Kurznachrichten aus der Wirtschaft

Nahverkehrszug Masovien. Photo: Polen.pl (BD)

Der neue Fahrplan der Bahn macht auch politisch Ärger

(Warszawa, BD) Ikea in Polen, Bahnverbindungen, Inflationsentwicklungen und die Trends bei den Wohnungspreisen sind die Themen des heutigen Wirtschaftsnachrichten-Überblicks. Fast alle unsere heutigen Beiträge stehen im Lichte – oder besser Schatten – das wohl finanziell schwierigen kommenden Jahres. Die Erwartungen der Regierung Polens an die Wirtschaftsentwicklung 2012 sind niedrig, weshalb Kürzungen und Rückgänge zurzeit die beherrschenden Themen sind.

Neuer Bahnfahrplan eingeführt

Am Sonntag wurde in Polen der neue Bahnfahrplan eingeführt. Die Bahnpassagiere haben aus den Erfahrungen der letzten Jahre gelernt: Die meisten ahnten, dass die ersten Tage ‚danach‘ erhebliche Störungen im Bahnverkehr mit sich bringen würden. So war es dann auch. Was man am neuen Fahrplan auch erkennen kann: Der polnische Staat stellt sich finanziell auf ein schweres Jahr 2012 ein. In einigen Regionen wurden massiv Zugverbindungen reduziert (siehe auch unser Beitrag). Der Verzicht auf den Neubau der Hochgeschwindigkeitsbahnlinie bis 2030 unterstreicht ebenfalls das Ausmaß der staatlichen Geldnot. Heute wurde zusätzlich bekannt, dass die geplante lokale Bahnanbindung des Flughafens Wrocław (Breslau) vorerst nicht entstehen wird. Der Sparkurs in Polen wirkt sich also direkt auf den Bahnverkehr aus.

IKEA will weiter wachsen

Der schwedische Möbelkonzern, der seit Jahren mit Einkaufszentren und Fabriken in Polen vertreten ist, will auch in Opole (Oppeln) seine Möbel an den Mann (und  natürlich die Frau) bringen. Gazeta.pl berichtet, dass der Branchenriese aus Skandinavien Investitionsgrundstücke neben dem bereits bestehenden IKEA-Einrichtungshaus erworben habe. IKEA Property Poland übernahm für 39,33 Millionen Złoty (ca. 8,7 Millionen Euro) 100 Prozent der Anteile am Eigentümer der  Grundstücke, der Gesellschaft Progress VI. Diese Investitionsentscheidung der Schweden freut die lokalen Behörden. Man erhofft sich Einnahmen aus der Immobilliensteuer und freut sich über die Entstehung neuer Arbeitsplätze vor Ort.

Moody’s lobt Rostowskis Budgetplan 2012

Die Ratingagentur Moody’s beurteilt die Budgetpläne des Finanzministers Rostowski für das Fiskaljahr 2012 positiv. Die BIP-Wachstumsprognose von +2,5 Prozent kann als optimistisch eingestuft werden, meint die Agentur. Am vergangenen Dienstag wurde der Gesetzesentwurf des Budgets für 2012 von der Regierung Tusks verabschiedet.

Darin findet man unter anderem die Annahme, dass die jetzige Wachstumsdynamik nicht zu halten sei und mir einer erheblichen Verschlechterung der Rahmenbedingungen zu rechnen sei. In 2011 wird die polnische Wirtschaft den aktuellen Prognosen nach um +4,0 Prozent gewachsen sein.

Die Preise für Wohnungen fallen weiter

Die Preise für Wohnflächen im November 2011 sind weiter gefallen, schreibt ebenfalls Gazeta.pl und beruft sich dabei auf die Daten der Immobillien- und Finanzbroker (etwa Metrohouse, Expander, szybko.pl). Der durchschnittliche Preis für einen Quadratmeter Wohnfläche fiel dem Artikel nach im Zeitraum Januar bis November 2011 wie folgt:

  • in Wrocław: von 6.670 auf 6.150 Złoty
  • in Kraków: von 7.120 auf 6.950 Złoty
  • in Warszawa: von 8.450 auf 8.050 Złoty
  • in Poznań: von 5.810 auf 5.470 Złoty
  • in Gdańsk: von 6.030 auf 5.620 Złoty
  • in Łódź: von 4.300 auf 3.880 Złoty
  • in Katowice: von 3.920 auf 3.830 Złoty

Die potenziellen Käufer sollten beachten, dass die tatsächlichen Transaktionen zu Preisen abgeschlossen wurden, die 200 bis 500 Złoty unter der Preisen des ersten Angebotes liegen. Noch grösseren Einfluss auf den Endpreis für einen Investor aus dem Euroland wird die Kursentwicklung der polnischen Währung zum Euro haben. Während im Januar ein Euro 3,90 Złoty wert war, so bringt ein Euro im November gute 4,50 Zloty. Das entspricht einer Verbilligung des Złoty von 15 Prozent.

Inflation im November deutlich gestiegen

Die Konsumpreise in Polen stiegen im November um satte 4,8 Prozent gegenüber 4,3 Prozent im Oktober, gab das Hauptamt für Statistik GUS gestern um 14 Uhr bekannt. Dies überraschte den Markt ein wenig und wird den Befürwortern einer Zinserhöhung neue Argumente in die Hand geben. Nicht ohne Einfluss war mit Sicherheit die Złoty-Schwäche, die seit einigen Wochen andauert: die klassische Theorie spricht von einer ‚importierten Inflation‘, die vor allem durch die in US-Dollar notierten Energiepreise auf die Kaufkraft der Konsumenten drückt. Der US-Dollar Preis in Złoty stieg innerhalb von 12 Monaten (Nov. 2010-2011) von 2,80 auf 3,25, gute 16 Prozent im Jahresvergleich.

 

 

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