiterhin sehr wichtig.

EM-Effekt und Interessenzuwachs

Der hier vorgestellte Zeitraum umfasst auch die EM und die von ihr ausgelösten Effekte, deren Wirkungen immer noch umstritten sind: Einerseits sind wohl wirklich viele zusätzliche Gäste durch die Spiele angelockt worden, vor allem auch solche, die vorher noch nie in Polen waren. Andererseits sollen, so hört man es von zahlreichen Veranstaltern, auch Gäste in 2012 auf eine Reise nach Polen gerade wegen der EM verzichtet haben: Man hatte Sorge vor überlaufenen Urlaubsorten und überhöhten Preisen. Darunter litten dann nach allgemeinem Sprachgebrauch unter Tourismusexperten die Orte, die selbst gar nicht Austragungsorte waren. Diese Orte konnten ‚Public Viewings‘ und Aktionen zur EM oft nicht in größere Besucherzahlen umwandeln, sondern hatten scheinbar Probleme, auch Stammgäste von einer Reise im EM-Jahr zu überzeugen. Die vier Austragungsorte (Wroclaw (Breslau), Gdansk (Danzig), Poznan (Posen) und Warszawa (Warschau) selbst haben nach Berechnungen einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zusätzlich mit 400 Millionen Euro von Touristen profitiert.

In den Stadien wurden nach Angaben des Fremdenverkehrsamts rund 600.000 Besucher gezählt, in den Fanmeilen etwas über 3 Millionen Menschen. Dabei wird allerdings nicht zwischen Touristen und einheimischen Gästen differenziert.  Generell lässt sich aber ein wachsendes Interesse am Urlaubsland Polen konstatieren, auch befördert durch die EM. Es wird daher spannend zu sehen, wie sich das vierte Quartal 2012 entwickelt hat und vor allem,wie sich die ersten beiden Quartale 2013 entwickeln werden. Dann wird sich zeigen, ob es sich um ein Strohfeuer handelte oder ob das Interesse tatsächlich anhaltend geweckt wurde. Laut Befragungen während der EM waren rund 85 Prozent mit der Organisation der Fußballveranstaltung sehr zufrieden, was bei den Koordinatoren des Tourismusmarketings in Deutschland die Hoffnung auf ein nachhaltig gewachsenes Interesse weckt. Ob daraus ein viraler Effekt entsteht, der Polen als Urlaubsland in den Köpfen der Menschen attraktiv macht, lässt sich heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Nach Rückmeldungen einiger Reiseveranstalter sieht es aber gut aus: Das Buchungsverhalten deutschsprachiger Touristen für Polen soll nach dem Hörensagen für 2013 sehr gut sein. 

Präsenz des Reiselandes Polen

Neben der Vorstellung Polens auf großen Reisemessen wie der in Hamburg und natürlich der ITB in Berlin (Anfang März) findet sich etwa am Berliner Hauptbahnhof ein großes Werbeplakat für Urlaub in Polen. Inwiefern eine neue Kampagne zum Beispiel auch im Fernsehen und im Internet für das Reiseland Polen ansteht, ist uns nicht bekannt. Das Fremdenverkehrsamt wird auf den Messen nach eigener Aussagen die Themen Wellness und Kur in den Mittelpunkt rücken. Einige Veranstalter sind jedoch auch mit neuen Angeboten auf den Markt gekommen, die besonders im hochpreisigen Bereich angesiedelt sind: Auch diese werden aktiv vermarktet. Wer also nach Polen reisen möchte, wird nicht an fehlenden Angeboten scheitern.

Internetseite des Polnischen Fremdenverkehrsamts: www.polen.travel

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