Kleinbahn Grünberg-Sprottau: Museum auf Suche

Ein Bild der alten Kleinbahn. Quelle: http://www.kolejka.ptkraj.pl/

Ein altes Bild der Kleinbahn. Foto: Ein Bild der alten Kleinbahn. Quelle: www.kolejka.ptkraj.pl

(Berlin, JW) Mieczysław Bonisławski ist Eisenbahnfreund. Genau genommen ist er begeisterter Fan der ehemaligen Kleinbahn Grünberg-Sprottau geworden. Wie er selbst schreibt, hat es eine Weile gebraucht, bis ihm klar wurde, welches Nebengleis ihn in seinem Leben begleitet. Und als es ihm klar war, begann er sich zu engagieren.

Als er noch klein war, ein Kind, wohnte er in seinem Stadtteil von Zielona Góra (Grünberg). Dort spielte er, und zwar fast immer an der gleichen Stelle: Auf einem alten Gleis. Gewundert hat er sich nicht, auch nicht darüber, dass nur selten Güterzüge zu den Fabriken in der Nähe auf dem Gleis rollten. Die Gleise waren für ihn Spielwiese, auf denen man wettete, wer vor der Lokomotive laufen könne oder wer einen Wagen durch Ziehen in Bewegung setzen könne. Die Gleise waren sein Lebensumfeld. Ohne große Bedeutung, so sagt er heute selbst.

Die Gleise begleiteten ihn auch später. Weil sie die Stadt teilten und verbanden. Ging er sie entlang, so gelangte er in andere Stadtteile. Zum Beispiel zum Fußballstadion ging es entlang des Gleises, oder zur Kneipe mit den Kollegen. Später auch zur Freundin, und zum Arbeitsplatz. Wie er selbst sagt, wurde die kleine Bahnlinie mit wenig Verkehr zu seiner kleinen Welt. Auch, weil man immer jemanden kannte, der etwas mit der Bahn zu tun hatte. Als Arbeiter, als Lokführer oder als Fahrdienstleiter.

Der Tod der Bahn

Als die Bahn dann stillgelegt wurde, machte sich Mieczysław Bonisławski Gedanken: Warum war sie da? Wer hat sie gebaut? Wo begann sie, wo endete sie? Er begann zu forschen. Und stieß auf Halbwissen: Manche meinten, es sei eine Schmalspurbahn. Das war sie aber nicht, obwohl sie doch früher von den Deutschen ‚Kleinbahn‘ genannt wurde. Die Untersuchungen gingen weiter und zeigten, dass die kleine Bahn zwischen Zielona Góra (Grünberg) und Szprotawa (Sprottau) doch noch so einige weitere Geheimnisse wahrt. Es entstand ein Verein, ein Museum, eine Internetseite. Es klärten sich manche Fragen, zum Beispiel die, warum die Bahn auch als ‚Milchlinie‘ und ‚Beerenbahn‘ bekannt war.

Die Suche geht weiter

Und jetzt kommt der Wunsch von Mieczysław Bonisławski. Sein Projekt ist, nicht nur Fakten, sondern auch Erinnerungen zu sammeln. Ohne Grenzen. Er wünscht sich, dass Menschen, die etwas über die Bahn wissen, sich melden. Dass alle, die Erinnerungen, Zeitschriften oder Dokumente zur Bahn haben, diese zur weiteren Recherche einsehen lassen. Aber auch, dass Interessierte sich das Projekt ansehen. Vielleicht finden sich Menschen, die Informationen bereitstellen oder in der Recherche unterstützen mögen. Die Internetseite ist noch nicht auf Deutsch übersetzt (dafür wird noch jemand gesucht), aber ein Besuch dort lohnt sich für Interessierte.

Weitere Informationen: www.kolejka.ptkraj.pl

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