Nachrichtenüberblick aus der Wirtschaft Polens

Hotel Marriott in Warszawa. Foto: Polen.pl (T.Popowski)

Marriott soll künftig nur eins der vielen Hochbauobjekte in dieser Gegend sein. Foto: Polen.pl (T.Popowski)

(Warszawa, BD) Das sind die Wirtschaftsthemen der Woche: Positive Konjunkturdaten besonders im privaten Konsum in Polen sorgen für Beruhigung im Markt, während die Industrieproduktion etwas hinter den Erwartungen zurückbleibt – und damit den Zloty schwächt. Ebenfalls das Wachstum schwächen könnte der drohende Verkehrsinfarkt Warschaus, der nun durch eine neue Brücke und den Ausbau von Tram und U-Bahn entschärft werden könnte. Weiterhin Probleme machen die Wertverluste von Eigentumswohnungen in Polen bei gleichzeitig bleibenden Neubauvorhaben.

Privatkonsum wächst…

Der Privatkonsum im Februar wuchs um 13,7 Prozent (auf Jahresbasis) und übertraf die Erwartungen der Analysten, die durchschnittlich mit einem Wachstum von 9,9 Prozent rechneten. Im gleichen Zeitraum sank die Arbeitslosigkeit leicht auf 13,5 von 13,2 Prozent, meldete das polnische Hauptamt für Statistik (GUS).

… und die Industrieproduktion auch, aber…

Diese Zahlen stimmen die Investoren in Polen etwas optimistischer, nachdem die Industrieproduktion, die um 8,8 Prozent wuchs, gegenüber der Erwartung von 9,0 Prozent eher enttäuschend ausfiel. Diese Zahl wurde vor einer Woche veröffentlicht.

Der Złoty verlor daher im Laufe der letzten  Woche gegenüber dem Euro und dem US-Dollar sichtbar, obwohl viele Investoren weiterhin gerne polnische Anleihen kauften. Dies geht aus den Informationen des polnischen Finanzministeriums (www.mf.gov.pl)  hervor. Die Währungskurse stiegen auf Werte über 4,173 beim EURPLN und auf fast 3,18 Złoty für einen US-Dollar. Diese Woche befestigt sich der Złoty etwas wieder. Der Preis für einen Euro notiert heute vormittag bei 4,14 Zloty, der eines US-Dollars bei 3,128 Złoty.

Warschauer Brückenbeschwerden verringert

Die polnische Hauptstadt Warszawa (Warschau) wächst weiter. Die Stadt die seit Jahren schwer unter Brückenmangel leidet, freut sich seit Sonntag über eine neue und weitere Möglichkeit, die Weichsel zu überqueren. 50.000 Warschauer kamen zu der feierlichen Einweihung. Die Nordbrücke (Polnisch: Most Północny) verbindet den Nordosten der Stadt, vor allem die Stadtteile Targówek und Białołęka mit der Nord-Süd Achse der Stadt, der Weichselschnellstrasse (Polnisch: ‚Wisłostrada‘). Künftig werden auch zwei Strassenbahngleise die Brücke nutzen. Damit soll unter anderem die Möglichkeit geschaffen werden, die nördliche Strecke der existierenden U-Bahn Linie noch besser auszulasten. Wie wichtig die Metro inzwischen geworden ist, wird gerade dieser Tage deutlich: bis zu 500.000 Warschauer sollen die U-Bahn täglich nutzen. Aufgrund des gerade dauernden Baus der zweiten Metro-Linie (Ost-West) musste die künftige U-Bahn-Umsteigestattion ‚Świętokrzyska‘ bis zu den Osterfeiertagen geschlossen werden. Mehrere Sonderfahrten der Strassenbahnen und Busse konnnten die Massen der Fahrgäste nicht abfertigen. Es kam zu mehreren Staus.

Wohnungen in Polen werden billiger – und mehr

Weiter fallende Preise auf dem polnischen Wohnungsmarkt werden von vielen Marktexperten prophezeit. Als einer der Gründe wird ein überhöhtes Angebot an Wohnobjekten bei gleichzeitig erschwertem Zugang zu den Baufinanzierungskrediten angegeben. Die polnische Finanzaufsichtbehörde KNF  legte den  kreditgebenden Banken mehrere verschärfte Richtlinien auf; damit fiel die Kreditwürdigkeit vieler polnischer Familien rapide.

Der Bau neuer Wolkenkratzer in Warschau bekommt dagegen wieder Auftrieb. Nicht einmal 200 Meter vom Hauptbahnhof entfernt werden neue Bürogebäude geplannt (siehe Graphik oben). Drei neue Wolkenkratzer in unmittelbarere Nähe des existierenden Marriott-Hotels sollen die Gegend schmücken, deren Höhe von 180 bis zu sogar 261 Meter (bei einem Projekt von Zahy Hadid) betragen soll. Auch die Stadtverwaltung will an dem aktuellen Trend verdienen: Eine seit 1961 in diesem Stadtteil beheimatete Schule (Liceum Hoffmanowej) wird dem Neubau weichen müssen und daher umgesiedelt. Das Grundstück der städtischen Gymnasiums scheint zu wertvoll und wurde als Teil angekündigter Sparmaßnhmen durch die Stadtverwaltung für den Bau zweier 200 Meter hoher Wolkenkratzer freigegeben.

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  1. Jochen
  2. Lena

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