Oderschifffahrt nimmt Fahrt auf

Grenzpfahl an der Oder bei Lebus. Foto: Polen.pl (JW)

Noch ohne Ausflugsschiffe: Die Oder bei Frankfurt

(Berlin, JW) Mit irgendeiner ‚Weißen Flotte‘ über den nächsten Fluss oder See zu schippern: Eine beliebte Freizeitbeschäftigung, besonders für sonnige Wochenenden. Besucher der mittleren Oder-Region mussten auf solche Freizeitausflüge – zumindest ohne eigenes Boot – in der Vergangenheit verzichten. Doch das soll sich nun ändern, wie unter anderem die Märkische Oder-Zeitung berichtet. So soll in den kommenden Jahren die Fahrgastschifffahrt auf der Oder aufgebaut werden. Es ist geplant, dass auf der mittleren Oder spätestens ab 2014 – möglichst schon 2013 – zwei Ausflugsdampfer unterwegs sein sollen. Ausgeschrieben sei zurzeit der Bau der Schiffe, so wird Wadim Tyszkiewicz zitiert. Dieser ist Bürgermeister der polnischen Stadt Nowa Sol.

Anspruchsvoller Fluss

Bei der Ausschreibung wird auch berücksichtigt, dass die Oder häufig wenig Wasser führt: Die Schiffe sollen auch dann noch gut klar kommen. Denn die Oder gilt als schwierig zu befahren: Das liegt nicht nur daran, dass es einer der wenigen nicht begradigten Flüsse ist, sondern auch an den stark wechselnden Wasserständen. So berichtet etwa ‚Planet Wissen‚ über die Schwierigkeiten der Oderschifffahrt auch in der Vergangenheit. Für die Fahrgastschifffahrt, die eher im Sommer gefragt, nicht so relevant: Nicht nur die wechselnden Wasserstände machen den Oder-Kapitänen zu schaffen, sondern im Winter auch die Gefahr von Vereisung. Es ist eben kalt hier im Winter.

Aufgenommen wird die Fahrgastschifffahrt auf der Oder damit, wenn das Projekt zur Realisierung kommt, nach fast 100 Jahren erneut. Ob die Nachfrage danach groß genug ist, wird von den Initiatoren des Projekts ‚Oder für Touristen‘ bejaht. Interessant an dem Projekt ist besonders, dass insgesamt elf Oder-Städte in Polen und Deutschland dabei kooperieren. So könnten die Schiffe bedarfsweise eingesetzt werden, zwischen Bytom Odrzanski, Eisenhüttenstadt, Frankfurt/Oder und Kostrzyn. Ergänzend sollen im Rahmen des Projekts auch die Bedingungen für Sportskipper auf der Oder verbessert werden, mit neuen und renovierten Häfen und Marinas. Finanziert wird das Vorhaben unter anderem mit EU-Mitteln.

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