Kulturzüge zur Kulturhauptstadt 2016 und zügiger an die Ostsee

Außenansicht des renovierten Hauptbahnhof Breslau. Der Bahnhof glänzt hellorange im Morgenicht.

Der Breslauer Bahnhof im Jahr 2013 kurz nach der Renovierung.

(Berlin, JW) Breslau, auf Polnisch Wrocław, ist Kulturhauptstadt 2016. Die Stadt ist ein Traum, aber hat doch für Bahnreisende einen Nachteil: Die Anreise dorthin ist gegenwärtig recht langwierig, obwohl die Entfernung zum Beispiel von Berlin aus gar nicht so groß ist. Das liegt an der langsamen Zugverbindung, über die wir schon oft schrieben. Der deutsch-polnische Bahngipfel am vergangenen Freitag brachte für Breslau-Interessierte eine gute Nachricht: Zum Kulturhauptstadtjahr 2016 soll es schnelle ‚Kulturzüge‘ geben, und danach soll der Ausbau der Verbindung endgültig geplant werden.

Zum Bahngipfel waren neben dem einladenden Polen-Koordinator der Bundesregierung, Brandenburgs Ministerpräsident Woidke, auch die Bahnchefs aus Polen und Deutschland sowie die Verkehrs-Staatssekretäre nach Potsdam gekommen. Angekündigt wurden die ‚Kulturzüge‘ als komfortable Verbindungen für Menschen in Deutschland, die sich Breslau einmal ansehen möchten. Was den weiteren Ausbau der Verbindung nach 2016 anbetrifft, wurde zumindest eine belastbare Planung für die Zeit danach angekündigt (siehe Pressemitteilung des Auswärtigen Amts); die Absicht des Ausbaus der Verbindung ist zumindst bekundet worden. Positiv bewertet wurde das natürlich von der Initiative deutsch-polnischer Schienenpersonenverkehr. 

Weiterhin wurde durch den Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Bahn AG, Rüdiger Grube, auch die schon seit Jahren eigentlich schriftlich fixierte und vertraglich vereinbarte Erneuerung der Schienen zwischen Berlin und Szczecin (Stettin) bestätigt. In den vergangenen Monaten blieb trotz der unterschriebenen Verträge unklar, ob es wirklich rechtzeitig und vollständig zum Ausbau kommt. Laut der nun getroffenen Aussagen ist klar beabsichtigt, sowohl die Elektrifizierung als auch die Zweigleisigkeit zu erreichen. Das ermöglicht, dass die Verbindungen von Berlin nach Szczecin um 50 Minuten kürzer werden – oft sogar mehr, weil heute vielfach in Angermünde umgestiegen werden muss. Ein zusätzlicher direkter Zug zwischen den beiden Städten wurde nämlich schon für Dezember 2015 zugesagt. Der Bürgermeister des Berliner Bezirks Pankow, Matthias Köhne, dürfte das begrüßen: Er hatte bereits im Mai auf einer Sonderzugreise von Berlin in die Partnerstadt genau diesen Ausbau gefordert. Wenn nun bis 2020 der Ausbau kommt, kommen die Fahrgäste auch am dann renovierten Bahnhof in Szczecin an.

Innenansicht der Bahnhofshalle des Bahnhof Warschau in Polen.

Bahnhofshalle des Bahnhofs Breslau (Wroclaw) nach der Renovierung im Jahr 2013. Foto: Polen.pl

Immerhin zwei sehr positive Ankündigungen zu den wohl umstrittensten Verbindungen zwischen Polen und Deutschland ergab damit diese Initiative Woidkes. Auf der anderen Seite der Bilanz befinden sich weniger im Blickpunkt stehende deutsch-polnische Bahnverbindungen, die in den vergangenen Monaten und Jahren gestrichen wurden. Woidke bleibt zu wünschen, dass der erste Schwung dieses deutsch-polnischen Bahngipfels gerettet und in eine langfristige Ausbauplanung der Verbindungen überführt werden kann.

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  1. Gerrit

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