Macierewicz’s Smolensk-Bericht im Internet veröffentlicht

LOT Flug Jet Gdańsk Danzig gelandet Boeing Walesa airport. Febr. 2012. Photo: polen-pl.eu (BD)

Die Untersuchung des Flugzeugabsturzes ist auch 28 Monate danach noch nicht zu Ende. Foto: Polen.pl (BD)

(Hamburg, JE) Seit Anfang der Woche ist der Bericht der ‚Macierewicz-Kommission‘ zur Untersuchung der Smolensk-Katastrophe im Internet veröffentlicht (Eine gedruckte Version gibt es bisher nicht). Die Arbeit der Kommission aus PiS-Abgeordneten, angeführt vom ‚Hardliner‘ Antoni Macierewicz, war in der Vergangenheit immer wieder kritisiert worden. Viele Kritiker bezweifelten, dass die Parlamentarier die Ursachen des Flugzeugabsturzes wirklich ergebnisoffen untersuchen und warfen ihnen eine politische Instrumentalisierung der Tragödie vor. Die wesentlichen Aussagen des Berichts wurden bereits seit längerem immer mal wieder in die Öffentlichkeit gebracht. Insofern überrascht es den politischen Beobachter wenig, dass – wie wir in der Gazeta Wyborcza lesen – Macierwicz & Co in diesem eine Explosion an Bord der Präsidentenmaschine herbeigeführt durch „nicht identifizierte dritte Personen“ für den Absturz verantwortlich machen. Bisherige Untersuchungen des Unfallhergangs waren von einem Zusammenprall des Flugzeugs mit Bäumen in der Nähe der Landebahn als Unfallursache ausgegangen. Die PiS-Kommission schließt dies aus, da ihrer Meinung nach der Flugzeugflügel die Birke hätte durchtrennen müssen, ohne dass die Maschine abgestürzt wäre. Generell wird in dem Bericht – anders als in den bisherigen Untersuchungen – nicht davon ausgegangen, dass die Piloten der Tupolew in Smolensk trotz der widrigen Bedingungen landen wollten.

Die noch nicht identifizierten Personen, die hinter dem Anschlag stecken sollen, müssten der Kommission zufolge – ohne dass sie dies ausdrücklich benennt – aus den Reihen der russischen Regierung bzw. Geheimdienste stammen, schreibt die Gazeta Wyborcza. Gleichzeitig beschuldigt Macierewicz die polnische Regierung der Mittäterschaft. „Die russische Seite ist verantwortlich für den Tod des Präsidenten und der nationalen Elite Polens. Aber ohne die Mitwirkung der Regierung Donald Tusks wäre es nie dazu gekommen“. Dem polnischen Außenministerium wirft der Bericht eine bewusst schlechtere Vorbereitung der Visite Kaczyńskis in Katyń im Vergleich zum Treffen zwischen Tusk und Putin am selben Ort ein paar Tage vor dem Unfall vor. Tusk hätte sich bezüglich der Aufarbeitung des Unglücks zudem einem „russischen Diktat“ unterworfen. Die Mitschuldigen auf Seiten der polnischen Regierung – neben Donald Tusk werden noch Radosław Sikorski, Tomasz Arabski, Bogdan Klich und Jerzy Miller namentlich genannt – würden derzeit noch durch ihre Macht, die Staatsanwaltschaft und die Medien geschützt, bedauert Macierewicz, der sich ferner bei rechtsgerichteten Medien wie Radio Maryja oder Gazeta Polska für ihre mutige Suche nach der Wahrheit bedankte. Laut Rzeczpospolita kündigte Macierewicz an, weiter an der Aufarbeitung der Vorgänge arbeiten zu wollen.

 

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