Swinoujscie (Swinemünde) stellt sich gegen Pipeline

Foto des Stettiner HafensDie in Polen aus politischen Gründen nie so recht beliebte Ostsee-Pipeline Nord-Stream, deren Betreiber aus Russland und Westeuropa stammen, hat nun gegen weiteren Widerstand zu kämpfen: Die nun bevorstehende Verlegung von Pipeline-Rohren auf hoher See vor Swinoujscie (Swinemünde) bringt den Hafen in der polnischen Stadt in Bedrängnis, weil der maximale mögliche Tiefgang dort einlaufender Schiffe durch die Pipeline um etwa 2 Meter verringert wird.

Die Trassenführung der Pipeline sei bereits seit langem genehmigt, so das Betreiberkonsortium Nord Stream. Die Genehmigung muss in diesem Fall vom Hamburger Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie erteilt werden, da es sich um deutsche Gewässer handelt.

Zu dem Verbund Nord Stream gehören die russische Gazprom, die deutschen Unternehmen E.ON und BASF sowie ein französischer und ein niederländischer Gasversorger. Die Gegenposition in Polen begründet sich darin, dass in Swinoujscie ein Terminal zur Annahme von Flüssiggas errichtet wird, für das möglicherweise auch Schiffe mit einem Tiefgang bis zu 15 Metern den Hafen anlaufen möchten. Die Flüssiggas-Strategie Polens, das ist das politisch Pikante an der Angelegenheit, gilt auch als Reaktion auf die Pipeline. An dieser ist Polen nämlich nicht beteiligt. Aber auch Nord Stream ist nicht frei von Eigeninteressen in dieser Sache: Für das Konsortium fällt durch das neue Flüssiggas-Terminal in Swinoujscie Polen als Abnehmer von Gas – zumindest teilweise – aus.

Um dem Widerspruch Szczecins (Stettins), dessen Behörde auch Swinoujscie verwaltet, zu entsprechen, würde eine relativ geringfügige Planänderung im Bau der Pipeline offenbar ausreichen: Experten gehen davon aus, dass ein Eingraben der Pipeline die Bedenken der polnischen Behörden ausräumen könnte. Die zusätzlichen Kosten dafür werden im Vergleich zu den Gesamtkosten für gering gehalten, da es sich nur um einen sehr kurzen Trassenabschnitt von rund einem Kilometer handeln dürfte.

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