Husar ohne Flügel: Schnell, rot, flach und bald käuflich

Sportwagen Arrinera Hussarya von der Seite. Quelle: Arrinera.pl

Ein sehr sehr schnelles Auto, made in Polen.

(Berlin, JW) Die polnischen Flügelhusaren (Polnisch: Husaria) waren in den Kriegen des 16. Jahrhunderts gefürchtet: Aufgrund ihres Aussehens, ihres Kampfeinsatzes und des Lärms beim Angriff. Der Lärm entstand durch hoch aufragende Flügelstangen, die einerseits Schutz gegen Angriffe boten, gleichzeitig einen bedrohlichen Eindruck vermittelten und zudem beim schnellen Reiten noch laute, gefährlich klingende Geräusche mit sich brachten. Manche dieser Eigenschaften sind auch dem neuen Supersportwagen aus einer polnisch-britischen Kooperations-Produktion zuzuschreiben. Das war vermutlich der Grund, dass der neue Wagen auch nach den heute etwas altertümlich anmutenden Flügelhusaren benannt wurde: Hussaria. Die Marke: Arrinera.

Ende 2013 – wahrscheinlich – zu kaufen

Arrinera Hussarya Sportwagen. Quelle: Arrinera.pl

Auch von hinten nett anzusehen: Der Arrinera-Sportwagen

Wer die geflügelten Husaren früherer Jahrhunderte noch nicht kennt, findet auf spezialisierten Internetseiten und in Miniaturen-Shops im Internet viele Bilder (zum Beispiel husaria.de oder zahlreiche Bücher zum Thema bei Amazon). Wer den Rennwagen noch nicht gesehen hat, über den wir schon im Oktober 2011 berichteten, findet hier die neuesten Bilder des Herstellers Arrinera. Bei den Designüberarbeitungen seit 2011 sind die Flügeltüren zugunsten ’normaler‘ Autotüren entfallen; ein Tribut an die rauschenden Reiter aus der Geschichte ist damit entfallen. Doch das Unternehmen Arrinera hat stattdessen andere Designelemente aufgenommen. Die Firma möchte das nun endgültig designte Sportwagenmodell bereits Ende nächsten Jahres in den Verkauf bringen. Für gut 116.000 Euro laut der Preisliste. Für diesen recht ordentlichen Betrag, der auch für eine Ein- bis Zweizimmerwohnung in Warschau oder Berlin reichen könnte, erhält man einen 340 Stundenkilometer schnellen straßentauglichen Wagen. Mit einem V8-Motor mit 650 PS wird eine beeindruckende Beschleunigung erreicht. Dass eine komplette Elektronikausstattung dazugehört, und ein ‚Hingucker-Design‘, versteht sich von selbst. Auch wenn die Gestaltung des Autos umstritten ist: Viele Leser von Autozeitschriften kritisieren die Ähnlichkeit zu bestehenden Modellen aus Italien, etwa Lamborghini oder Ferrari. Zusatzausstattungen wie eine Wärmebildkamera zur Erkennung von Menschen und Tieren auch bei Nacht können sich natürlich noch auf den Endpreis des individuellen Arrinera auswirken.

Wer es ganz eilig hat, kann schon jetzt eine ‚Vorserie‘ aus einer limitierten, auf 33 Fahrzeuge beschränkten, Serie bestellen. Vermutlich testet der Hersteller damit auch die Marktakzeptanz, denn für eine solche Bestellung muss im voraus Geld hinterlegt werden.

Ko-Produktion und Klischees

Supersportwagen Arrinera Hussarya. Foto: Arrinera.pl

Supersportwagen Arrinera Hussarya von oben

Arrinera, das Unternehmen, dass den Wagen entwickelt und baut, kooperiert eng mit dem britischen Auto-Konstrukteur Nobel. Außerdem gibt es eine Zusammenarbeitsabsicht mit dem  ‚SILS Centre‘ in Gliwice (Gleiwitz), welches zur Ferrostaal Automotive-Gruppe aus Essen gehört.

Schon, als wir 2011 berichteten, wunderten wir uns über die klischeebehafteten Kommentare in den Foren der Automobil-Internetseiten. Wenn auch mancher Redakteur etwa bei Motor-Talk schon darauf hinweist, dass sich Klischees gegenüber dem Thema ‚Polen, Deutschland und Autos‘ verbieten, so hindert dass die Leser seines Beitrags nicht, Kommentare wie „Einen Vorteil hat es, da müssen die geklauten Autos nicht erst über die Grenze gebracht werden“ abzusondern.  Lassen wir die Neid- und Klischee-Diskussion und schauen einfach einmal, wie sich solch ein Auto in Zeiten von energieeffizienzorientierten Autos verkaufen wird. Wir sind gespannt.

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