Kurznachrichten aus der polnischen Wirtschaft

Zwei Zlotyscheine im Wert von 50 und 10 Zloty. Foto: Polen.pl (JW)

Der Zloty ist wieder stärker - aber warum?

(Warszawa, BD) Einige Kurznachrichten aus Polens Wirtschaftsleben geben Rätsel auf: Insbesondere die Währungsverläufe verunsichern Marktbeobachter zurzeit, da sich die Zusammenhänge von Auf- und Abwärtsbewegungen nicht so einfach wie oft erschließen. Vielleicht ist das aber auch nur ein Zeichen dafür, dass die Abhängigkeiten eben nicht ganz so simpel sind, wie sie oft scheinen. Auch etwas rätselhaft – oder besser unwägbar sind die Entwicklungen in Polens Kupferproduktion.

Weg der Besserung

Der polnischen Währung geht es wieder viel besser. Der Preis eines Euro fiel von 4,522 auf deutlich unter 4,300 Złoty innerhalb von drei Wochen. Ähnlich stark verbilligt hat sich auch die US-Währung: der US-Dollar kostet jetzt 3,30 Złoty. Noch vor drei Wochen musste man 3,50 Złoty ausgeben. Interessierte Marktbeobachter finden wenig Nachrichten, die diese positive Entwicklung erklären könnten. Die Inflation, die Verschuldung und auch die Konsumlandschaft bleiben stabil. Ebenso fielen die Renditen leicht: Staatspapiere mit fünfjähriger Laufzeit bringen gegenwärtig 5,20% p.a., polnische Obligationen, die bis Sept. 2022 laufen, bringen etwa 5,70 % p.a.. Dabei kann man wohl kaum behaupten, dass die Krise in Griechenland oder Italien gelöst sei.

Was passiert bei der KGHM?

Der grösste Kupferhersteller in Europa, die polnische Firma KGHM geriet wieder in die Schlagzeilen. Noch vor kurzem mussten die KGHM Investoren erhebliche Kursverluste hinnehmen, nachdem der Premierminister Tusk in seinem Expose am 18. November die Einführung einer neuer ‚Bergbau‘- Steuer (Polnisch: ‚podatek od kopalin‘) ankündigte. Der Aktienkurs des Kupfer- und Silbergiganten fiel innerhalb eines Tages von 160 auf unter 130 Złoty. Bei der Sonderversammlung der Aktionäre am letzten Freitag (20. Dezember) stimmten die Vertreter des Schatzministeriums gegen alle Anträge des Vorstandes. Der neue Aufsichtsrat mit fünf gerade ausgetauschten Mitgliedern könnte den aktuellen Vorstandssprecher Herbert Wirth bei der nächsten Sitzung am 27. Januar abberufen. Der politische Kampf bei KGHM dauert an, die Investoren scheinen verunsichert.

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  1. Bartek

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