Mehrwertsteuererhöhung in Polen erreicht den Alltag

Zwei Zlotyscheine im Wert von 50 und 10 Zloty. Foto: Polen.pl (JW)

Einkaufen in Polen dank der Mehrwertsteuererhöhung teurer

(Berlin, JW) Zum 1. Januar 2011 wurde in Polen die Mehrwertsteuer auf alle Produkte erhöht: Um einen Prozent stieg die so genannte ‚VAT‘ in Polen auf nunmehr 23 Prozent (Polen.pl berichtete). Die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent in Deutschland wirkt dagegen regelrecht bescheiden. Während die Polen im Alltag im ersten Monat des Jahres 2011 noch recht wenig von dieser Kostensteigerung bemerkten, kommt die höhere Belastung der Haushalte nun in denselben an. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen haben viele Geschäfte aufgrund des Aufwands zunächst auf neue Preisauszeichnungen verzichtet, zum anderen kommt nun auch die bereits teurer eingekaufte Ware in die Regale.

Marketingaktionen werden weniger

Die zunächst beliebten Marketingaktionen besonders einiger großer Handelsketten enden nun vielfach: Es wurde damit geworben, dass die Preise trotz der Erhöhung der Mehrwertsteuer stabil geblieben seien. Nach wie vor gibt es einige Branchen und Unternehmen, die diese Strategie fahren, die Mehrzahl besinnt sich jedoch auf eine auskömmliche Marge und gibt die Kostensteigerungen im Einkauf an die Kunden weiter. So sind nun etwa die Preise für Lebensmittel teilweise merklich gestiegen: Aufgrund der Mischkalkulation von Anbietern und der ‚Preisgrenzen‘ werden – wie immer bei Preiserhöhungen – je nach Produktgruppe und Produkt unterschiedlich verteilt. Vielfach sollen ‚Schwellenpreise‘ wie zum Beispiel 4,99 Zloty nicht überschritten werden, so dass der Preis für ein Produkt, das bisher 4,99 Zloty kostete, in der Regel nicht erhöht wird. Stattdessen steigen die Preise für Produkte, bei denen die ‚Schwellen‘ weiter entfernt sind. Diese werden dann gleich deutlich teurer: So kann es sein, dass ein Produkt, das bisher für die Anzeige von 4,69 Zloty auf dem Kassenbildschirm sorgte, dort nun ein 4,99 Zloty aufleuchten lässt.

Kein Widerstand

Ein merklicher Widerstand der Verbraucher gegen die Preiserhöhungen ist nicht wahrnehmbar. Möglicherweise wechseln Verbraucher im Kaufverhalten nun verstärkt auf preiswertere Alternativprodukte wie etwa Eigenmarken der Supermarktketten. Doch das ist Spekulation: Darüber wurden bisher keine validen Zahlen veröffentlicht. Teilweise werden Anschaffungen nun allerdings zurückgestellt, wogegen im Januar viele noch schnell ‚zum alten Preis‘ eingekauft haben. Dies gilt besonders für größere Anschaffungen.

Reisen bisher nicht teurer

Bei Angeboten für Reisen nach Polen ist bislang keine Teuerung wahrnehmbar. Neben den üblichen geringen Anpassungen hat unser Marktüberblick keine nennenswerten Steigerungen gezeigt. In den vergangenen Jahren sind die Preis teilweise höher für Touristen aus Deutschland gestiegen, als zum Jahreswechsel von 2010 auf 2011.

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