Krystyna Oleksy und Claude Lanzmann in Stadthagen

Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Polen.pl (MH)

Hochkarätig besetzte Erinnerungs-Veranstaltung in Stadthagen

(Kolobrzeg, JW) In der rund 50 Kilometer von Hannover entfernt gelegenen Schaumburger Stadt Stadthagen findet im September und Oktober 2011 eine hochkarätig besetzte Veranstaltungsreihe im Rahmen der Förderung einer Gedenkstätte an einer ehemaligen Synagoge des Ortes statt. Die Veranstalter haben unter anderem Krystyna Oleksy, die stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und Claude Lanzmann, den Regisseur des Films ‚Shoah‘ für Veranstaltungen gewinnen können. Außerdem finden zahlreiche weitere Aktivitäten statt, unter anderem wird ein deutsch-polnisches Theaterprojekt Bestandteil des Programms sein.

Claude Lanzmann über sein Lebenswerk

Claude Lanzmann wird am 19. September 2011 um 19.30 Uhr im Ratsgymnasium der Stadt Stadthagen, moderiert von Schülern des Gymnasiums, über sein Lebenswerk sprechen. Der Förderverein ‚Ehemalige Synagoge Stadthagen‘ kündigt diese herausragende und seltene Veranstaltung fast zu bescheiden an:

Der ‚Jahrhundertmensch‘ Claude Lanzmann, geboren 1925, – als junger französischer Jude und Kommunist Mitglied der Resistance im Kampf gegen die Wehrmacht; Freund von Jean Paul Sartre, langjähriger Lebensgefährte von Simone de Beauvoir; Journalist; Regisseur von ‚Shoah‘ und zahlreichen anderen Filmen; Autor der hoch gelobten Autobiographie: ‚Der patagonische Hase‘, u.v.a.m. – zu Gast in Stadthagen und im Gespräch mit Schülern und der Öffentlichkeit über sein Lebenswerk und über die Notwendigkeit, die Erinnerung an die ‚Shoah‘ wach zu halten.

Angemessene Erinnerung

Über die Frage der angemessenen Erinnerung, die Gedenkstättenarbeit an authentischen Orten und die Frage der Vermittlung der Geschehnisse wird die stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau am 29. September, ebenfalls in Stadthagen, informieren und diskutieren. Schon  am 12. September wird die Wanderausstellung ‚Sonderzüge in den Tod‘ der Deutschen Bahn mit einer Einführungsveranstaltung der Historikerin Susanne Kill eröffnet, und zwar in der Zehntscheune in Stadthagen. Weitere regionale Projekte, etwa ein ‚Stolperstein-Projekt‘ eines Künstlers, werden präsentiert.

Deutsch-Polnisches Theaterprojekt

Am 16. September 2011 werden in zwei Vorstellungen Darbietungen eines deutsch-polnischen Theaterprojekts zu sehen sein. Unter dem Titel der Veranstaltungsreihe ‚Die Notwendigkeit der Erinnerung‘ wird hier das Theaterstück ‚Der Prozess von Shamgorod‘ von Elie Wiesel über ein Gerichtsverfahren gegen Gott und das Poem des großen polnisch-jüdischen Dichters Jichzak Katzenelson ‚Der große Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk‘ aufgeführt.

Weitere Informationen zum Herunterladen im  Veranstaltungsflyer: Veranstaltung Stadthagen September und Oktober 2011, pdf-Flyer und auf der Internetseite des Fördervereins ehemalige Synagoge Stadthagen stadthagen-synagoge.de.

 

 

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  1. Jens

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