Neisse gibt nicht auf …

10.08.2010

Die Lausitzer Neisse gibt nicht auf.

Im Dorf Przewoz  sind 40 Häuser unter Wasser. In Leknica kämpfen Menschen, um die Erddämme, die leicht durchsickern, zu verstärken und damit eine Überschwemmung zu vermeiden.  Die Flutwelle der Neisse erreichte hier 7 Meter.

Am Dienstag morgen erreichte die Flutwelle Gubin (dt. Guben), die letzte Stadt an der Neisse, bevor diese in der Oder mündet. Der Wasserstand erreichte hier 574  cm bei einem Alarmstand von 400 cm. Über 300 Menschen stehen hier in der Bereitschaft, beim Nachgeben der Deiche einzuschreiten. Experten behaupten, dass die Oder aufgrund ihrer Grösse die Wassermassen der Neisse wird ohne grössere Probleme aufnehmen können. Die Städte unterhalb von Gubin  sind somit nicht gefährted.

Aktuelle Fotos aus Przewoz : gazeta.pl

Aktuell aus Gubin: gazeta.pl

09.08.2010

Die Lage in den Krisengebieten stabilisiert sich langsam, man erkennt aber zugleich das ganze Ausmass der Verwüsstung. Das polnische Wetter- und Hydrologie Institut IMGW meldet, es sei davon auszugehen, dass die schweren Regenfälle innerhalb der nächsten Tagen nicht wiederkommen sollten.

Die Lage der Bevölkerung, vor allem in Bogatynia bleibt allerdings weiterhin schwer. Es ist gelungen, neben der Zufahrt über Tschechien (Stadt Frydland) auch die Strecke über Deutschland zu reparieren. Die Landstrasse auf der polnischen Seite, über Zgorzelec, bleibt weiterhin unbefahrbar, da die Wassermassen des Flusses Witka aus dem ursprünglichen Flusbett gestiegen sind. Man rechnet damit, dass die Reparatur dieser Strecke mehr als 3 Wochen beanspruchen könnte.

Die Menschen leiden zudem weiterhin an Trinkwasser- und Nahrungmittelsmangel, berichten die Augenzeugen, trotz zahlreicher Nahrungstransporte. Viele Opfer klagen über die mangelnde Unterstützung durch staatliche Einrichtungen . Die Regierung informierte unterdessen, auf die Bankkonten der Lokalbehörden seien heute die ersten Geldmittel i.H.v. 2,5 Mio. Zlotys überwiesen worden, um die Auszahlung der zugesprochenen Geldhilfe von 6 Tsd. Zlotys (ca. 1500 Euro) pro Person schnell zu ermöglichen. In Zgorzelec konnte die Wasserversorgung dagegen aufrechterhalten werden, das Wasser muss allerdings vor dem Verzehr abgekocht werden, warnen die Ärzte vor Ort.

Die kirchliche Caritas sowie die private Polnische Humanitär Aktion PAH sammeln bereits für die Opfer.

07.08.2010

Das Nachrichtenportal gazeta.pl berichtet von einer neuen Flutwelle an der Lausitzer Neisse. Die sehr intensiven Regenfälle bringen die Stadt Görlitz und Zgorzelec auf der polnischen Seite des Flusses in Gefahr.

Verstärkt wird die Welle durch das Wasser, das aus dem Staudammbruch am Fluss Witka am Kraftwerk im Ort Turow fliesst. Die Dörfer Radomierzyce und Kozlice befinden sich bereits unter Wasser, deren Bewohnen mussten evakuiert werden, berichtet gazeta.pl .

Es wird von einer Flutwelle von bis zu 7 Metern berichtet, die sich auf dem Weg Richtung  Görlitz befinden könnte.

Unter den sehr intensiven Regenfällen hat ebenfalls  die Stadt Bogatynia (Reichenau in Sachsen) stark gelitten. Viele Menschen sind in ihren Häusern eingesperrt, einige Brücken und Gebäude stürzten ein.  75% der Fläche der Stadt befindet sich unter Wasser, berichtete der Bürgermeister Andrzej Grzmielewicz für gazeta.pl . Die Wassertiefe betrug teilweise bis zu 4 Metern.

Bei der Rettungsaktion helfen Soldaten und Feuerwehrleute, auch aus Deutschland. Der Einsatz der Boote sei durch eine starke Strömung erschwert. Die Landstrassen Richtung Tschechien sowie Deutschland sind nicht passierbar. Eine Versorgung von aussen muss schnell organisiert werden.

Betroffen sind auch andere Ortschaften: Markocice, Porajow, Opolno, Kopacow und Lesna. Es wird gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren.

Bilder des Fernsehsenders TVN 24 hier.

Starke Regenfälle auch in Krakau (Bilder TVN 24)

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Comments
  1. Rene
  2. Peter Naumann

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