Internethändler in Polen mit zufriedenen Gesichtern

Smartphone mit aktivierter 123poi-App. Foto: Polen.pl (JW)

Smartphone-Bestellungen in Polen boomen

(Berlin, JW) Drei Prozent: So viel – oder so wenig – Anteil hat der Online-Handel in Polen am Gesamtumsatz des Einzelhandels. Das und einiges mehr fanden die Marktforscher von der Firma yStats.com heraus. Der Marktreport, der für knappe 1.500 Euro bestellbar ist, wird auf der Internetseite der Hamburger Marktforschungsgruppe unter dem Titel ‚Poland B2C E-Commerce Report 2012‘ geführt und mit der Aussage zusammengefasst, dass der Onlinehandel in Polen weiter wächst, sich die Zuwachsraten nun aber etwas abschwächen werden.

Noch unter dem europäischen Durchschnitt

Noch liegt der Onlinehandel in Polen damit etwa 40 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt. Wenn das Wachstumstempo jedoch wie prognostiziert ausfällt, sei bald mit einer Angleichung zu rechnen. Italien zum Beispiel habe Polen in Sachen Online-Bestellungen schon lange überholt. Dabei wurden nicht nur die Bestellung vom heimischen Rechner aus gezählt, sondern auch die stark steigende Zahl der Bestellungen per mobilem Internet. Das passt, betrachtet man die Smartphone-verliebten Polen in den Cafés und Restaurants. Der ‚mobile Onlinehandel‘ soll in Polen von 2011 auf 2012 um das Siebenfache gestiegen sein.

Schuhe und Technik

Wer bei den häufigsten Bestellungen nicht an Geschlechterklischees denkt, findet bestimmt einen anderen Grund für die Verteilung: Schuhe und Kleidung, gefolgt von Unterhaltungselektronik und digitalen Medien waren die beliebtesten Produktkategorien in Polen. Angeboten wurden ‚im polnischsprachigen Internet‘ hingegen noch häufiger Garten- und Sportartikel. Vielleicht verschieben sich die Ausgaben in den Produktkategorien 2013, wo der Onlinehandel in Polen laut der Forscher von yStats.com noch einmal um 25 Prozent zulegen soll. Übrigens lassen sich die Polen ihre Onlinebestellungen am liebsten per Paketdienst zusenden oder holen sie direkt gleich selbst ab. Meistens wird der Kaufbetrag überwiesen, aber auch elektronische Zahlungsverfahren und Rechnungszahlung sind verbreitet. Damit unterscheidet sich der Markt in Polen nicht sonderlich von dem in Deutschland.

Allegro ist vorn

Ein spezifisch polnisches Phänomen ist dagegen der Marktführer in Sachen Onlinehandel, die Firma Allegro. Gewissermaßen als ‚polnisches Ebay‘ gestartet kommen heute nicht nur die meisten Besucher auf die Internetseiten des Unternehmens, sondern es gelangt dort auch am meisten in die Kasse. Einen guten Start in Polen hat auch Groupon hingelegt: Die Rabattierer mit zeitlich begrenzten Aktionen sehen sich laut der yStats-Studie auf Platz zwei. Auch Neo24.pl und Merlin.pl, die sich jeweils Technik und Medien gewidmet haben, verzeichnen gute Zahlen. Das Thema Onlinehandel ist in Polen ganz sicher noch nicht ausgereizt; leider zeigen sich auch die ersten Effekte im stationären Handel: Zumindest in einigen kleineren Orten schließen zahlreiche langjährig etablierte Einzelhändler.

Mehr Informationen zur Studie, die als Desk Research-Studie (unter Zweitverwendung von bestehenden Informationsmaterialien wie Berichten, Geschäftsergebnissen etc.) entstand, findet man beim Marktforschungsunternehmen yStats.com.

...sind diese Artikel auch interessant für Sie?

Comments
  1. Bartek
  2. Annie
  3. Lusi Berell

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*