Öffentlicher Nahverkehr in Warschau wird teurer

Strassenbahn in Warschau. Photo: Polen.pl (BD)

Straßenbahn in Warschau. Foto: Polen.pl (BD)

(Bremen, JE) Dass die Tickets für Bus, U- und Straßenbahn in Polens Hauptstadt mehr kosten werden, ist beschlossene Sache. Unklar ist lediglich, ob man sich schon jetzt auf eine Erhöhung in drei Stufen bis 2014 einigen kann. Ein Entwurf der im Warschauer Rathaus regierenden PO-Fraktion sieht Preissteigerungen zum August diesen Jahres sowie jeweils zu Jahresbeginn 2013 und 2014 vor. Die Abstimmung im Warschauer Senat wird vermutlich am 26. Mai stattfinden, berichtet gazeta.pl. Deutlich teurer werden sollen Einzel- und Tagestickets, wie auch Verbindungen über die Stadtgrenzen Warschaus hinaus. Prozentual weniger ansteigen werden die Preise für Monats-, 3-Monats- und Seniorentickets. Sämtliche Ermäßigungen sollen erhalten bleiben. Das äußerst beliebte 20-Minuten-Ticket wird entgegen erster Überlegungen wohl nicht abgeschafft.

Das wird teuer

Die beabsichtigten Preiserhöhungen haben es ohne Frage in sich: Schon in der ersten Stufe sollen die Fahrkarten um mehr als 25 Prozent teurer werden – anstatt 2,80 PLN würde ein Einzelticket dann beispielsweise 3,60 PLN kosten. Insgesamt sieht der Plan eine Steigerung um bis zu 100 Prozent vor. Für ein Tagesticket müsste nach der dritten Stufe der Anhebung 18 PLN statt der heutigen 9 PLN gezahlt werden. Fairerweise muss man erwähnen, dass die Fahrscheine für den öffentlichen Stadt- und Nahverkehr bisher in Warschau selbst für polnische Verhältnisse relativ günstig sind. Die Hauptstadt verfügt über ein sehr gut ausgebautes Transportnetz und nicht zuletzt über die einzige U-Bahnlinie des Landes – eine zweite ist in Bau –, trotzdem sind die Preise vergleichbar mit denen in anderen polnischen Großstädten. Das Einzelticket in Warschau ist mit 2,80 PLN zwar etwas teurer als in Krakau (2,50 PLN) oder Breslau (2,40 PLN), dafür bezahlt man dort mehr für das Monatsticket – Krakau 94 PLN, Breslau 80 PLN, Warschau 78 PLN.

Das ist das Ziel

Mit den erwarteten Mehreinnahmen möchte Warschau die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt umfangreich erneuern. Im Gespräch sind laut gazeta.pl 770 neue Busse im Zeitraum von 2010-2017 und 186 neue Straßenbahnen, dazu mehrere neue Tramlinien und natürlich die Metro. Bisher herrschte in Polens Hauptstadt eine bunte Vielfalt an Fahrzeugtypen. In denen sich im morgendlichen Berufsverkehr häufiger bildenden Straßenbahnschlangen standen alte Modelle aus PRL-Zeiten vor neuen Niederflurfahrzeugen. Die neuen Fahrzeuge bieten mit Sicherheit mehr Komfort – ältere Straßenbahnen fahren teilweise im Winter ganz ohne Heizung und besitzen keine Haltestellenansage. Ein Komfort, für den Warschaus Bürger allerdings tief in die Tasche greifen müssen.

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