Klezmer-Highlight begeistert Berliner

Eintrittskarte Klezmer-Konzert. Foto: Polen.pl (JW)

'Rozhinkes mit Mandlen' war der Titel des Klezmer-Konzerts in Berlin

(Berlin, JW) Wenn es noch eines Beweises gebraucht hätte, dass die deutsch-polnischen Förderinstitutionen für beeindruckende Veranstaltungen immer gut sind: Am gestrigen Sonntagabend begeisterte ein jiddisches Konzert mit Leopold Kozłowski und Jacek Cygan die Besucher des Centrum Judaicum in der Neuen Synagoge.

Das hochkarätig besetzte Bühnenpodium zahlte sich während und nach der Veranstaltung mehr als aus: Das Publikum kam aus dem begeisterten Klatschen nicht mehr heraus; beim anschließenden Verkauf von CDs und Büchern zu Kozłowskis gab es einen vom Andrang überrannten Fanartikel-Verkaufsstand.

Glänzend aufgelegt

Sowohl der auf der Bühne wie am Flügel ausgesprochen agil agierende fast neunzigjährige Kozłowski wie auch der eloquent und locker durch das Programm führende Cygan waren glänzend aufgelegt: Die Auswahl an fröhlicher und nachdenklicher Klezmer-Werke, die Anekdoten und Witzchen während der Ansagen und die aktive Einbindung des altersmäßig durchmischten Publikums machten das zweistündige Konzert zu einem viel zu kurzen Ausflug in die Welt der jiddischen und polnischen Texte. Gilt der in Polen sehr bekannte Cygan manchen sonst auch als etwas zu redselig, so bereicherte seine Moderation – besonders gepaart mit der im Wortgefecht ebenso gewandten Übersetzerin – die ohnehin schon wertvolle Veranstaltung ungemein.

Neue Synagoge in Berlin. Foto: Polen.pl (JW)

Centrum Judaicum in der Neuen Synagoge

Aber ohne das musikalisch herausragende und professionell auftretende Ensemble wäre das Klezmer-Konzert vermutlich dennoch ohne besonderen Erinnerungswert geblieben. Cygans humorige Einleitung nahm auch Bezug auf den Erfolg des angejahrten Kozłowskis bei den Frauen – so schien wenig verwunderlich, dass das fünfköpfige Ensemble zu 80 Prozent aus weiblichen Protagonisten bestand. Sowohl Renata Świerczyńska, Kamila Klimczak, Katarzyna Jamróz wie die kecke Marta Bizoń begeisterten das Publikum mit engagierten Auftritten und herrlichen Stimmen. Der einzige Mann im Bunde, der sehr bärtig auftretende Andrzej Róg, stand dem jedoch in nichts nach. Vom Publikum etwas vernachlässigt wurde die ebenfalls herausragende Geigerin.

Alles in allem konnten die Besucher des Konzerts auf einen mehr als gelungenen Abend zurückblicken und sich über das Engagement der Sponsoren (unter anderem die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, das Auswärtige Amt, die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft) und der Veranstalter (Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin, Stiftung Neue Synagoge Berlin und Klezmer-Hois Kraków) freuen.

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